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Renommierter Otto-Dix-Preis der Stadt Gera 2012 in Berlin vergeben - Jan Brokof aus Berlin ist Otto-Dix-Preisträger 2012

Der Otto-Dix-Preisträger 2012 heißt Jan Brokof und kommt aus Berlin. Die sechsköpfige Jury, zur Vergabe des Otto-Dix-Preises der Stadt Gera, die in jeweils neuer Konstellation tagt, traf sich heute (2. März) in Berlin. Ihr gehört jeweils ein Vertreter der Stadt Gera als Veranstalter, vier renommierte Vertreter aus den Bereichen Museum, Kunstvermittlung und Kunst sowie ohne Stimmrecht ein Vertreter des Förderers an. Darüber hinaus ist jeweils der letzte Otto-Dix-Preisträger Mitglied der Jury. Die vorschlagsberechtigten Jury-Mitglieder haben Bildende Künstler nominiert, unter denen der Preisträger ausgewählt wurde.

„Herzlichen Glückwunsch an den Preisträger Jan Brokof! Wir haben uns als Geburtsstadt von Otto-Dix verpflichtet, mit dem Dix-Preis junge Künstler zu fördern. Zugleich machen wir bundesweit auf die Otto-Dix-Stadt aufmerksam. Frühere Preisträger wie Daniel Richter und Tobias Rehberger gehören inzwischen zu den renommiertesten deutschen Gegenwartskünstlern. Unser Preis hat eine hohe überregionale Bedeutung erlangt, nicht zuletzt dank der Förderung von GDF SUEZ Energie Deutschland, die einen hochdotierten Preis und hohe Qualität der Juryarbeit ermöglicht“, so Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm.

Werke (Jan Brokof, Deutschlandhaus, 2010, Holzschnitt, 200 x 140 cm) Jan Brokof wurde 1977 in Schwedt geboren und studierte von 1999-2006 an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Ralf Kerbach. Der Künstler hat sich vor allem den grafischen Künsten verschrieben. Brokof erweitert die traditionelle Dimension des Holzschnittes und fügt seine Arbeiten zu dreidimensionalen Installationen zusammen. Seine bildkünstlerischen Ziele verbindet er mit gesellschaftlichen Fragestellungen. Die Jury schätzte deshalb besonders die Thematisierung von Aspekten der deutsch-deutschen Geschichte in seinem Werk, das einen zeitgemäßen Bezug zur Gegenwart hat und zur Auseinandersetzung anregt.

Der Otto-Dix-Preis ist ein Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler im deutschsprachigen Raum und will junge Gegenwartskunst unterstützen, die engagierte Zeitnähe mit reflektiertem Selbstbewusstsein verbindet, beidem originären künstlerischen Ausdruck verleiht und sich gängigen Rezeptionsmustern entzieht. Er wird seit 1992 ausgelobt und gehört mittlerweile zu den renommierten Preisen für zeitgenössische Kunst im deutschen Kunstleben. Im Jahre 2012 wird der Preis zum neunten Mal vergeben. Seit 2008 wird er durch das Energieunternehmen GDF SUEZ Energie Deutschland gefördert. Das Unternehmen ist seit 2002 Partner der Stadtwerke Gera und hat seither zahlreiche bedeutende Kunst- und Kulturprojekte in der Stadt Gera, wie die derzeitige Ausstellung „Otto Dix: retrospektiv.“ zum 120. Geburtstag des Künstlers, maßgeblich unterstützt.

„Es gehört zur Unternehmensphilosophie von GDF SUEZ, über die kommerziellen Interessen hinaus auch gesellschaftliches Engagement und Verantwortung zu fördern“, sagt Dr. Karl-Peter Thelen, in der Geschäftsleitung der GDF SUEZ Energie Deutschland zuständig für Unternehmenskommunikation, Strategie und Energiepolitik. „Wir freuen uns deshalb, auch in diesem Jahr die Vergabe des Otto Dix-Preises zu begleiten.“

Der Otto-Dix-Preis ist ein reiner Jury-Preis und ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert (10.000 Euro Preisgeld und 10.000 Euro Ankaufsgarantie für den Preisträger). Er gehört mit zu den am höchsten dotierten deutschen Preisen für junge Gegenwartskunst. Der Preis ist zudem mit einer Ausstellung in der Kunstsammlung Gera verbunden, in der nicht nur der ermittelte Preisträger, sondern auch alle Preiskandidaten öffentlich vorgestellt werden. Auf diese Weise sowie durch die Herausgabe dazugehöriger Künstlerpublikationen soll der Auswahlprozess der Jury für die Öffentlichkeit transparent gemacht und zugleich ein differenzierter Einblick in die jüngere zeitgenössische Kunstentwicklung ermöglicht werden.

Die Preisverleihung und gleichzeitig die Eröffnung der Ausstellung zum Otto-Dix-Preis 2012 finden am 19. Juli 2012 in der Otto-Dix-Stadt Gera statt. Die Ausstellung „Otto-Dix-Preis 2012. Junge deutsche Gegenwartskunst“ wird vom 20. Juli bis 23. September 2012 in der Orangerie der Kunstsammlung Gera gezeigt.

Die Jury zum Otto-Dix-Preis 2012 setzte sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

- Matthias Bitzer, Künstler und Otto-Dix-Preisträger 2010
- Melanie Bono, Stellvertretende Direktorin des Landesmuseum für Kunst und Kultur Münster
- Kathleen Rahn, Direktorin des Kunstverein Nürnberg
- Holger Peter Saupe, Leiter der Kunstsammlung Gera
- Dr. Marc Wellmann, Ausstellungsleiter Georg-Kolbe-Museum Berlin
- Irina Thiele, Vertreterin der GDF SUEZ Energie Deutschland (ohne Stimmrecht)


Die Vergabe des Otto-Dix-Preises der Stadt Gera ist Teil der vielfältigen Aktivitäten der Stadt, um den am 2. Dezember 1891 in Gera geborenen Künstler zu ehren und seine Werke zu bewahren. Mit der hochkarätigen Schau „Otto Dix: retrospektiv“ würdigt die Otto-Dix-Stadt Gera noch bis zum 18. März das Schaffen ihres großen Künstlersohn anlässlich seines 120. Geburtstages. Die städtische Kunstsammlung präsentiert in der Ausstellung rund 240 Werke aus allen Schaffensphasen. Die Exposition vereint in der Orangerie und dem Dix-Geburtshaus Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus der Geraer Sammlung, der Otto-Dix-Stiftung Vaduz sowie öffentlichen und privaten Sammlungen aus ganz Deutschland.

Im Otto-Dix-Haus, seinem Geburtshaus, werden rund 450 Werke - eine der größten Dix-Sammlungen in öffentlicher Hand - bewahrt. Den Besucher erwartet eine ständige Ausstellung mit Hauptwerken des Künstlers. Daneben bietet das historistische Ambiente eines Arbeiterhaushaltes um 1900 mit einer Materialsammlung Einblicke in das Leben von Dix. Die Kunstsammlung der Stadt Gera verfügt über Gemälde, Zeichnungen, Pastelle, Aquarelle und Druckgrafiken aus dem Früh-, Haupt- und Spätwerk ihres großen Künstlersohnes Otto Dix. Durch die Zusammenarbeit mit der Otto-Dix-Stiftung Vaduz konnte der Bestand in den letzten Jahren beträchtlich erweitert werden. Die Werke von Otto Dix sollen künftig in einem neuen Kunsthaus präsentiert werden. Der David-Chipperfield-Bau bietet dann auf 1.400 Quadratmetern Ausstellungsfläche außerdem Raum für attraktive Sonderausstellungen der Klassischen Moderne und Zeitgenössischen Kunst.


Veröffentlichung: 02.03.2012