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Stadtgeschichtliche Zeugnisse in der alten Zoitzbrücke entdeckt

Von der Baustelle ins Archiv

Beim Abriss der alten Zoitzbrücke in Liebschwitz haben Mitarbeiter des Bauunternehmens eine Metallhülse mit historischen Zeugnissen geborgen. Nachdem der Fund bekannt wurde, hat das Tiefbauamt das Stadtarchiv informiert. Archivleiterin Christel Gäbler verschaffte sich vor Ort einen ersten Eindruck von dem Material, das neben Schriftstücken wie einer handschriftlichen Chronik zum Brückenbau und Dokumenten der Firma „A. Dressel Gera-Reuss“ auch Geldscheine und Münzen aus den 1910er und 1920er Jahren umfasst. Besonders interessant seien die Chronik und Unterlagen zu einer „Brückenbaulotterie der Gemeinde Liebschwitz/Elster zur Beschaffung von Mitteln für den durch Hochwasserschäden erforderlich gewordenen Neubau einer Elsterbrücke“, erklärte die Archivleiterin. Natürlich fehle auch nicht die übliche Urkunde, „hinterlegt anlässlich der Schlusssteinlegung der neu erbauten Eisenbetonbrücke über die Weiße Elster für die Gemeinde Liebschwitz an der Elster am 15. November 1925“ der Firma A. Dressel.
Inzwischen seien alle Dokumente gereinigt, getrocknet, archivgerecht verpackt und erschlossen. Die Zeugnisse der Stadtgeschichte befänden sich nunmehr in einem recht guten Zustand.
Zum Hintergrund des damaligen Brückenbaus gibt die Chronik des Liebschwitzer Ortschronisten Stefan Bauch Auskunft: Die von der Zoitzmühle zur Brücke führende Auffahrrampe und das Widerlager wurden durch das Hochwasser im August 1924 stark beschädigt. Für den Neubau der Brücke musste die Gemeinde Liebschwitz die Hälfte der auf 100.000 Mark veranschlagten Kosten aufbringen. Dazu hat der damalige Bürgermeister Fritz Fischer eine Brückenbaulotterie ins Leben gerufen. Von November 1924 bis Januar 1925 wurden insgesamt 220.000 Lose verkauft, mit denen ein Gewinn von 55.000 Goldmark erzielt werden konnte.

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Veröffentlichung: 13.02.2017