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Der PC stresst die Augen

Dr. Jörg Seewald, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde, vom SRH Wald-Klinikum Gera gibt Ratschläge

Nach einem langen Arbeitstag am PC ist jeder Arbeitnehmer froh, wenn er die Augen irgendwie noch offen halten kann. Unsere Augen sind gerade bei einer Bildschirmtätigkeit sehr gefordert, was häufig zu geröteten und brennenden Augen führen kann.

Meist ist die umfangreiche PC-Arbeit aber nicht die alleinige Ursache für Beschwerden. Bei empfindlichen Menschen, insbesondere bei Vorbelastungen durch trockene Augen, aber auch durch nicht optimal eingestellte Brillen können Probleme bei der Bildschirmarbeit auftreten. Diese äußern sich in einigen Fällen durch ein Druckgefühl und Brennen des Augapfels. Weitere Symptome können Rötungen der Bindehaut oder das Gefühl des unscharfen, verschwommenen Sehens sein.

Nach der Bildschirmarbeitsverordnung BS-V müssen Bildschirme reflexionsarm und nach individuellen Bedürfnissen einstellbar sein. Arbeitgeber sind überdies gesetzlich verpflichtet, den Beschäftigten eine Vorsorgeuntersuchung anzubieten, wenn diese am PC arbeiten müssen.

Neben den gesetzlichen Vorsorgemaßnahmen sollten einige Grundregeln zur Schonung der Augen beachtet werden. Wenn eine günstige Sitz- und Bildschirmposition, ein vernünftiger Arbeitsabstand sowie eine entsprechend optimierte Raumbeleuchtung vorhanden sind, kann man unter Einhaltung der normalen Pausenzeiten problemlos arbeiten. Auch sollte sich bei der Bildschirmarbeit der Kopf in einer aufrechten Position befinden. Wichtig sind ebenfalls eine gute Raumluftbefeuchtung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Darüber hinaus sollte man den Augen zwischendurch immer wieder eine Erholung gönnen (zum Beispiel mit einem Blick in die Ferne oder ins Grüne).
In vielen Fällen können auch Tränenersatzmittel Abhilfe schaffen. In der Regel reicht es jedoch aus, kurze Pausen einzulegen und leicht über die Augen zu streichen, um die Befeuchtung der Augenoberfläche anzuregen. Wenn man älter wird, kann es zu Problemen beim ständigen Blickwechsel vom Bildschirm auf weiter entfernt liegende Gegenstände kommen. Dann empfiehlt sich eine angepasste Bildschirmbrille vom Augenarzt oder Optiker.

Es kann sehr entscheidend sein, diese Hinweise ernst zu nehmen und entsprechend gegenzusteuern, gerade auch weil die durchschnittliche Arbeitszeit am PC immer mehr zunimmt. Langfristig können sich, insbesondere bei nicht ausreichender Brillenkorrektur, Kopfschmerzen, verstärkte Ermüdung und manchmal auch Entzündungen der Lider oder Augenoberfläche einstellen. Ein Augenarztbesuch hilft aber jedem Büroangestellten und privaten PC-Nutzer, langfristig Problemen vorzubeugen. Autor: Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am SRH Wald-Klinikum Gera, Dr. Jörg Seewald



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