deutsche Version dieser Seite deutsch | english version of this page english | Schriftgröße: - A A + | GeoPortal Stadtplan anzeigen
Logo Bender Interaktiver Stadtplan
Suche

Museumspädagogik Klassenstufe 11 und 12 im Stadtmuseum

Folgende Veranstaltungen und Themen stehen für den Geschichtsunterricht mit grundlegendem sowie erhöhtem Anforderungsniveau bereit. Zu den einzelnen Angeboten gibt es jeweils Arbeitsaufträge die in Gruppen-, Partner- oder Einzelarbeit vor oder während des Museumsbesuches bearbeitet werden sollen. Dies können bspw. Schülervorträge, die Bearbeitung verschiedener Quellen oder Argumentationen sein.

Erschließung von ausgewählten gegenständlichen und schriftlichen Quellen im Stadtmuseum zu verschiedenen Themen

Historische Quellen, in ihren verschiedenen Formen, sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Geschichtswissenschaft und spielen deshalb auch im Geschichtsunterricht eine zentrale Rolle. Die Arbeit mit Quellen gibt den Schülern die Möglichkeit zwischen Vergangenheit und Geschichte zu differenzieren, historische Darstellungen zu analysieren und sich kritisch mit Produkten der Geschichtskultur auseinanderzusetzten.
In dieser Veranstaltung wird den Schülern zunächst ein Überblick über die verschiedenen Quellen gegeben, bevor sie sich selbst mit diesen auseinandersetzen.
Folgender Arbeitsauftrag ist für die Veranstaltung vorgesehen:
- Die Schüler erschließen verschiedene Quellen weitestgehend selbständig. Sie erhalten dabei Unterstützung durch die Museumsmitarbeiter.
Themenauswahl: das erste schriftliche Stadtrecht von 1487; Die Unruhen 1830/31 und die Revolution 1848/49; Arbeiterschaft und Arbeitervereine; Bildquellen des bürgerlichen Zeitalters; weitere Themen möglich
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten
Dauer: ca. 1,5h


Kleinstaatlicher Absolutismus im Land der Reußen

Im Laufe des 17. Jh. setzte sich der Absolutismus als Herrschaftsform durch, wobei der König die ganze (absolute) Macht für sich beanspruchte. Der bekannteste Vertreter des Absolutismus ist zweifellos Ludwig XIV. König von Frankreich. Er bezeichnete sich selbst als ‚Sonnenkönig‘ und behauptete: „L’État, c’est moi!“ – „Der Staat bin ich!“ Doch konnte sich diese Herrschaftsform auch im Reußenland durchsetzen?
Die Veranstaltung wirft einen Blick auf das Land der Reußen in der Zeit des Absolutismus und gibt eine kurze Übersicht über die reußische Geschichte.
Vortag in Kombination mit Ausstellung
Dauer: ca. 45min


Das Bürgerliche Zeitalter in den Werken der Malerfamilie Fischer

Die beiden Künstler Heinrich und Theodor Fischer zählen zu den bekanntesten Geraer Malern des 19. Jahrhunderts. Durch ihre Werke, die zwischen 1803 und 1906 entstanden sind, zeigen Sie nicht nur wie sich Gera von einer Handels- und Gewerbestadt zu einem großen Industriezentrum wandelte, sondern auch, welchen Einfluss dies auf das bürgerliche Leben im 19. Jahrhundert hatte. So dokumentieren Heinrich und Theodor Fischer besondere Ereignisse, Sensationelles aber auch Alltägliches und zeichnen damit ein einzigartiges Bild ihrer Zeit.
Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die Lebensweise, die Wohnkultur und die Mode der Zeit und zeigt auf, wie sich Gera im 19. Jahrhundert verändert hat.
Folgender Arbeitsauftrag ist für diese Veranstaltung möglich:
- Einbindung von einem vorbereiteten Schülervortrag
Themenauswahl: Die Entwicklung Geras von einer Handels- und Gewerbestadt zu einem Industriezentrum; Die Zeit des Biedermeier; die Mode des bürgerlichen Zeitalters; weitere Themen möglich
Vortrag in Kombination mit Ausstellung
Dauer: ca. 1,5h


Entwicklung Geras zur Industriemetropole und die sozialen Folgen

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Gera zu einer bedeutenden Industriestadt, wobei besonders die Textilindustrie und der Maschinenbau vorherrschend waren. Durch die Umwandlung von Manufakturen in Fabriken, durch die Einführung mechanischer Webstühle und Maschinen und durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz wurde die Entwicklung zur Industriemetropole zusätzlich beschleunigt. Doch der Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft veränderte nicht nur die Wirtschaft sondern auch die Gesellschaft selbst. So entstand mit dem Fabrikarbeiter eine völlig neue und mächtige soziale Schicht. Mit den Folgen und den Missständen die dieser Übergang mit sich brachte, beschäftigte sich seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts auch die soziale Frage.
Die Veranstaltung soll den Schülern einen Überblick über die Industrialisierung in Gera geben, einen Blick auf Erfindungen werfen, die den damaligen Alltag veränderten und sich kritisch mit der sozialen Frage auseinandersetzen.
Zwei Arbeitsaufträge sind für diese Veranstaltung möglich:
1. Partnerarbeit: Vorbereitung eines Gespräches zwischen einem Geraer Fabrikanten und eines Arbeiters, welches im Museum vorgestellt wird. (Mittelpunkt sollte dabei die soziale Frage sein)
2. Gruppenarbeit: Vorbereitung einzelner Themen und Vorstellung der Ergebnisse in der Dauerausstellung des Museums
Themenauswahl: Die Anfänge der Industrialisierung; Fachkräfte für die Industrie; Arbeiterschaft und Arbeitervereine; Frauenalltag im Arbeiterhaushalt; weitere Themen möglich
Vortrag in Kombination mit Zeitzeugenberichten, originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 1,5h


Kultur, Architektur und Wirtschaft während der Weimarer Republik

Im Zuge der Novemberrevolution wurde am 9. November 1918 die erste parlamentarische Demokratie Deutschlands ausgerufen. Doch die sogenannte Weimarer Republik bestand gerade einmal 14 Jahre und genießt im öffentlichen Diskurs bis heute nur geringe Wertschätzung. Gerade die Anfangsjahre waren von turbulenten Ereignissen, wie verschiedenen erfolglosen Putschversuchen und der Inflation gekennzeichnet. Eine Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verhältnisse trat erst mit der Einführung der Rentenmark im November 1923, die gleichzeitig den Beginn der ‚Goldenen Zwanziger‘ markiert, ein. Für die Menschen waren die Jahre zwischen 1924 und 1929 eine Zeit der Hoffnung, die nach Weltkrieg, Nachkriegschaos und Inflation endlich Stabilität, neue Perspektiven und wiedergewonnene Lebensfreude hervorbrachte. Doch das viele Probleme nur oberflächlich als gelöst erschienen, wurde spätestens durch die Weltwirtschaftskrise 1929 deutlich. Die letzten Jahre der Weimarer Republik waren dann gekennzeichnet durch eine massiv rückläufige Produktion, Massenentlassungen und einer stark sinkenden Kaufkraft, wodurch es zu einer großen sozialen Not im gesamten Land kam.
In dieser Veranstaltung sollen die Schüler ein tieferes Verständnis für die Zeit der Weimarer Republik entwickeln und sich einen Überblick über die Kultur, Architektur und Wirtschaft erarbeiten. Dabei werden vor allem die regionalen Begebenheiten der Zeit in den Mittelpunkt gestellt.
Zwei Arbeitsaufträge sind für diese Veranstaltung möglich:
1. Einbeziehung von einem kurzen vorbereiteten Schülervortrag und einer Argumentation zur Frage ‚Waren die Zwanziger Jahre wirklich golden?‘
2. Gruppenarbeit: Vorbereitung einzelner Themen und Vorstellung der Ergebnisse in der Dauerausstellung des Museums
Themenauswahl: soziale und politische Verhältnisse in Gera; der Kapp-Putsch; der Film als neues Massenmedium; ‚Neues Bauen‘ in Gera; die Gartensiedlung ‚Heinrichsgrün‘; weitere Themen möglich
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 1,5h


Von der Demokratie zur Diktatur – Gera unterm Hakenkreuz

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 begann auch in Gera der Prozess der ‚Gleichschaltung‘ des öffentlichen Lebens. Politische Gegner gingen in den Untergrund oder wurden verhaftet, die jüdische Bevölkerung wurde systematisch ausgegrenzt, vertrieben und vernichtet und die Industrie wurde auf Rüstung umgestellt. Auch in Gera wurde der Rundfunk, das Kino und vor allem die Zeitungen als Propagandamittel genutzt, um die politischen Sichtweisen der Bevölkerung zu beeinflussen und zu steuern. Doch ebenso gab es Widerstand gegen die Nationalsozialisten, auch wenn dieser nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung ausging. So war Gera bspw. mehrere Jahre ein wichtiger Knotenpunkt zur Weiterleitung illegaler Druckerzeugnisse.
Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Zeit des Nationalsozialismus in Gera, wobei die Machtübernahme Hitlers, die Verfolgung der Juden, der Widerstand und die Kriegsvorbereitung und der Kriegsalltag im Fokus stehen.
Folgender Arbeitsauftrag ist für diese Veranstaltung möglich:
- Einbeziehung von zwei kurzen vorbereiteten Schülervorträgen
Themenauswahl: Widerspiegelung der Errichtung der NS-Diktatur in der Geraer Tagespresse; Umstellung auf Kriegswirtschaft; Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung; Motive, Beispiele und Grenzen des Widerstandes
Vortrag in Kombination mit Zeitzeugenberichten und Ausstellung
Dauer: ca. 1,5h


Eine Nation, zwei Staaten – Bezirksstadt Gera

Der Status als Bezirksstadt ab 1952 hatte für Gera weitreichende Folgen und veränderte das Stadtbild nachhaltig. So plante die DDR für die Bezirksstädte sozialistische Zentren mit einem zentralen Platz für Staatsfeiern und Kundgebungen. In Gera hatte dies zur Folge, dass viele Altbauten zerstört und beseitigt wurden. Zugleich entstanden, durch die überdurchschnittlich wachsende Bevölkerungszahl, Neubaugebiete am Bieblacher Hang, in Lusan und Bieblach Ost. Doch nicht nur das Stadtbild änderte sich. Das nahegelegene Bergbauunternehmen in Ronneburg prägte Gera für viele Jahre, die Planwirtschaft hatte Einfluss auf die Industrie der Stadt und die landwirtschaftliche Kollektivierung beeinflusste das Leben auf dem Land. Doch auch in Gera waren die Probleme der DDR spürbar. Die Mangelwirtschaft war ein ständiger Begleiter des Alltags, Andersdenkende wurden unterdrückt und die Bevölkerung wurde durch die Staatssicherheit bespitzelt.
Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die Geschichte Geras von 1952 bis 1989 und wirft einen Blick auf die Politik, Wirtschaft und das Alltagsleben der Menschen in der DDR.
Folgender Arbeitsauftrag ist für diese Veranstaltung vorgesehen:
- Gruppenarbeit: Vorbereitung einzelner Themen und Vorstellung der Ergebnisse in der Dauerausstellung des Museums
Themenauswahl: Staatsmacht und Opposition; Leben in der Mangelwirtschaft – Einzelhandel in der DDR; Wohnungen für die Kumpel – Gera und seine Neubaugebiete; Der Sozialismus auf dem Land; Alte und neue Industrien; weitere Themen möglich
Vortrag in Kombination mit originalen Objekten und Ausstellung
Dauer: ca. 1,5h