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„Das wird mein erster Bismarck“ (3. Juni 2016)

Bildhauer Karlheinz Hütter stellt Entwurf für Medaillon vor – Grünwerkstatt bittet um weitere Spenden für Stein-Sanierung und Infotafel der Geraer „Junghistoriker“

Die Sanierung des Bismarcksteins im Stadtwald geht voran. Am Freitag (3. Juni) zeigte der Bildhauer und Metallrestaurator Karlheinz Hütter einen Entwurf und Teile der Hartguss-Vorlage für das gusseiserne Bismarck-Medaillon. Mit einem Durchmesser von ca. 80 cm soll es am Stein im Stadtwald wieder angebracht werden wie ursprünglich um 1880 vom Geraer Verschönerungsverein angelegt.


Die Schüler des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums mit Lehrer Bernd Böhme (2. v.l.) am Bismarckstein neben dem Entwurf des Medaillons zusammen mit (vorn von r.) Heinrich-Dieter Hischer, Bildhauer Karlheinz Hütter, Dezernentin Claudia Baumgartner und Peggy Heuer von der Deutschen Bank Gera. Sie übergab den symbolischen Spendenscheck über 500 Euro. Foto: Stadt Gera/Catrin Heinrich „Das wird mein erster Bismarck“, so der Erfurter Bildhauer. Er habe schon viele historische Persönlichkeiten restauriert und auch figürlich geschaffen, aber noch keinen Bismarck. Dabei sei die Herausforderung, anhand der wenigen vorhandenen Fotos möglichst nah an die Originalplatte heranzukommen und natürlich „muss Bismarck erkennbar sein. Nicht dass es Verwechslungen gibt“, so Hütter mit einem Lächeln im Gesicht. Der Erfurter ist begeistert von der Geraer Initiative: „Unsere Geschichte gehört zu uns – denn Zustände von heute sind begründet in dem, was in der Vergangenheit passiert ist. Deshalb finde ich es sehr spannend, wenn hier in Gera die Auseinandersetzung mit Vergangenheit an diesem Stein stattfindet“, so Hütter. Er wünscht sich für die Auseinandersetzung ein ausgewogenes Verhältnis von Selbstkritik und Fehleranalyse, für die Betrachtung von Schatten und auch Licht. In Deutschland neige man dazu, das Licht auszublenden – aber das treibe Menschen hin zu Gruppen, die Licht in einem Zusammenhang inszenieren, in dem tiefdunkle Schatten die Geschichte dominieren.

Die Auseinandersetzung mit Geschichte am Bismarckstein will auch das Schülerprojekt des Karl-Theodor-Liebe Gymnasiums Gera befördern. Der Fachschaftsleiter Geschichte der Schule, Bernd Böhme, ließ seine „Nachwuchshistoriker“ im Kurs mit erhöhten Anforderungen der 11. Klasse Material für eine Infotafel entwerfen. Sie kreierten einen „Kontroverse-Reim“, Eckpunkte zur Person & Politik und ein Rätsel. Damit sollen auch jüngere Spaziergänger und Wanderer entlang des Geraer Lutherweges zum Stehenbleiben und Auseinandersetzen angeregt werden. Das Schülerprojekt unterstützt die Deutsche Bank Gera, am Freitag vor Ort vertreten durch Peggy Heuer. Die Schülerinnen und Schüler freuen sich, wenn ihre Ideen nicht in Schubladen verschwinden, sondern auf der Infotafel im Stadtwald umgesetzt werden.

Die Initiatoren der Bismarckstein-Sanierung bitten um Spenden. „Wir haben bereits 1.600 Euro zusammen. Damit konnten wir jetzt den Arbeitsbeginn am Medaillon beauftragen. Wir benötigen für die Arbeiten am Stein insgesamt 2.500 Euro und für die Infotafel ca. 1.200 Euro – also noch rund 2.100 Euro. Wir bitten alle um Unterstützung, die den Gedanken der Auseinandersetzung mit Geschichte fördern möchten. Wir ergänzen damit auch den voriges Jahr angelegten 20 km langen Geraer Lutherweg-Abschnitt, um weitere besondere Plätze, die den Weg auch für Touristen noch interessanter machen“, so Heinrich-Dieter Hischer, Vorsitzender des Fördervereins Geraer Stadtwaldbrücken. Spenden können überwiesen werden auf das Konto: DE36 8308 0000 0580 6859 00 mit Verwendungszweck: „Bismarckstein“. Gern erhalten die Spender eine Spendenbescheinigung. Hierfür melden sich Spender mit Name und Adresse bitte per E-Mail bei: h-d@hischer.eu und für Nachfragen unter: 0365 36820. Spender werden – bei deren Einverständnis – auf der Infotafel am Bismarckstein benannt.
Der Förderverein Stadtwaldbrücken initiierte mit der Stadt Gera, der OTEGAU GmbH, dem Ökumenischen Kirchbauverein Gera e.V. und weiteren Förderern in der Grünwerkstatt „Stadtwald erleben“ die Bismarckstein-Sanierung. Die Grünwerkstatt arbeitet daran, den Stadtwald für Geraer und Touristen attraktiver zu machen. Gemeinsam legten die Mitglieder unter anderem den Lutherweg-Abschnitt Gera an, errichteten das Reformationskreuz am Lutherweg, gestalteten den Aussichtspunkt an der Lutherlinde neu. Claudia Baumgartner, Dezernentin für Bau und Umwelt der Stadt Gera, würdigte die Initiativen: „Vor allem allen Ehrenamtlichen aus den Vereinen und Privatpersonen der Grünwerkstatt sowie den Schülerinnen und Schülern danke ich im Namen der Stadt Gera für ihr Engagement für den Geraer Stadtwald.“


Veröffentlichung: 03.06.2016