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Internationaler Aktionstag „Nein – zu Gewalt an Frauen“

Geraer Netzwerk gegen Häusliche Gewalt stellt in einer Aktion mit den Bürgern am 24. November auf dem Platz vor dem Museum Kerzen für Betroffene auf - Netzwerk gibt Handlungsempfehlungen für Netzwerkpartner als Broschüre heraus

Das Geraer Netzwerk gegen Häusliche Gewalt will am Vorabend des Internationalen Aktionstages „Nein - zu Gewalt an Frauen“ am Montag, 24. November, 16.15 Uhr bis 17 Uhr, in einer stillen Aktion mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt auf dem Platz vor dem Stadtmuseum symbolisch für Betroffene Kerzen aufstellen. Wer will, kann auch einen Namen anheften. Seit zehn Jahren setzt sich das Netzwerk in Gera gegen häusliche Gewalt ein.


Stellen neue Broschüre des Netzwerkes gegen Häusliche Gewalt vor: (v. l., 1. Reihe), Ute Arnold, WEISSER RING, Dorit Karbstein, Frauenhaus Gera, Rechtsanwältin Susanne Adam, Gisela Göldner, Kinderschutzdienst Gera, Sandra Loch, Integrative Beratungsstelle der Diakonie Gera; (von links, 2. Reihe), Kathrin Engel, Interventionsstelle, Hubert Grießer, WEISSER RING, Uta Kühnhold, Frauenhaus Gera, Gusti Dietzsch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gera. Foto: Stadtverwaltung/Helga Walther Mit seinen 22 Netzwerkpartnern bietet es Betroffenen erste Anlaufstelle, Hilfe, Beratung, Unterstützung und weitere Begleitung.
Um diese Zusammenarbeit noch enger zu gestalten, hat das Netzwerk jetzt eine gemeinsame Handlungsempfehlung bei häuslicher Gewalt entwickelt, die als kleine Broschüre in einem Seitenumfang von 30 Seiten frisch gedruckt vorliegt und auch auf den Internetseiten der Partner eingestellt werden soll. Netzwerkpartner die Hilfe bieten sind: die Interventionsstelle GeSa Südostthüringen in der Großen Kirchstraße 9 (Tel. 55 190 27), die Landespolizeiinspektion Gera in der Amthorstraße 6 (Tel. 8234-0),die Staatsanwaltschaft Gera, Bewährungshilfe, Amtsgericht und Familiengericht Gera in der Rudolf-Diener-Straße 1 (Tel. 8340), die Rechtsanwältinnen Monika Hofman in der Humboldtstraße 27 (Tel. 290 09 74) und Susanne Adam in der Clara-Zetkin-Straße 16 (Tel. 54 81 80 60), das Fachgebiet Gesundheit Gera in der Gagarinstraße 68 (Tel. 838 35 01), der Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe Gera in der Gagarinstraße 99 (Tel. 838 34 00), die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt am Kornmarkt 12 (Tel. 838 10 50), die Migrations- und Integrationsbeauftragte Gera in der Gagarinstraße 99-101 (Tel. 838 30 19), die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter in der Erfurtstraße 10 (Tel. 857 670), WEISSER RING, Außenstelle Gera (Tel. 548 57 54), Frauenhaus Gera (Tel. 0365/ 20 05 49, 51390 - rund um die Uhr), der Kinderschutzdienst Gera in der Lobensteiner Straße 49 (Tel. 552 30 20), Schlupfwinkel und Sorgentelefon (Tel. 0800 / 0080080, kostenfrei vom Festnetz), die Integrative Beratungsstelle Gera, DO Diakonie Ostthüringen gem. GmbH, Zabelstraße 2 (Tel. 773 63 21), das Beratungszentrum Gera, Caritasverband für Ostthüringen e.V., in der Zschochernstraße 38/40 (Tel. 552 04 05), das Frauenkommunikationszentrum in der Böttchergasse 1-3 (81 38 71), die Schuldnerberatung der TALI Thüringer Arbeitsloseninitiative in der Richterstraße 4 (Tel. 88 14 25), AufAndHalt, Netz von Betroffenen rechtsextremer Gewalt und rassistischer Diskriminierung Netz e.V. in der Karl-Schurz-Straße 13 (Tel. 71 28 956), die Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle pro familia in der Friedrich-Engels-Straße 14 (Tel. 831 04 16) und das Projekt ORANGE (TäHG) der Bewährungs- und Straffälligenhilfe Thüringen e.V. in der Bahnhofstraße 53 in Bad Köstritz (Tel. 0176 / 10 20 69 04, 0152 / 26 30 65 23).

Ziel ist eine optimale Zusammenarbeit aller Partner, um Opfern häuslicher Gewalt schnell und rechtssicher Schutz und Hilfe zu geben. Täter sollen wirksam zur Verantwortung gezogen werden, das Thema soll enttabuisiert und die Gesellschaft sensibilisiert werden, Gewalt im häuslichen Bereich nicht hinzunehmen. Dabei ist es im Netzwerk wichtig zu wissen, welche Partner welche Hilfen anbieten und welche Aufgaben dabei übernehmen. Jede Institution beschreibt ihre Aufgaben, Angebote und Grenzen. Aus dem praktischen Erfahrungsschatz wurde eine Handlungsempfehlung und Handlungshilfe zu Papier gebracht. Impuls gab das Jenaer Netzwerk, das ebenfalls eine solche Empfehlung auflegte. Über ein Jahr wurde in Gera an diesem „Kompass“ gearbeitet. Ein Flyer für die Betroffenen gibt es schon länger. Übrigens wurden im Jahr 2014 insgesamt 254 Betroffenen Unterstützung und Hilfe durch das Netzwerk gegebenen. Zusätzlich wurden 149 Kinder und Jugendliche betreut, die Zeugen von Gewalt im elterlichen Haushalt geworden sind und mitbetroffen waren. Allein in der Interventionsstelle GeSa Gera gab es 91 erwachsene Betroffene, davon 79 Frauen und 12 Männer. Dabei erlebten 79 Kinder Gewalt zu Hause mit, 28 im Alter zwischen null bis fünf Jahren, 18 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren. Das Frauenhaus erhielt 140 Notrufe, 31 Frauen und 33 Kinder fanden vorübergehend dort Schutz. 90 Frauen wurden ambulant beraten. 11 Frauen und 20 Kinder nutzten nach dem Aufenthalt im Frauenhaus das Gruppenangebot „Starke Mütter – starke Kinder“. 11 Kinder und Jugendliche fanden beim Kinder- und Jugendschutzdienst Hilfe, davon drei im Alter von null bis sechs Jahren, sieben im Alter von 7 bis 13 Jahren.

Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter der Telefonnummer 08000 116 016 entgeltfrei erreichbar.



Veröffentlichung: 17.11.2014