Neue Sonderausstellung „Alltägliches und Skurriles“ im Stadtmuseum - Fotografien aus Gera des Künstlers Hans-Joachim Hirsch von Beginn der 1970er Jahre bis zum Jahr 2011
Die neue Sonderausstellung unter dem Titel „Alltägliches und Skurriles“ präsentiert vom 30. Juni bis zum 7. Oktober im Stadtmuseum Fotos des Geraer Künstlers Hans-Joachim Hirsch. Hans-Joachim Hirsch ist in Gera aufgewachsen. Später zog es ihn fort. Seit dem Jahr 2000 lebt er wieder in seiner Heimatstadt Gera.
Untermhäuser Straße, 1979 (Foto Hirsch)
Obwohl er einige Jahre der Stadt fern war, hat er seinen Blick regelmäßig durch das Objektiv auf Gera gerichtet. So ist im Laufe der Jahrzehnte ein umfangreicher Fundus entstanden, aus dem etwa 100 Fotos für die aktuelle Schau ausgewählt wurden. Die ältesten Fotos in der Ausstellung stammen vom Beginn der 1970er Jahre, die jüngsten aus dem Jahr 2011. Die Aufnahmen spiegeln Hirschs künstlerische Sicht auf die sich vollzogenen Veränderungen im Geraer Stadtbild wider. Zugleich hat er mit den Aufnahmen, unbeabsichtigt und unbewusst, vier Jahrzehnte Stadtgeschichte dokumentiert und so auf seine ganz eigene Weise Kunst und Geschichte miteinander in Beziehung gebracht. Für die Ausstellung wurden Motive ausgewählt, die die Wandlungen in Geras Innenstadt und in einzelnen Stadtteilen wie Untermhaus, Zwötzen oder Debschwitz aufzeigen. Dabei sind auch Straßen oder Gebäude, die keineswegs allen Geraern bekannt sein dürften wie das Wohnareal „Reußpark“ oder der stimmungsvolle Schreberweg im Ostviertel. Die Besucher können anhand der Fotos einen fiktiven Spaziergang durch die Stadt unternehmen. Dabei können sie darauf gespannt sein, welche Überraschungen sie erwartet.
In der Ausstellung werden neben alltäglichen Situationen auch solche, die eher skurril anmuten, gezeigt. Hier nutzte der Künstler oft die Gunst der Stunde oder des Augenblicks. Und er verstand es, sie zu nutzen. Hirsch beweist aber ebenso einen Blick für das Besondere im Alltäglichen. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1984 zeigt zum Beispiel Anwohner in der Untermhäuser Straße, die gerade mit dem Wegräumen von Kohlen beschäftigt sind. Auf gleicher Höhe läuft gerade ein junger Mann in einem leuchtend roten Pullover. Erst beim zweiten oder dritten Blick erschließt sich der Hintersinn manch einer Aufnahme. Die Schau lädt aber nicht nur zum Nachdenken ein, sie regt auch zum Schmunzeln an. Ergänzt werden die Fotos durch diverse Aufnahme- und Wiedergabetechnik sowie zahlreiche Publikationen aus den letzten Jahrzehnten zum Thema „Fotografie“. In einer Fotoausstellung im Stadtmuseum fehlen natürlich keine dreidimensionalen Objekte. Dieses Mal wurden Fortbewegungsmittel wie Fahrräder, Roller und Mopeds eingebaut. Die Ausstellung will dazu anregen, Gera mit offenen Augen zu betrachten und manch Zögernden dazu animieren, selbst auf Fotosafari durch die Stadt zu gehen.
Das Ausstellungsprojekt sowie die begleitende Publikation „Zeitlos. Gera in Bildern 1972 – 2012“ werden von der DKB Wohnungsgesellschaft Thüringen mbH und dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur unterstützt.
Die Ausstellung im Stadtmuseum ist vom 30. Juni bis zum 7. Oktober Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Veröffentlichung: 29.07.2012
↑ nach oben