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Der Otto-Dix-Preis

Konzeption zu einem der wichtigsten Preise für Nachwuchskünstler

Der Otto-Dix-Preis der Stadt/Kunstsammlung Gera gehört zu den renommiertesten Preisen für junge Kunst im deutschen Kunstbetrieb. Angesiedelt ist er am Ort der Wurzeln seines Namenspatrons Otto Dix, dem berühmt-berüchtigtes Entfant terrible der jungen Kunstszene seiner Zeit.

Dotiert ist der Preis mit 20 000 Euro. Er gehört damit zu den am höchsten dotierten deutschen Kunstpreisen (10 000 Euro Preisgeld, zuzüglich Ankaufsgarantie für Werke des Preisträgers in Höhe von 10 000 Euro).
Der Preis wird im regelmäßigen Rhythmus von zwei Jahren in Gera unter großer Anteilnahme der Medien und der Öffentlichkeit vergeben. Im Stadtleitbild Geras fungiert der Otto-Dix-Preis als kultureller "Leuchtturm".

Der Otto-Dix-Preis ist ein Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler im deutschsprachigen Raum und will jene junge Gegenwartskunst kontinuierlich unterstützen, die engagierte Zeitnähe mit reflektiertem Selbstbewusstsein verbindet. Im weiteren Sinn geht es den Initiatoren vor dem Hintergrund der allen künstlerischen und ideologischen Vereinnahmungen widerstehenden Arbeits- und Lebenshaltung von Otto Dix (nicht seines spezifischen Brutalrealismus!) um eine dezidiert zeitgenössische Kreativität. Angesichts dieser Dixschen Position, die ein Werk von komplexer Heterogenität zeugte, können weder gattungsmäßige noch thematische noch gar stilistische Beschränkungen zum Nadelöhr der Auswahl werden. Damit garantiert der Otto-Dix-Preis der Stadt Gera eine weit orientierte, viel versprechend sachbezogene wie engagierte Förderung zeitgenössischer Kunst (im Bewusstsein der Tatsache, dass auch künstlerische Qualität eine historische Kategorie ist). Diese anspruchsvolle und offene Konzeption des Dix-Preises erweist sich heute als unverzichtbare Voraussetzung dafür, auf die in alle Richtungen explodierende Kunstentwicklung der Gegenwart angemessen reagieren zu können.

Das Procedere von Jury-Auswahl, Preiskandidaten-Ausstellung und Katalog

Der Preisträger wird durch eine fünfköpfige Jury, die in jeweils neuer Konstellation am Ende des Vorjahres der Preisverleihung tagt, aus einem ausgewählten Kreis von Künstlern ermittelt.
Der Jury gehören jeweils ein Vertreter der Stadt Gera/Kunstsammlung Gera als Veranstalter und ein Vertreter/Beauftragter des Förderers an. In Absprache werden jeweils drei Jury-Mitglieder aus wechselnden Bereichen - Museum, Kunstvermittlung, Medien, Kunst - eingeladen. Besonders wichtig ist den Initiatoren, dass jeweils mindestens ein Künstler in der Jury vertreten ist.

Der Otto-Dix-Preis ist ein reiner Jury-Preis, d.h. jedes Jury-Mitglied stellt zwei Preiskandidaten vor. Der ermittelte Preisträger und alle Preiskandidaten werden in einer unter Regie der Kunstsammlung Gera zusammengestellten gemeinsamen Ausstellung in der Kunstsammlung Gera im Anschluss an die Preisverleihung sowie mit einem fundierten Katalog als Dix-Preis- und Künstlerdokumentation vorgestellt. Auf diese Weise soll der Auswahlprozess der Jury für die Öffentlichkeit transparent gemacht und zugleich auch ein differenzierter Einblick in die jüngere zeitgenössische Kunstentwicklung ermöglicht werden.

Die Preisverleihung und gleichzeitig Eröffnung der Otto-Dix-Preis-Ausstellung findet im Festsaal der spätbarocken Orangerie, dem Haupthaus der Kunstsammlung Gera statt. Die Ausstellung mit dem Preisträger und allen Preiskandidaten wird in einem oder beiden Flügeln der Orangerie präsentiert. Im Anschluss an die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung wird im Garten des Otto-Dix-Hauses Gera ein Künstlerfest veranstaltet, das nicht nur für Künstler und Galeristen, sondern auch für Gäste und Interessenten aus der Geraer Bevölkerung offen steht.

Chronologie der Otto-Dix-Preisträger:

Otto-Dix-Preis 1992
Preisträger: Michael Scheffer, Leipzig, geb. 1953 (Fotografie)

Otto-Dix-Preis 1994
Preisträgerin: Asta Gröting, Düsseldorf, jetzt Berlin, geb. 1961 (Skulptur, Installation)

Otto-Dix-Preis 1996
Preisträger: Rolf Bier, Hannover, geb. 1960 (Malerei, Installation)

Otto-Dix-Preis 1998
Preisträger: Daniel Richter, Hamburg, geb. 1962 (Malerei)

Otto-Dix-Preis 2001
Preisträger: Tobias Rehberger, Frankfurt/Main, geb. 1966 (Concept art, Installation, Skulptur)

Otto-Dix-Preis 2003
Preisträger: Markus Wirthmann, Berlin, geb. 1960 (Installation, Skulptur)

Otto-Dix-Preis 2008
Preisträgerin: Jorinde Voigt, Frankfurt/Main jetzt Berlin, geb.1977 ( Malerei)

Otto-Dix-Preis 2010
Preisträger: Matthias Bitzer, Stuttgart jetzt Berlin, geb. 1975 (Malerei)

Otto-Dix-Preis 2012
Preisträger: Jan Prokof, Schwedtk, geb.1977 (Holzschnitt)

Dass sich der Otto-Dix-Preis in der vergleichsweise kurzen Zeit seines Bestehens (seit 1992) zu einem etablierten Förderpreis für junge Kunst im deutschsprachigen Raum entwickelt hat, beweist nicht nur das zunehmende Interesse der Medien und der Öffentlichkeit, sondern auch das in der jungen Kunstszene selbst.
Zur Sicherung einer längerfristigen Weiterführung des Otto-Dix-Preises setzt die Stadt Gera auch perspektivisch auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Kultur- und Kunstförderung der privaten Wirtschaft.
Als neuer Partner der Stadt Gera für den Otto-Dix-Preis fungiert seit 2008 das Energie-Unternehmen GDF Suez, das durch sein Engagement gerade am Ort der Wurzeln des bedeutenden deutschen Malers der Moderne einen der renommiertesten Nachwuchsförderpreisen in der deutschen Kunstszene unterstützen will.