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Gera zeigt Dix in Mexiko und Frankreich

Dix-Jubiläum 2016 mit hochkarätigen internationalen Ausstellungsprojekten – Kreativwettbewerb „Otto eins zwo fünf“ gemeinsam mit der OTZ – Sonderprägung zum 125. Dix-Geburtstag - Stadtmuseum zeigt ab 16. Januar Dix – Das Geburtshaus des Künstlers und die Orangerie werden saniert

Mit vielfältigen Projekten bereitet die Stadt Gera das Otto-Dix-Jubiläum 2016 vor. Am 2. Dezember nächsten Jahres jährt sich der Geburtstag des im heutigen Geraer Stadtteil Untermhaus geborenen Künstlers zum 125. Mal.
Höhepunkt wird die Otto-Dix-Ausstellung in Mexiko-City und Monterrey sein. Es ist die erste Dix-Präsentation in Lateinamerika. Von Mai 2016 bis Mai 2017 wird sich Deutschland mit einer Vielzahl an Projekten aus den Bereichen Kunst und Kultur, Wissenschaft, Forschung und Bildung in ganz Mexiko präsentieren. Analog wird Mexiko ein Jahr lang die mexikanische Kultur in Deutschland vorstellen. Die Dix-Ausstellung wird dabei die zentrale deutsche Kulturveranstaltung sein. Für dieses Großprojekt ist die Kunstsammlung Gera nach der Otto Dix Stiftung in Vaduz der zweitgrößte Leihgeber. „Gera hat sich der Bewahrung und Verbreitung des künstlerischen Erbes von Dix verschrieben und was kann es Besseres geben, als eine Ausstellung in den Millionenmetropolen zu unterstützen, die es letztlich ermöglicht, dort erstmals Originalwerke des großen Geraer Künstlersohnes zu präsentieren“, erklärt Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn.


Mit vielfältigen Projekten bereitet die Stadt Gera das Otto-Dix-Jubiläum 2016 vor. Am 2. Dezember nächsten Jahres jährt sich der Geburtstag des Künstlers zum 125. Mal. Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn und der Leiter der Kunstsammlung Gera Holger Saupe zeigen stolz die Reproduktion einer Fotografie von Bruno Schuh aus dem Jahr 1927, die im Rathaus hängt und auf der der in Gera geborene Maler Otto Dix im Berliner Atelier zu sehen ist. Foto: Stadtverwaltung/Helga Walther Die Ausstellung „Otto Dix. Violencia & Pasión“ (Otto Dix. Gewalt und Leidenschaft) ist eine Premiere in Mexiko. Anlässlich des Deutschlandjahrs in Mexiko 2016/17 stellt die eigens kuratierte Retrospektive einen der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts erstmals dem mexikanischen Publikum vor. Die Ausstellungen finden in zwei bedeutenden Museen des Landes statt, die über hervorragende konservatorische und sicherheitstechnische Standards verfügen: dem Museo de Arte Contemporáneo (MARCO) in Monterrey und der Nationalgalerie in Mexico City (MUNAL). Sie wird ca. 150 Arbeiten des Künstlers umfassen, darunter etwa 100 Arbeiten auf Papier wie z.B. der Kriegszyklus mit 50 Radierungen. Darüber hinaus werden verschollene oder vernichtete Hauptwerke wie „Kriegskrüppel“ (1920) und „Schützengraben“ (1923) als originalgroße Leuchtkästen in die Ausstellungsgestaltung einbezogen. Aus der Geraer Sammlung werden insgesamt 13 Gemälde und eine großformatige Zeichnung (drei Werke der Kunstsammlung Gera und zehn Dauerleihgaben der Otto Dix Stiftung Vaduz in Gera) nach Mexiko reisen, darunter so bedeutende Werke wie das „Selbstbildnis als Raucher“ von 1914 und „Der Heilige Christophorus“ von 1939 sowie das „Selbstbildnis als Schießscheibe“ von 1915 und „Die große Kreuzaufrichtung“ von 1962, die sich als Dauerleihgaben der Otto Dix Stiftung Vaduz in Gera befinden.

Das kuratorische Konzept ordnet die wesentlichen Schaffensperioden des Künstlers
zu sechs großen Themenkomplexen. Auf diese Weise wird die enorme stilistische
Entwicklung im Spannungsfeld der Motive und Ausdrucksweisen sichtbar. Im
Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Krieg, Gewalt und Leidenschaft,
Themen, die für Dix zeitlebens künstlerischer Antrieb gewesen sind. Das Projekt –
vom Goethe-Institut in Mexico City initiiert und von den beiden mexikanischen Museen organisiert – findet mit Unterstützung der Otto Dix Stiftung Vaduz und des Instituts für Auslandsbeziehungen statt.

Ein zweites internationales Projekt, das die Kunstsammlung Gera mit Leihgaben unterstützt, ist die Ausstellung „Otto Dix und der Isenheimer Altar“, die vom 8. Oktober 2016 bis 30. Januar 2017 im Musée Unter Linden in Colmar (Frankreich) stattfindet. Zum Bestand des Museums in Colmar gehört der weltberühmte „Isenheimer Altar“ (1512-1516) von Matthias Grünewald, der für Dix zeitlebens eine wichtige Inspirationsquelle darstellte. Das Museum in Colmar erhält momentan einen modernen Erweiterungsbau, in dem die erste Ausstellung mit moderner Kunst dem großen deutschen Maler Otto Dix gewidmet sein wird. Das Museum will diese Gelegenheit nutzen, um „diese beiden Hauptmeister der deutschen Kunst gegenüberzustellen“. Mit mehr als 100 Kunstwerken aus öffentlichen und privaten Sammlungen wird die Ausstellung zeigen, wie Otto Dix durch den Isenheimer Altar (1512-1516) von Grünewald nachhaltig beeinflusst wurde. Für diese Ausstellung werden insgesamt 10 Werke aus dem Geraer Bestand als Leihgaben nach Colmar gehen (vier Gemälde und sechs Arbeiten auf Papier), darunter die Gemälde „Heilung des Blinden“ (1945), „Hiob“ (1946) und die „Drei Kriegsgefangenen“ (1948).

Während namhafte Werke aus dem Bestand der Kunstsammlung international präsentiert werden, konzentrieren sich in Gera die Ausstellungen zum 125. Geburtstag auf zwei themenspezifische Projekte: in der Orangerie „Otto Dix: Zeichenkunst mit Silberstift (Arbeitstitel). Zum 125. Geburtstag des Künstlers“ mit Porträt-, Akt- und Landschaftsdarstellungen von Dix und im Otto-Dix-Haus „Otto Dix: Der heimatliche Blick“ - Skizzen, Zeichnungen, Pastelle und Gemälde mit Motiven seiner heimatlichen Umgebung.
Gemeinsam mit der Ostthüringer Zeitung startet die Stadt Gera 2016 einen Kreativwettbewerb „Otto eins zwo fünf“. Weiterhin wird es zum 125. Geburtstag von Otto Dix eine Medaille als Sonderprägung geben.

Bis zum 125. Geburtstag von Otto Dix werden in Gera auch das Geburtshaus des Künstlers und die Orangerie saniert sein. Die bereits konzipierte Ausstellung zum Spätwerk von Dix kann in Abstimmung mit der Otto Dix Stiftung Vaduz erst nach der Rückkehr der Leihgaben aus Mexiko und Frankreich im Frühjahr 2017 eingerichtet werden. Ab 16. Januar 2016 werden ausgewählte Werke von Otto Dix im Geraer Stadtmuseum gezeigt. „Damit ist Otto Dix auch während der Bauzeit präsent“, erklärt Holger Peter Saupe, Leiter der Kunstsammlung.

Zur Hochwassersanierung der Orangerie war im August 2014 ein Fördermittelbescheid über ca. 130.000 Euro übergeben worden. Die daraufhin gestarteten Bauuntersuchungen, Berechnungen und Planungen haben allerdings einen Sanierungsaufwand in Höhe von ca. 700.000 Euro ergeben. Über diese Summe wurde ein geänderter und ergänzter Fördermittelantrag gestellt, der bislang noch nicht bestätigt wurde. Für die Orangerie geht man von einer Bauzeit von ca. acht Monaten aus. Ab 4. Januar 2015 schließt das Otto-Dix-Haus, das zunächst ausgeräumt werden muss, so dass ab 8. Februar mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Hierfür ist eine Bauzeit von sechs bis sieben Monaten angegeben. Eine Öffnung des Museums kann in der Bauphase nicht aufrechterhalten werden. Im Erdgeschoss muss der Boden bis zu 20 Zentimeter tief ausgehoben werden. Außerdem sind alle Putzschichten an den Vertikalwänden bis in eine Höhe von 70 Zentimeter zu entfernen. Damit verbunden ist eine extreme Staubbelastung. Deshalb ist eine sorgsame Deponierung und staubsichere Abschottung der Kunstwerke geplant. Ab September soll das Dix-Haus wieder eingerichtet werden.




Veröffentlichung: 09.12.2015