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Publikumspreis für "Testfahrer"

Bürgermeister Norbert Hein (2.v.r.) gratulierte Regisseur Florian Arndt und Arvid Neid vom Produktionsteam Filmfabrik Mühlhausen im Beisein von Moderator Dominik Pöll (v.l.) zur Auszeichnung ihres Films "Testfahrer" mit dem Publikumspreis im Wettbewerb Deutscher Jugendvideopreis. Die Preisverleihung war am Sonntag der Abschluss des 25. Bundesfestivals Video, das bereits zum zweiten Mal in Folge in der Otto-Dix-Stadt Gera zu Gast war.





(Ilka Plötner/KJF) Happy End in Gera

(Pressemitteilung des Bundesfestivals Video)

Eindrucksvolle Preisverleihung beim Bundesfestival Video in Gera, 31 Preise an Sieger und Platzierte überreicht, junge und ältere Nachwuchsfilmer mit faszinierenden Produktionen, würdiges Jubiläum in der Otto-Dix-Stadt Gera

Mit der feierlichen Preisverleihung im Konzertsaal des Großen Hauses in Gera ging am Sonntag (17. Juni)das diesjährige Bundesfestival Video zu Ende. Seit Freitag hatten die 35 nominierten Filmemacher ihre Produktionen der Jury und dem Publikum präsentiert. Während der zweistündigen Preisverleihung wurden insgesamt 31 Preise in den beiden Wettbewerben Deutscher Jugendvideopreis und Video der Generationen an die „Besten der Besten“ überreicht. Mehr als 500 Teilnehmer und Besucher waren für drei Tage Gast beim wichtigsten Festival für Nachwuchsfilmer.

Über 8.000 Filmemacher aus ganz Deutschland hatten in diesem Jahr über 700 Filme eingereicht und damit erneut die Bedeutung der Bundeswettbewerbe unterstrichen. Inhaltlich bildeten die vorgelegten Produktionen die gesamte Bandbreite jugendkultureller und gesellschaftspolitischer Fragen ab – etwa Fragen nach dem Sinn und den Perspektiven des Lebens ganz allgemein, des Umgangs mit demenzkranken Patienten oder der Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Die weiter gewachsene Professionalität in der filmtechnischen Umsetzung werten die Preisstifter, Initiatoren und Veranstalter der Bundeswettbewerbe als Indiz für die ungebrochene Attraktivität des Filmemachens – nicht zuletzt im Nachwuchs- und Amateurbereich.

Heike Taubert, Ministerin für Soziales, Familien und Gesundheit in Thüringen, und Prof. Dr. Ralf Vollbrecht, Vorsitzender des Kuratoriums des KJF, hatten in ihren Grußworten betont, dass das Bundesfestival Video zeige, dass Medien als Chance und Bereicherung des Lebens wahrgenommen und genutzt werden müssen. Im Zusammenspiel von pädagogischer Begleitung, technischer Unterstützung und Ermöglichung kreativer Freiräume könnten junge und ältere filmbegeisterte Menschen so eindrucksvolle inhaltliche und künstlerische Impulse setzen.

Im Anschluss hatten Geras Bürgermeister Norbert Hein, Michael Panse, Thüringer Beauftragter für das Zusammenleben der Generationen, und Volker Amrhein, Projektleiter des Projektbüros „Dialog der Generationen" die Preise an die Filmemacher überreicht.

Als Ehrengast der Preisverleihung wurde Benjamin Quabeck begrüßt, der 1996 mit einem Film beim Deutschen Jugendvideopreis erfolgreich gestartet war. Der Drehbuchautor, Regisseur und Cutter arbeitet heute für zahlreiche Produktionen. Seine Botschaft an den Filmnachwuchs: „Traut euch weiterhin, eure Filme zu machen, so wie sie ihr denkt, dass es richtig ist. Habt Mut, diese Filme auch anderen zu zeigen und vergesst dabei nie die ‚Liebe zum Film‘!“

Ein Höhepunkt des Veranstaltungswochenendes waren elf Workshops, die den Filmemachern und allen Interessierten wertvolle Tipps und Hintergrundinformationen zu verschiedenen Themen des Filmemachens gaben. Die Thüringer Landesmedienanstalt und der Offene Kanal Gera hatten diese Angebote konzipiert und die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt.

Christian Exner, Leiter des Bundesfestival Video: „Es gibt quasi keinen Film beim Bundesfestival, dessen Geschichte oder Machart dem Zuschauer irgendwie bekannt vorkäme. Jeder Film verkörpert eine höchst individuelle Sicht auf die Dinge und ist in diesem Sinne einzigartig, erfrischend, überraschend. Im 25. Jahr des Deutschen Jugendvideopreises und des Festivals gilt diese Feststellung wie im Gründungsjahr 1988. Das erklärt die ungebrochene Anziehungskraft dieser Veranstaltung.“

Ideale Voraussetzungen hatten die Otto-Dix-Stadt Gera und die Partner des Bundesfestivals aus Thüringen geboten. Neben der Thüringer Staatskanzlei, dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit bzw. der Stadt Gera hatten vor allem die Thüringer Landesmedienanstalt – vertreten durch den Offenen Kanal Gera – sowie die Deutsche Kindermedienstiftung Goldener Spatz das Bundesfestival Video auch im zweiten Jahr in Gera zum Erfolg werden lassen.

Dr. Eva Bürgermeister, Leiterin des veranstaltenden Kinder- und Jugendfilmzentrums in Deutschland (KJF): „Vielen Dank Gera! Unsere Partner vor Ort haben wieder maßgeblich dazu beigetragen, dass während der drei Festivaltage nicht nur Erstaunliches auf der Leinwand zu sehen war, sondern die Organisation perfekt und professionell klappte. Wir sind hier mit offenen Armen empfangen worden – das liegt ganz sicher an der langjährigen Tradition Geras als Stadt des Kinder- und Jugendfilms. Vielleicht konnten wir mit dem Bundesfestival aber auch den einen oder anderen neuen Impuls für die regionale Filmszene geben.“

Das Bundesfestival Video ist als Wanderfestival konzipiert. Nach 2011 und 2012 in Gera wird im kommenden Jahr voraussichtlich Halle in Sachsen-Anhalt Austragungsort sein.

Der Publikumspreis im Wettbewerb Video der Generationen ging an:
„Kalp unutmaz – Das Herz vergisst nicht“
Yasemin Markstein, Ayla Yildiz
22 und 20 Jahre, Wuppertal, Nordrhein-Westfalen, 56 Min.
Jury: Bei Demenzerkrankungen lässt das Gedächtnis nach – aber das Herz vergisst nicht. Das spürt man in diesem intensiven Dokumentarfilm, der auch vom Austausch zwischen den Generationen handelt; von einem Austausch, der von zärtlichem Umgang geprägt ist. Ayla Yildiz und Yasemin Markstein haben sich dem schwierigen Thema der Pflege von an Demenz erkrankten Menschen in einer gelungenen Mischung aus Nähe und Distanz genähert. Ihr faszinierender Blick auf innerfamiliäre Strukturen in türkischen Familien erzeugt Empathie und Nachdenklichkeit, bringt auch die Probleme für die Angehörigen deutlich zur Sprache und spart weder Kritik an unserem Gesundheitssystem noch an tradierten Rollenmustern aus.

Der Publikumspreis im Wettbewerb Deutscher Jugendvideopreis ging an:
„Testfahrer“
Florian Arndt, Filmfabrik Mühlhausen
18 - 21 Jahre, Mühlhausen, Thüringen, 23.39 Min.
Jury: Volkmar Kirschbaum ist 69 Jahre alt, Rollstuhlfahrer und chronisch krank. In dem sensiblen Porträt des Filmemachers Florian Arndt erzählt er über sein Leben und die Schicksalsschläge, die ihn geprägt haben. Dem Film gelingt die Gratwanderung, zu berühren und doch nie sentimental zu werden. In kürzester Zeit schneidet der Film so vielfältige Themen wie Leid, Sexualität, Freude und Nachbarschaft an und gibt so nach und nach einen Einblick in ein facettenreiches Leben, das von einer unglaublichen Lebensfreude geprägt wird.

Vollständige Liste der Preisträger – inklusive Jurybegründungen:
www.jugendvideopreis.de und www.video-der-generationen.de



Veröffentlichung: 18.06.2012