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Broschüre "Radverkehr in Mitteldeutschland"


Seit einigen Jahren erfreut sich das Fahrrad einer wieder zunehmenden Beliebtheit in der Bevölkerung. Zunächst beschränkten sich die Zuwachsraten insbesondere auf den touristischen Radverkehr, der sich mittlerweile zu einem nicht mehr weg zu denkenden Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Demgegenüber haben im Alltagsverkehr bislang die Universitätsstädte mit ihren Studierenden als „typischem Radfahrerklientel“ profitiert. Doch in der jüngeren Vergangenheit verzeichnen auch andere Städte einen Anstieg des Radverkehrs. Technische Fortentwicklungen, z.B. Elektrofahrräder, ein verändertes Bewusstsein der Menschen und die Förderung dieses umweltfreundlichen Verkehrsmittels durch die Städte haben dem Radverkehr deutliche Zuwachsraten am alltäglichen Verkehrsgeschehen beschert. Und es gibt zahlreiche Gründe, den Radverkehr im Rahmen einer nachhaltigen und stadtverträglichen Verkehrspolitik weiter zu stärken:

• Der Radverkehr zeichnet sich gegenüber dem motorisierten Individualverkehr (MIV) durch einen deutlich geringeren Flächenverbrauch aus. Gelingt es, Fahrten des MIV durch den Radverkehr zu substituieren, so können die Kosten für die Vorhaltung von Verkehrsflächen reduziert werden.
• Insbesondere in Zentren, in denen sich der Verkehr sowohl aus der Stadt als auch dem umgebenden Umland konzentriert, resultieren hohe Lärm- und Luftschadstoffbelastungen, die vor dem Hintergrund der dichten Besiedlung als besonders störend empfunden werden. Hierunter leiden nicht nur die Anwohner, auch Grundstücke und Gebäude verlieren hierdurch an Wert. Damit bekommt die Radverkehrsförderung auch eine wirtschaftliche Dimension.
• Das gegenüber dem Kfz-Verkehr im Allgemeinen niedrigere Geschwindigkeitsniveau im Radverkehr reduziert sowohl die Häufigkeit als auch das Schadensausmaß von Unfällen.
• Radverkehr ist aktive Gesundheitsvorsorge.

Unter Federführung der Metropolregion Mitteldeutschland ist nunmehr eine Broschüre entstanden, welche den Umgang der verschiedenen Mitgliedsstädte der Metropolregion mit der Thematik „Förderung des Radverkehrs“ sowie die vielfältigen verkehrspolitischen, -organisatorischen und infrastrukturellen Maßnahmen beleuchtet. Für jede Stadt wird nach einer kurzen Einleitung und Vorstellung der verkehrspolitischen Zielstellung eine innerstädtische Route vorgestellt, entlang welcher positive Beispiele der Radverkehrsförderung dargestellt werden. Für die Stadt Gera sind hierbei besonders hervorzuheben:

• die attraktive Führung sowie die über weite Strecken gut ausgebauten Radwege „Thüringer Städtekette“ und „Weiße Elster“, welche neben ihrer touristischen Funktion auch zahlreiche innerstädtische Radverkehrsrelationen aufnehmen,
• die typischen Radwegunterführungen an Knoten (z.B. am Omega oder an der Heinrichsbrücke), welche eine komfortable und zugleich sichere Radverkehrsführung bieten,
• die Ergänzung des Radverkehrsnetzes durch Tempo-30-Zonen oder verkehrsberuhigte Bereiche, wenn separate Radverkehrsanlagen nicht möglich oder sinnvoll sind,
• die optimale Verknüpfung mit dem Schienenverkehr (Hauptbahnhof, Südbahnhof) bzw. dem städtischen Nahverkehr (zentrale Umsteigestelle in der Heinrichstraße).

Neben einer Würdigung des bereits Erreichten verdeutlicht der Vergleich mit den anderen Städten aber auch, dass es weiterer Anstrengungen bedarf, die bestehenden Potentiale bei der Radverkehrsnutzung insbesondere im Alltagsverkehr zu erschließen. Die Broschüre versteht sich dabei auch als Ideengeber, mit welchen Maßnahmen der Radverkehrsanteil weiter erhöht werden kann. Die Stadt Gera verfolgt hierbei folgende Ziele:

• weitere Komplettierung des Radwegenetzes bzw. Schließung von Netzlücken (durch bauliche und verkehrsorganisatorische Maßnahmen) sowie eine ausreichende Dimensionierung und funktionale Gestaltung von Abstellanlagen,
• Abbau physischer Barrieren (z.B. durch Bordabsenkungen),
• verbesserte Schaltungen für Radfahrer an Lichtsignalanlagen zur Verringerung der Wartezeit,
• Abbau von Sicherheitsdefiziten (insbesondere an Knotenpunkten und Querungsstellen),
• weitere Verbesserungen bei der Verknüpfung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr,
• Berücksichtigung des Radverkehrs als Bestandteil einer nachhaltigen Mobilitätskultur.

Darüber hinaus enthält die Broschüre auch eine Übersichtskarte über die wichtigsten Radfernwege in Mitteldeutschland, über welche die Mitgliedsstädte der Metropolregion untereinander verbunden sind. Passionierte Radfahrer finden hier sicherlich die eine oder andere Anregung für ihre nächste Radtour. Die Stadt Gera hofft jedoch, auch jene Menschen, die bislang nur selten das Fahrrad nutzen, animiert zu haben, in Zukunft öfter umweltfreundlich und im Sinne der eigenen Gesundheit und Aktivität mobil zu sein.

Interessierte können die Broschüre im Fachdienst Tiefbau (Ernst-Toller-Straße 15) erhalten oder über den entsprechenden Link im Downloadbereich einsehen. Darüber hinaus stehen Ihnen bei Fragen sowohl der Radverkehrsbeauftrage der Stadt Gera als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachgebiets Verkehrsplanung zur Verfügung.

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