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Jahresempfang der Stadt Gera und der Wirtschaft 2017

Rede der Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn


Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte verzeihen Sie mir, wenn ich diese einfache Anrede wähle und auf die Aufzählung der sicherlich vielen bedeutenden Anwesenden verzichte.

Aber manche Anwesende zu erwähnen und manche nicht, das erscheint mir bei dem Kreis, der sich hier und jetzt versammelt hat, nicht gerecht.

Denn ich freue mich gleichermaßen, dass jeder von Ihnen meiner Einladung zum traditionellen Jahresempfang in unser schönes Theater gefolgt ist.

Seien Sie alle willkommen!


(Stadtverwaltung/Steffen Weiß ) Und wenn ich schon mal dabei bin, mit Normen in meiner Rede zu brechen, so will ich etwas an den Anfang setzen, was viele erst zum Schluss sagen. Nämlich ein Dankeschön.

Ich danke unserem Staatsballett, das zum Auftakt unseres Festaktes brilliert hat und allen Künstlern, die den heutigen Abend gestalten.

Ich danke allen, die an der erfolgreichen Entwicklung unserer Stadt Anteil haben: den innovativen Unternehmern mit ihren Belegschaften, den engagierten Mitgliedern des Stadtrates, den Ortsteilbürgermeistern und ihren Räten, den vielen tausend Ehrenamtlichen in den Vereinen, den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren, den Kirchgemeinden, den Sponsoren und Förderern.

Ich danke all denen, die es mit ihren Spenden möglich gemacht haben, dass der Jahresempfang auch 2017 nicht den Haushalt der Stadt belastet.

Ich danke all den vielen fleißigen Helfern, ohne deren Herz und Verstand so ein Abend gar nicht durchführbar wäre.

„Ihr könnt predigen was ihr wollt, aber predigt niemals über 40 Minuten.“ Das soll Martin Luther einmal gesagt haben.

Ich will mich daran halten und das nicht nur, weil Reformationsjahr ist – sondern weil jede Minute, die ich rede, für Sie weniger Zeit bedeutet, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Und dabei ist dieser Abend doch ein Abend für Sie alle, ein Abend des Miteinanders für Gera.

Wir wollen positive Gedanken aussenden – denn die schaffen ein positives Klima, in dem Gera wachsen kann.

Gera wächst. Weiter und stärker.

Gera ist produktiv, innovativ, positiv.

Nirgendwo sonst in Ostthüringen ist die Stimmung so gut wie hier. Das sagt die IHK.
Nirgendwo sonst in Ostthüringen sind die Auftragsbücher so gut gefüllt wie hier – das sagt die Handwerkskammer.


(Stadtverwaltung/Steffen Weiß) Gera ist positiv. Viele Unternehmer, viele Handwerker reden gut von Gera und werben so für unsere Stadt.

Dass das so ist, weiß ich von meinen Unternehmerrunden, von meinen wöchentlichen Besuchen in den Betrieben, aus den vielen Gesprächen mit der Handwerkerschaft.

Gera ist innovativ. 50 Millionen Euro Investitionen in der Getzner-Weberei, 45 Millionen für die Erweiterung von Stahlo. Im nächsten Monat startet der Zulieferer AGA Zerspannungstechnik seine Serienproduktion im Gewerbegebiet Gera-Hermsdorf – eine Investition von 5,5 Millionen Euro. Kaeser will für mehrere Millionen Euro erweitern, nachdem 15 Millionen Euro in ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum investiert wurden. Hier verbinden sich Tradition mit Innovation zu Zukunft, wie ich zum 140-jährigen Firmenjubiläum des Kompressorenwerkes am vorigen Sonnabend erlebt habe. Die Firma Dingwerth-Logistik nimmt 1,7 Millionen Euro in die Hand, um eine 3000 Quadratmeter große Halle zu bauen. Gerade das verarbeitende Gewerbe war immer ein Schwachpunkt. Da holen wir ordentlich auf.

An der Berliner Straße hat die Firma Schuh Petters ihren neuen Firmen- und Produktionssitz eröffnet, der Gewerbestandort Elstercube hat sich mit seinen 11.000 Quadratmetern Gewerbefläche zu einem wirtschaftlichen Leuchtturm in der Region entwickelt.

Und das sind nur einige Beispiele von dem, was in Gera geschieht.
Dass wir eine unternehmerfreundliche Stadt sind, das können Sie auch daran erkennen, dass es nach der überaus erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr Anfang November die zweite Auflage der „Langen Nacht der Wirtschaftslöwen“ geben wird.

(Stadtverwaltung/Steffen Weiß) Gera ist Wissenschaft und Forschung, Gera ist Bildung. Wir sind Hochschulstadt – mit steigenden Studentenzahlen. Unsere Berufsakademie wurde Duale Hochschule, wir haben eine erfolgreiche Hochschule für Gesundheit.

Gera ist Bildung – und das heißt Schüler. Wir brauchen mehr Schulen, weil wir steigende Schülerzahlen haben. Am Campus Rutheneum sind Fortschritte für jeden sichtbar, für die christliche Gemeinschaftsschule sind die Weichen gestellt. Und damit es auch an der Ostschule und am Liebegymnasium schneller vorangeht, habe ich diese Projekte gemeinsam mit Rutheneum und Orangerie zur Chefsache gemacht.

Gera ist Kultur.

Mit der Finanzierungsvereinbarung haben wir die Zukunft unseres Theaters, des einzigen 5-Sparten-Theaters in Thüringen, gesichert. Ich bin sehr stolz, dass unser Theater vor einigen Tagen mit dem Theaterpreis des Bundes 2017 ausgezeichnet wurde. Wachsende Zuschauerzahlen und steigende Einnahmen untermauern diesen Erfolg.

Zum 125. Geburtstag von Otto Dix wurde sein Geburtshaus wiedereröffnet. Mit der Galerie A1, der Kunstzone M1, der Kulturpraxis und unserem Dix-Haus ist in Untermhaus ein Dix-Viertel entstanden. Eine lebendige Mischung aus privaten Engagement und städtischem Museum.

Wir investieren 1,9 Millionen Euro, um die Orangerie zu sanieren und zu modernisieren. Danach können die Werke des großen Sohnes unserer Stadt zum ersten Mal unter angemessenen Bedingungen präsentiert werden.

Gera ist seit dieser Woche als 29. Station in die Straße der Musik aufgenommen worden.


(Stadtverwaltung/Steffen Weiß) Gera ist Kultur. Im Haushalt 2017 haben wir zum ersten Mal Gelder aus dem Kulturlastenausgleich für Projekte der freien kulturellen Szene der Stadt zur Verfügung gestellt - 60.000 Euro.

Der Kulturlastenausgleich war bisher nur dazu da, Löcher im Bereich Kultur, die an anderer Stelle entstanden sind, zu stopfen.

Das haben wir geändert. Denn für jedes Projekt bringen die Träger Eigenmittel und ganz viel Engagement auf. So können wir der Kultur in unserer Stadt viel direkter helfen.

Gera ist Sport. Bereits im dritten Jahr in Folge verzeichnen unsere Sportvereine ein kräftiges Mitgliederwachstum – 16.346 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind mittlerweile in 112 Vereinen organisiert. Im vergangen Jahr gab es 28 nationale und internationale Sportveranstaltungen in unser Stadt.
Gera ist Sport – und unsere Sportler sind hoch motiviert.

Der Rollschnelllaufverein bringt 60.000 Euro auf, um die Bahn im Ufer-Elster-Park zu sanieren. Die Geraer Sportschützen investierten 30.000 Euro in ihre neue Wettkampfstrecke. Der Tennis-Club steckte 45.000 Euro in seine Anlage und seinen Übungs- und Wettkampfbetrieb. Der TSV Westvororte baute eine Mountainbike Strecke, die in der Region ihresgleichen sucht. Da stecken 3000 Arbeitsstunden Eigenleistung drin!

Gera ist voller guter Nachrichten.

So hatten unsere Stadtfeste 700.000 Besucher, konnte das Kultur- und Kongresszentrum sein 35-jähriges Jubiläum feiern. Unsere Parkeisenbahn konnte ihren zweimillionsten Fahrgast begrüßen, ein neuer Radweg führt nach Weißig. Boxlegende Ulli Wegner wurde Ehrenbürger.

Doch die schönste Nachricht ist der Geburtenzuwachs in unserer Heimatstadt. Sie erinnern sich? Im Dezember hatte ich zum ersten Babyempfang geladen und wer dabei war, dem ist das Herz aufgegangen: Muttis und Vatis, Omas und Opas waren mit ihrem Nachwuchs ins Kultur und Kongresszentrum gekommen und das Foyer wurde so zum größten Kinderwagenparkplatz in der Geschichte unserer Stadt.

Die Zeichen stehen gut, dass unsere Stadt in wenigen Jahren wieder die 100.000-Einwohner-Marke überschreitet.


(Stadtverwaltung/Steffen Weiß) Gera ist Zukunft. Und dass das so ist und bleiben wird, dafür sorgen wir Tag für Tag.

Sorgen wir alle zusammen dafür, dass die Wirtschaft weiter wächst, dass wir in Bildung investieren können.

Sorgen wir dafür, dass die Kunst sich bei uns wohlfühlt, dass der Sport Gera als seine Heimat sieht.

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass Gera das Zentrum in Ostthüringen bleibt, dass von hier aus Innovation und positives Denken eine ganze Region erobern.
Dabei freue ich mich ganz besonders, dass wir auch weiterhin kreisfrei bleiben werden.

Erinnern wir uns: Bis vor einem Vierteljahr galt es als ausgemacht, dass Gera die Kreisfreiheit verliert. Von der einst stolzen Residenzstadt, später Bezirksstadt und kreisfreien Stadt abgestuft zu einer kreisangehörigen Stadt, über der Altenburg als Kreisstadt thront.

Das wollten die Bürger mehrheitlich nicht. Gera durfte nicht zum Oberzentrum 2. Klasse herabgestuft werden. Denn dann wäre nicht nur die Stadt Gera, sondern die ganze Region der Verlierer gewesen. Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft, den Vereinen und nicht zuletzt den Kommunalpolitikern aus der Nachbarschaft – ganz gleich, welcher Partei sie angehören – für ihre Unterstützung im Kampf um die Kreisfreiheit. Wir haben gekämpft.

Unser Engagement und unsere überzeugenden Argumente haben sich auch hier bezahlt gemacht.

Mit Leidenschaft und Verstand haben wir die Zusage erreicht, dass Gera kreisfrei bleibt. Ich erwarte, dass es dabei bleibt. Wohlwissend, dass das letzte Wort der Landtag spricht. Für Gera steht der Stadtratsbeschluss, der mich ermächtigt, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Interessen der Stadt im Zuge der Gebietsreform zu wahren.

Veröffentlichung: 16.01.2014