deutsche Version dieser Seite deutsch | english version of this page english | Schriftgröße: - A A + | GeoPortal Stadtplan anzeigen
Facebook Auftritt der Stadt Gera
Suche

Kontaktdaten
    Umweltamt
    Untere Naturschutzbehörde
    Amthorstraße 11
    07545 Gera

    Fon: 0365 838-4240
    Fax: 0365 838-4205

Biotopkartierung

Besonders geschützte Lebensräume im Gebiet der Stadt Gera

Unsere Kulturlandschaft weißt viele natürliche und durch Menschenhand geschaffene Einmaligkeiten auf. Sie sind nicht nur für die Erholung und Attraktivität einer Landschaft von großer Bedeutung, sondern die Basis für den Fortbestand von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Artenschutz wird dauerhaft vor allem über den Schutz von Lebensräumen (Biotopschutz) realisiert. Die Erhaltung und Vernetzung naturbetonter Lebensräume, wie z. B. Streuobstwiesen, Trockenrasen, natürliche Waldlebensräume und Gewässerbiotope sind daher ein besonderes Anliegen der Naturschutzverwaltung. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber festgelegt, dass für bestimmte Lebensraumtypen unabhängig von Eigentumsformen und ohne das im Einzelfall eine zusätzliche Rechtsverordnung zu erlassen ist, ein pauschaler Bestandsschutz gilt. Besonders geschützte Biotope werden erfasst, in einem Flächenkataster dargestellt und anschließend veröffentlicht. Ein Biotop wird dann als besonders geschützt kategorisiert, wenn es die spezifischen Merkmale erfüllt, die in den Thüringer Biotoptypenkartierungen definiert sind. Die besonders geschützten Biotope wurden nach ihrem „Schutzparagraphen“ (heute § 30 Bundesnaturschutzgesetz und ergänzend § 18 Thüringer Gesetz für Natur und Landschaft) § 18-Biotope genannt.

Viele dieser besonders geschützten Lebensräume sind aus der extensiven land- und forstwirtschaftlichen Bodennutzung hervorgegangen oder auf Standorten verblieben, die eine rentable Bewirtschaftung nicht ermöglichten (z. B. Schluchtwälder, Quellen und Felsköpfe) Andere Lebensräume sind in Folge bergbaulicher Nutzung entstanden, z. B. wassergefüllte Abbaugruben, Steinwälle und Steinbrüche.

Auf dem Territorium der Stadt Gera wurden in den Jahren 1998 bis 2002 insgesamt 1138 besonders geschützte Biotope kartiert und öffentlich bekannt gegeben. 2005 wurde das Biotopkataster mit dem Ergebnis aktualisiert, dass aktuell nur noch 924 Lebensräume als besonders schutzwürdig vermerkt wurden. Sie sind im Landschaftsplan der Stadt Gera aufgelistet und werden nachrichtlich in den Flächennutzungsplan der Stadt übernommen. Der Rückgang ist ein Ausdruck für ständige Veränderung in der Landschaft, z. B. durch schwankende Wasserstände, veränderte Bodennutzung oder Nutzungsaufgabe, wie dies bei Streuobstwiesen vorkommt. Wenn Flächeneigentümer oder Nutzer wissen wollen, ob sich auf dem eigenen Flurstück besonders geschützte Biotope befinden, können sie dies in den üblichen Sprechzeiten in der unteren Naturschutzbehörde der Stadtverwaltung erfragen.


Anzahl der besonders geschützten Biotope auf dem Territorium der Stadt Gera:

379 Streuobstwiesen
117 Abschnitte naturnaher Bachlauf
120 Teiche
82 Schluchtwälder
50 Hohlwege
31 Trockenwälder
27 Feuchtwiesen
24 offene Felsbildungen
20 Quellen
18 Bruchwälder
12 Trocken- und Halbtrockenrasen
9 Steinbrüche
8 Abbaugruben
7 Trockengebüsche
5 Auwälder
4 Feuchtgebüsche
4 Verlandungszonen
3 Röhrichtzonen (Schilfgebiete)
2 alte Lesesteinwälle
1 Altwasserarm
1 Höhle


↑ nach oben