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Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum Gera: „Fremde in der Heimat – Heimat in der Fremde? Aufbruch und Ankommen aus acht Jahrhunderten“

Vom 17. Mai 2017 bis 11. März 2018 behandelt die Schau in 14 Kapiteln das Thema an persönlichen Schicksalen

Eine neue Sonderausstellung unter dem Titel „Fremde in der Heimat – Heimat in der Fremde? Aufbruch und Ankommen aus acht Jahrhunderten“ präsentiert das Stadtmuseum Gera vom 17. Mai 2017 bis 11. März 2018. Die Ausstellung „Fremde in der Heimat – Heimat in der Fremde?“ stellt immer wieder persönliche Schicksale in den Mittelpunkt, zeigt die Auswirkung der „großen“ Politik auf das Handeln und den Lebensweg des Einzelnen. Die entstandene Themenvielfalt ist erstaunlich: In 14 Kapiteln führt die Ausstellung von den einwandernden Deutschen im 12. Jahrhundert über Glaubensflüchtlinge, Auswanderung nach Amerika, die Eroberung von Kolonien, Kriegsgefangenschaft, Künstler- und Entdeckungsreisen bis hin zum schwierigen Umgang mit dem Volk der Roma. Andererseits erlaubt diese Vielfalt lediglich einen kurzen, schlaglichtartigen Blick auf viele Themen. Teilweise lässt auch der unbefriedigende Forschungsstand eine tiefer gehende Darstellung nicht zu; einige der vorgestellten Themen fanden regionalgeschichtlich bisher kaum Beachtung. Die Ausstellung versteht sich somit auch als Anreiz, als Motor für weitere Forschungen.


Matthias Wagner vom Stadtmuseum freut sich über die gelungene Ausstellung. Foto: Stadtverwaltung/Steffen Weiß Was trieb Menschen immer wieder in die Ferne? Was bewog sie, ihre Heimat zu verlassen und vielleicht nie wiederzukehren? Warum zog es andererseits Menschen aus fremden Kulturkreisen hierher? Ein Blick in die Geschichte zeigt: Persönliche Neugier auf das Fremde war jedoch eher die Ausnahme für den Aufbruch ins Unbekannte. Oft waren es politische Entwicklungen und Entscheidungen, die Wanderungsbewegungen auslösten oder mit Gewalt veranlassten. So führten Reformation und Gegenreformation seit dem 16. Jahrhundert zu Diskriminierung und Ausweisung Andersgläubiger und zu Glaubenskriegen, die die Existenzgrundlagen Tausender zerstörten.


Kolonisationsprojekte, die im 18. Jahrhundert die Weiten Ostpreußens und Russlands bevölkern sollten, zogen Verarmte, Verfolgte und Abenteurer aus ganz Europa an, so auch den Geraer Zeugmacher Christian Gottlob Züge. Die Kolonialpolitik des wilhelminischen Kaiserreiches führte ab 1884 zum Einsatz deutscher Zivil- und Militärbehörden in Afrika und der Südsee. Die etwa 11 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene schließlich, welche ab 1944 die deutschen Ostgebiete verließen, sind eine direkte Folge nationalsozialistischer Politik in Deutschland. Neugier und Forscherdrang trieben dagegen den Geraer Walter Stötzner zwischen 1907 und 1930 in weitgehend unerschlossene Gebiete, unter anderem nach Tibet und das nördliche China.

Die Sonderausstellung „Fremde in der Heimat – Heimat in der Fremde? Aufbruch und Ankommen aus acht Jahrhunderten“ im Stadtmuseum, Museumsplatz 1, ist Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet.


Veröffentlichung: 17.05.2017