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Kontaktdaten
    Fachdienst Umwelt
    Untere Naturschutzbehörde
    Amthorstraße 11
    07545 Gera

    Fon: 0365 838-4240
    Fax: 0365 838-4205


NATURA 2000 - Gebiete

Unter dieser Bezeichnung werden zwei Kategorien europäischer Richtlinien zusammengefasst. Zum einen ist das die EG-Vogelschutzrichtlinie, welche die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten in Artikeln formuliert und die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie), welche die Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie die wild lebenden Tiere und Pflanzen zum Schutzzweck hat. Ziel dieser Richtlinien ist die Bewahrung der natürlichen Artenvielfalt durch die Erhaltung oder Wiederherstellung der Lebensräume von wild lebenden Tieren und Pflanzen.

Gemeinsam stellen sie ein wesentliches Element der europäischen gemeinschaftlichen Naturschutzpolitik dar.

Die NATURA 2000-Gebiete dienen der Umsetzung der beiden Richtlinien mit dem Ziel, ein kohärentes Netz besonderer Schutzgebiete aufzubauen, in denen eine repräsentative Auswahl aller Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse zur Erhaltung der biologischen Vielfalt gesichert wird.

Die Schaffung eines europaweiten Biotopverbundsystems ist notwendig, da viele Tier- und Pflanzenarten nicht nur flächenmäßig ausreichend große Lebensraumtypen benötigen, sondern gleichzeitig auch eine Vielzahl solcher Gebiete für ihr langfristiges Überleben und den Individuenaustausch brauchen.

In unserem Stadtgebiet wurden insgesamt vier NATURA 2000-Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewiesen.

FFH- und Vogelschutzgebiet „Zeitzer Forst“
FFH-Gebiet „Brahmeaue“
FFH-Gebiet „Hainberg-Weinberg“
FFH-Gebiet „Schluchten bei Gera und Bad Köstritz mit Roschützer Wald“

Grundlage für deren Meldung waren das Vorkommen mehrerer naturnaher Laubwaldgesellschaften und dreier so genannter „prioritärer“(vorrangiger) Tierarten, für deren Fortbestand Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Im „Zeitzer Forst“ sind das die naturnahen, alt- und totholzreichen Laubwaldgesellschaften und die prioritären Tierarten Kammmolch und Schwarzblauer Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart.

Ausschlaggebend für das FFH-Gebiet „Schluchten bei Gera und Bad Köstritz mit Roschützer Wald“ sind die ausgepägten Schlucht- und Hangmischwälder in Richtung Elsteraue.

Mit der „Brahmeaue“ geht es um den Schutz eines naturnahen Fließgewässers mit untergetauchter oder flutender Wasserpflanzenvegetation, einschließlich der noch vorhandenen bachbegleitenden Reste von Erlen- und Eschen- bzw. Weichholzauenwäldern. Da besonders alte, hohle und mulmhaltige Weichhölzer wie Weide und Pappel der essentielle Lebensraum für die holzbewohnende Käferart Eremit darstellen, finden wir in diesem FFH-Gebiet auch diese prioritäre Tierart.

Das bekannteste und beliebteste FFH-Gebiet der Geraer Bürger und seiner Gäste ist das im Stadtwald. Es trägt die Bezeichnung „Hainberg-Weinberg“ und ist Teil des Landschaftsschutzgebietes „Geraer Stadtwald“. Auf Grund seiner besonders schutzwürdigen Waldlebensraumtypen und den daran gebundenen Tierarten besitzt es zusammen mit den streng geschützten Fledermausarten Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr eine überregionale Bedeutung. Die alten struktur- und totholzreichen Wälder gilt es in ihrem Erhaltungszustand zu sichern bzw. durch Waldumwandlung zu vermehren.


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