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Die beste Erdwallburg Deutschlands in Naulitz

Die Anwohner und Vereine sorgen gemeinsam für eine Stadtnahe Idylle (Foto oben). Zum jährlichen Kürbisfest werden die Höfe und Häuser zudem mit Kürbissen dekoriert (Foto unten links) und auch aus anderen Orten werden die Früchte nach Naulitz gebracht um am Wettbewerb um den größten und schwersten Kürbis teilzunehmen. Mit Maibaumsetzen (Foto unten rechts) und weiteren Festen werden auch immer zahlreiche Gäste aus dem Umland angelockt. (Fotos: Stadtverwaltung, Harry Schmidt) Naulitz ist der kleinste Ortsteil und wechselte vor 20 Jahren von Ronneburg nach Gera

Naulitz liegt an der B7 in Richtung Ronneburg und ist mit derzeitig 119 Einwohnern der kleinste Ortsteil der Stadt Gera. Neueste Erkenntnisse sagen, dass die älteste bekannte Erwähnung aus dem Jahr 1285 stammt, die Niederlassung aber urkundlich erstmals im Jahr 1301 verbrieft ist. In dieser geht es um den Ritter Henrico de Nuweliz und dessen Frau Hedwig von Mosen. Die adlige Familie lebte auf dem ehemaligen Rittergut. Dessen Existenz ist bis 1354 nachweisbar. Südlich der Ortslage befindet sich auf dem Glockenberg die „Naulitzer Schanze“, heute ein Bodendenkmal, das von einer alten, damals zweiteiligen Burg zeugt. Die aus dem achten Jahrhundert stammende Erdwallburg diente der Bevölkerung als Fluchtburg und gilt heute als die am besten im Urzustand erhaltene Erdwallburg Deutschlands. Neben einigen Höfen im Ortsteil ist die „Naulitzer Schanze“ ein jährlicher Anziehungspunkt beim Tag des offenen Denkmals.

Bis zum Jahr 1952 war Naulitz eine eigenständige Gemeinde und gehörte dann zur Stadt Ronneburg. Am 1. Juli 1994 wurde Naulitz auf eigenen Wunsch nach Gera eingemeindet. Dieser Vorgang gilt bis heute als einmalig. Seit 1994 ist Harry Schmidt Ortsteilbürgermeister von Naulitz. Nahezu alle Ortsteilratsmitglieder begehen mit ihm zusammen das Jubiläum des 20-jährigen ehrenamtlichen Engagements. Darin spiegeln sich auch Vertrauen und Zufriedenheit der Einwohner mit ihrem Ortsteilrat wieder. Beschäftigte des zweiten Arbeitsmarktes tragen, wie auch in den anderen Ortsteilen der Stadt Gera, in Zusammenarbeit mit der OTEGAU - Arbeitsförder- und Berufsbildungszentrum GmbH Ostthüringen/Gera zur Erhaltung und Verschönerung des Ortes bei. Im Jahr 2001 feierte Naulitz sein 700-jähriges Jubiläum und zeigte den Gästen in einer erfolgreichen Ausstellung zur Geschichte, wie die Naulitzer lebten, arbeiteten, feierten und wie sich die Höfe veränderten.

Am 21. August 2001 wurde der „Naulitzer Schanzen e.V.“ gegründet, der sich für die Erhaltung und Pflege des Bodendenkmals „Naulitzer Schanze“ und für das Gefallenendenkmal einsetzt. Auf Wunsch werden Führungen zum historischen Naulitz angeboten. Im Vereinsleben wird das Brauchtum durch 50 aktive Mitglieder gepflegt. Diese organisieren jedes Jahr das Maibaumsetzen, ein Kindefest, den Fasching und das Kürbisfest. Vor allem das Kürbisfest, das jeden ersten Samstag im Oktober stattfindet, erfreut sich einer steigenden Besucherzahl. Wobei nicht nur die Anwohner ihre Kürbisse präsentieren, sondern auch Besucher aus der Umgebung um den schwersten und größten Kürbis wetteifern.
In der Ansicht des Ortsteils hat sich über die vergangenen Jahre so einiges getan. So wurde das alte Wasserhaus (Hochbehälter) abgerissen, welches bis in die 1960er-Jahre für die Wasserversorgung des Ortes notwendig war. 2012 wurden durch den Zweckverband die Trinkwasserleitungen erneuert. Der Naulitzer Schanzenverein hat das ehemalige Kulissenlager des Geraer Theaters in Erbbaupacht übernommen. Von den Naulitzern wurde diese alte baufällige Scheune in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden und privater finanzieller Unterstützung sowie mit Lottomitteln des Freistaates Thüringen zur „Kulturscheune“ ausgebaut. Das Domizil der ehemaligen Freiwilligen Feuerwehr Naulitz wurde zum Versammlungsraum und Büro des Ortsteilrates umgebaut. Durch das Engagement des Ortsteilbürgermeisters wurde Naulitz zum Test-Ort für eine schnelle Internet LTE-Verbindung und besitzt seitdem Zugang zum High-Speed-Netz, was vor allem die ansässigen Firmen freut. Positiv ist zudem, dass vor allem junge Menschen, nach eigener Familiengründung, wieder in die Heimat ziehen um ländlich aber auch stadtnah zu leben. Text: Lars Werner


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