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Geraer erleben bewegende Gedenkveranstaltung der Schlacht um Arnheim

Tief bewegt haben der Vorsitzende des Geraer Stadtrates Dieter Hausold, die Dezernentin Wirtschaft und Verwaltungsmanagement Dr. Karin Vöckler und Dr. Wolfgang Neudert, Mitglied des Stadtrates, die Gedenkveranstaltung der Schlacht um Arnheim am 21. September erlebt. „Es war eine sehr ergreifende und zugleich überaus herzliche Zeremonie“, sagte Dieter Hausold.


Besonders habe ihn bewegt, dass die Geraer aus dem Land der ehemaligen Kriegsgegner, die für so viel Leid verantwortlich waren, den Tag gemeinsam mit den Kriegsveteranen der Alliierten begehen konnten. Bei dem Besuch sei einmal mehr deutlich geworden, wie wichtig persönliche Begegnungen für ein friedliches Miteinander sind. Deshalb werde er sich für eine weitere Vertiefung der Kontakte zwischen Arnheim und Gera einsetzen. Dafür biete das 25. Jubiläum der Städtepartnerschaft, das in der kommenden Woche gemeinsam mit weiteren Partnerschaftsjubiläen begangen wird, einen sehr guten Anlass, betonte der Stadtratsvorsitzende.

In Gesprächen mit der Arnheimer Bürgermeisterin Pauline Krikke, ihrem Stellvertreter Gerrie Elfrink, dem zweiten Vorsitzenden des Stadtrates Jurgen Elfrink und der Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Gera-Arnheim Marianne Pas- Hendriks seien viele Parallelen zwischen Gera und Arnheim deutlich geworden. Neben der Geschichte werde dies besonders an aktuellen Themen der Stadtentwicklung deutlich: So habe Arnheim gerade einen großen Umbau des Bahnhofs abgeschlossen und plane einen Grünzug als Verbindung zur Nachbarstadt Nimwegen. Über den Austausch zu Fragen der Stadtentwicklung hinaus wird das Jubiläum auch genutzt, um die Kontakte in Sport, Kunst und Musik zu vertiefen. Vielfältige Begegnungen seien die beste Würdigung des Jubiläums, bekräftigte Hausold.

Die Schlacht um Arnheim begann am 17. September 1944 mit der größten Luftlandeoperation der Militärgeschichte. Dabei waren 1944 rund 35.000 alliierte Soldaten im Gebiet zwischen Arnheim und Nimwegen abgesetzt worden. Der deutsche Widerstand war indes nicht zu brechen. Unter hohen Verlusten zogen sich Briten, Polen und Kanadier vom 25. September an zurück. Die Stadt wurde evakuiert, die Bevölkerung durchlitt einen Hungerwinter mit Tausenden Toten. Auch für das deutsche Volk hatte die Schlacht bei Arnheim verheerende Folgen, da sie die Befreiung vom Nationalsozialismus um Monate verzögerte.

Die freundschaftlichen Kontakte zwischen Arnheim und Gera reichen bis ins Jahr 1987 zurück, als eine Vereinbarung über Freundschaft und Zusammenarbeit unterzeichnet wurde. Vor allem seit der politischen Wende 1989 kam es zu zahlreichen Begegnungen von Bürgerinnen und Bürgern beider Städte. Besonders intensiv sind die Beziehungen auf kulturellem Gebiet. So arbeiten die Kunstsammlungen intensiv zusammen und haben gemeinsame Ausstellungsprojekte realisiert. Ebenso beteiligen sich Arnheimer Künstler an der Höhler Biennale und pflegen gute Kontakte zu Geraer Künstlerkollegen.

Foto:
Dieter Hausold im Gespräch mit Bob Long (Standard bearer) aus Cambridge



Veröffentlichung: 25.09.2012