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Der akute Schlaganfall

Gute Chancen bei schneller Einweisung in Schlaganfallstation

Noch zu häufig werden Symptome eines akuten Schlaganfalles fehlgedeutet oder es wird nach dem Motto gehandelt: Erst mal abwarten, ob es nicht von selbst wieder weggeht. Eine mögliche Ursache für dieses Verhalten könnte sein, dass der übliche Schlaganfall - im Gegensatz zum Herzinfarkt – nicht schmerzhaft ist. Dabei sind die Zeichen eines Schlaganfalles relativ eindeutig: eine plötzlich einsetzende Schwäche (Lähmung), eine Gefühlsstörung einer Körperseite oder eine Sprach- oder Schluckstörung. Aber auch ein akut einsetzender Schwindel oder eine Gangstörung sind typische Zeichen eines akuten Schlaganfalles. Bei solchen Symptomen ist es notwendig, unmittelbar den Notarzt (bundesweite Telefon-Nr.: 112) anzufordern. Nur eine sehr rasche Einweisung in eine Klinik mit einer Stroke Unit (Schlaganfall-Einheit) verbessert die Chancen, die Klinik mit wenig oder keiner Behinderung später wieder verlassen zu können.

Um eine optimale Versorgung bei Schlaganfall-Patienten zu gewährleisten, verfügen die Notärzte über sogenannte Checklisten, um die wesentlichen Informationen von den Angehörigen zu erfragen. Dazu gehört der Zeitpunkt, an welchem die Symptome begonnen haben, die Erfragung von wesentlichen Vorerkrankungen inklusive. einer Vorbehandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten und natürlich die Telefonnummer der Angehörigen für eventuelle Nachfragen. In der Klinik muss durch eine spezielle Röntgen-Untersuchung (meist Computertomographie) geklärt werden, ob eine Blutung ins Gehirn bzw. in das Gehirn umgebende Strukturen vorliegt oder ob eine Durchblutungsstörung Ursache der akuten Beschwerden ist. Die Behandlung der beiden Schlaganfallarten ist grundlegend verschieden. Eine Blutung muss eventuell operiert werden. Bei einer Durchblutungsstörung ist zu entscheiden, ob eine sogenannte Auflösungstherapie (Lyse) durchgeführt werden kann. Diese Lyse zeigt die besten Ergebnisse, wenn sie zeitnah durchgeführt wird - sie darf bis maximal 4,5 Stunden nach Akutereignis begonnen werden. Diese Therapie erfolgt bereits auf der Stroke Unit.

Auf dieser speziellen Schlaganfall-Station, auf der besonders geschultes Personal arbeitet und in welcher auch die apparativen Voraussetzungen für eine Schlaganfall-Therapie bestehen, beginnt unmittelbar nach Eintreffen in der Klinik die Untersuchung zur Ursache des Schlaganfalles. Darüber hinaus wird sofort mit der Rehabilitation durch Schluck- und Sprechtherapeuten, Ergotherapeuten, Schwestern und Physiotherapeuten begonnen. Werden diese Hinweise beachtet, bestehen gute Chancen, dass der Schrecken der Diagnose Schlaganfall langsam verblasst, dass weniger Patienten nach einem Schlaganfall mit schweren bleibenden Behinderungen überleben und dass die Sterblichkeit beim Schlaganfall weiter reduziert werden kann. Dr. med. Roger Schubert, Chefarzt Klinik für Neurologie

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