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    Stadtmuseum Gera

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    Tel.: 0365 8381470
            0365 55249954(Kasse Höhler)
    Fax: 0365 8381473

Geschichte am Nachmittag

„Geschichte am Nachmittag“ ist eine Vortragsreihe des Stadtmuseums, die bewusst einmal monatlich eine Veranstaltung an einem frühen Tageszeitpunkt anbietet. „Geschichte am Nachmittag“ findet – abgesehen von einer Sommerpause und dem Monat Dezember – jeden letzten Donnerstag im Monat um 14.00 Uhr statt. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von Führungen durch die Ausstellungen des Hauses bis zu Vorträgen zu stadt- und allgemeingeschichtlichen Themen.

Nächster Termin: Donnerstag, 26. September, 14 Uhr

„Krimi, Abenteuer, Propaganda – Romanhefte in der DDR“
Bildvortrag von Matthias Wagner


„Erschreckend häufen sich jetzt die von Jugendlichen begangenen Verbrechen. Ihre Anleitung erhalten sie durch die Schundromane, die von Westberlin in die DDR eingeschleust werden.“
„Unter dem Einfluß solcher Schmöker werden junge Menschen zu Dieben, Einbre-chern, ja sogar zu Mördern!“
Solche und ähnliche Meldungen finden sich häufig in den ostdeutschen Zeitun-gen der 1950er Jahre. Die Kritik zielte vor allem auf die sogenannten Groschenro-mane, billig produzierte und reißerisch aufgemachte Hefte mit 30, 40 Seiten Um-fang, die mit zahllosen Western, Kriminal- und Abenteuergeschichten den west-deutschen Markt überschwemmten. Begünstigt durch die offene Grenze zwischen den beiden deutschen Ländern, waren die Hefte auch bei Jugendlichen im sozialis-tischen Teil Deutschlands äußerst beliebt. Die DDR hatte dem zunächst nichts Ver-gleichbares entgegenzusetzen. Ab Mitte der 1950er Jahre begannen daher ostdeut-sche Verlage, vermehrt eigene Romanheftserien zu veröffentlichen – die natürlich anders und besser sein sollten als die westdeutschen „Schmöker“. In den ersten Jahren unterschieden sich die ostdeutschen Serien in ihrem äußeren Erschei-nungsbild jedoch kaum vom kapitalistischen Gegenstück. Titel und grafische Ge-staltung waren ähnlich aufreizend und verlockend. Worin lag also der Unterschied?
Der Bildvortrag stellt die bekanntesten in der DDR erschienenen Serien wie „Blau-licht“, „Das neue Abenteuer“, „Erzählerreihe“ oder „Meridian“ sowie ihre inhaltliche Ausrichtung vor. Die damalige Bedeutung dieses Massenmediums – heute, in den Zeiten von grenzenlosem Internet und digitalem Fernsehen kaum mehr vorstellbar – erzählt zugleich ein spannendes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges.