Design für den Alltag
| Geraer Museum für Angewandte Kunst zeigt Arbeiten von Wilhelm Wagenfeld Eine Auswahl von Alltagsgegenständen, die der legendäre Designer Wilhelm Wagenfeld (1900-1999) entworfen hat, präsentiert das Geraer Museum für Angewandte Kunst ab 27. Oktober in der Kabinettausstellung „Design für den Alltag“. Unter den annähernd 40 Exponaten finden sich einige, die erstmals zu sehen sind. Beispielsweise Stücke, die dem Geraer Museum von Dr. Meike Noll-Wagenfeld aus dem schweizerischen Collex-Bossy als Dauerleihgabe überlassen wurden, wie die Tischlampe „MT 9“ und eine Teekanne aus Jenaer Glas von 1932. Dass diese Arbeiten in das Geraer Museum kamen, ist auch dessen aktivem Förderverein „Freunde des Ferberschen Hauses“ e.V. zu danken. Die Arbeiten Wagenfelds gelten als Klassiker und veranschaulichen auf eindrucksvolle Weise, wie aktuell die Intentionen des Bauhauses bis heute sind. Wagenfeld war Bauhausschüler der Metallwerkstatt von Laszló Moholy-Nagy und Christian Dell. Zuvor hatte er eine Ausbildung als Zeichner und Silberschmied absolviert. An der Staatlichen Bauhochschule Weimar, der Nachfolgeinstitution des Bauhauses, wirkte er von 1928 bis zu deren Auflösung 1930. Danach arbeitete er freiberuflich. Seine Entwürfe für die Industrie in zeitlos formschönem Design sind von hoher Funktionalität und wurden richtungweisend für die Designkultur des 20. Jahrhunderts. Die Tischlampe „MT 9“ steht dafür ebenso exemplarisch wie die Entwicklung einfachen Pressglases zu anspruchsvoller Gebrauchsware. In Zusammenarbeit mit so renommierten Unternehmen wie WMF Geisslingen, Jenaer Glaswerk, Lausitzer Glas und anderen entstanden beispielsweise Trinkgläser und Teeservices, Vorrats- und Butterdosen, Backbretter und Eierkocher sowie die Salz- und Pfefferstreuer „Max und Moritz“. Sie finden sich auch heute noch auf vielen Tischen, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Wie kaum ein anderer widmete sich Wilhelm Wagenfeld der Gestaltung von Produkten für den Alltag mit Professionalität und Einfallsreichtum und setzte damit die Ideen des Deutschen Werkbundes und die Lehren des Bauhauses auf seine Weise fort. |
Veröffentlichung: 26.10.2009