Christine Lieberknecht auf Sommertour in Gera

OB Dr. Norbert Vornehm begleitet die Ministerpräsidentin bei ihrem Besuch in der Otto-Dix-Stadt

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht machte auf ihrer Sommertour am Samstag in Gera Station.

Im künftigen Kunsthaus Gera erläutert Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm der Ministerpräsidentin das Konzept Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm hieß den Gast und seine Begleitung sowie die Landtagsabgeordneten Dieter Hausold, Mike Huster und Wolfgang Lemb willkommen. Die Visite in der Otto-Dix-Stadt begann am neuen Kunsthaus – der ehemaligen Landeszentralbank, die Gera mit Fördermitteln des Landes angekauft hat. Die Ministerpräsidentin zeigte sich fasziniert von den Räumlichkeiten, in denen künftig unter anderem die städtische Sammlung mit mehr als 450 Werken von Otto Dix ihr Domizil findet. Eröffnet wird das neue Kunsthaus zum 120. Geburtstag des in Gera gebürtigen Malers und Grafiker am 02. Dezember 2011.

Dahinter habe auch der Druck der Dix-Stiftung gestanden, ihren fast 60 Dauerleihgaben ein würdiges Umfeld zu bieten, erläuterte Dr. Vornehm, der den Vorsitzenden des neu gegründeten Kuratoriums Kunsthaus Prof. Dr. Klaus Hekking, Vorstandsvorsitzender der SRH Holding, und den Gründungsbeauftragten des Kunsthauses Frank Siegmund an seiner Seite hatte. Durch den Hofwiesenpark – die Politikerin zeigte sich angetan, dass dieser auch nach der Buga 2007 so gut von den Bürgern angenommen wird - ging es weiter zum Otto-Dix-Haus.

In den historischen Räumen des Otto-Dix-Hauses Dort besichtigte Christine Lieberknecht nicht nur die Ausstellung mit Werken von Dix, sondern auch den historischen Teil des Hauses, in dem er geboren wurde. Es sei ein gutes Zeichen, dass sich eine Stadt ihrer künstlerischen Traditionen so bewusst sei und damit für sich werbe, freute sich die Ministerpräsidentin und heftete sich einen Sticker mit dem Schriftzug „Dix“ ans Revers.

Weiter ging die Tour ins SRH-Wald-Klinikum Gera gGmbH, das derzeit mit rund 160 Millionen Euro um- und neugebaut wird. Probleme mit dem Thüringer Krankenhausplan und Wünsche an diesen standen im Zentrum der Gespräche mit der Leitung des Hauses, darunter Prof. Klaus Hekking als SRH-Holding-Chef, der SRH-Vorstand Dr. Thomas Wolfram und der Geschäftsführer des Wald-Klinikums Dr. Uwe Leder. Im ersten fertiggestellten Bettenhaus war Christine Lieberknecht von der bundesweit einzigartigen Idee eines Kulturkrankenhauses beeindruckt. Dabei geben Persönlichkeiten vergangener Jahrhunderte den einzelnen Etagen Namen. Vor der Skulptur des Musikers Heinrich Schütz regte sie unter anderem an, das Krankenhaus in die Veranstaltungen der Luther-Dekade 2012 – Reformation und Musik – einzubeziehen.

Im StadtService H35, zusammen mit der Leiterin des Fachdienstes Öffentlichkeitsarbeit, Gisela Pflume, (2.v.l.) und der Leiterin des H35, Iris Herrling (r.) Mit der Electronicon Kondensatoren GmbH und der Dagro Eissmann Automotive GmbH standen zwei Unternehmen auf dem Besuchsplan der Ministerpräsidentin, die auf Erfolgskurs sind. Bei Electronicon besichtigte sie die Wickelei in der Keplerstraße und ließ sich von Geschäftsführer Walter Bauer über die Entwicklung des Unternehmens informieren. Es realisiert zwei Drittel seines Umsatzes im Ausland, und Kondensatoren aus Gera finden sich unter anderem in vier Stadien der Fußball-WM in Südafrika, im Olympia-Stadion Peking, in der Zentralbank Mexicos und sorgen für Licht in Moskaus Straßen. International mischt auch Dagro mit. Die hochwertigen, vielfach von Hand gefertigten ledernen Erzeugnisse des Autozulieferers finden sich beispielsweise im Mercedes SLS 17, im Audi R8, im VW Phaeton, im Lamborghini Gallardo und im Bugatti Isidor. Das Unternehmen werde in diesem Jahr voraussichtlich 47 Millionen Euro umsetzen, etwa neun Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant, berichtete Geschäftsführer Jörg Schultz.


Verabschiedung mit Blumen Zum Abschluss der rund sechstündigen Visite führte Oberbürgermeister Dr. Vornehm seinen Gast und dessen Begleitung in den StadtService H35. Von dieser Offerte, den Bürgern die Dienstleistungen einer Kommune an einem Ort und aus einer Hand anzubieten, zeigte sich Christine Lieberknecht begeistert. Sie regt an zu überlegen, ob sich eventuell auch die Landesregierung mit einem Tresen – sozusagen als Modellversuch – anschließen könnte. Der Besuch klang in lockerer Runde, aber dennoch angeregtem Gespräch zwischen der Ministerpräsidentin und ihrer Begleitung, dem Oberbürgermeister und den Landtagsabgeordenten aus. „Wir haben viele Probleme, die wir ohne das Land nicht lösen können“, machte Dr. Vornehm deutlich. Das Land dürfe sich nicht zu Lasten der Kommunen konsolidieren. Er brachte auch zur Sprache, dass Gera immer noch keinen bestätigten Haushalt habe, und dass die Otto-Dix-Stadt ein durch Steuerausfälle und zusätzliche Belastungen bedingtes Haushaltsloch von fast 12 Millionen Euro wie in diesem Jahr nicht ein zweites Mal wird stemmen können. MdL Mike Huster verwies darauf, dass das Kunsthaus die wirtschaftspolitische Entscheidung für Gera wäre. Damit bemühe sich die Otto-Dix-Stadt, sich für die Zukunft aufzustellen.




Veröffentlichung: 19.07.2010

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