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Umgang mit invasiven Arten – Umsetzung der EU-Verordnung 1143/2014

Am 1. Januar 2015 ist die EU-Verordnung über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten zum Schutz der biologischen Vielfalt in Kraft getreten. Im Mittelpunkt dieser Verordnung steht eine Liste nicht einheimischer Tier- und Pflanzenarten mit europaweiter Bedeutung, die z. B. in Konkurrenz um Lebensraum und Nahrung zu einheimischen Arten treten oder diese verdrängen, Krankheiten übertragen oder der Gesundheit des Menschen oder unserer Wirtschaft Schaden zufügen.

Die Nilgans ist bereits in Gera etabliert (Uta Bergner ) Diese sog. Unionsliste erfuhr bereits eine erste Ergänzung und umfasst aktuell 49 Tier- und Pflanzenarten.

Bei dem konkreten Vollzug dieser EU-Verordnung geht es um

• die Unterbindung der Haltung, der Zucht und des Handels mit diesen Arten
• und deren Freisetzung in die Natur
• die Meldung von Früherkennungen und die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen
bei noch nicht etablierten Arten
• das Management von den bereits weit verbreiteten Arten in Abhängigkeit vom Kosten- Nutzen- Verhältnis
• die umfassende Information der Öffentlichkeit

Zuständig für den Vollzug sind in Thüringen die Unteren Naturschutzbehörden.

Für Tierarten, die dem Jagd- oder Fischereirecht unterliegen, besteht zudem eine gemeinsame Handlungspflicht für die zuständigen Jagd- und Fischereibehörden und die jeweiligen Nutzungsberechtigten (Jägerschaft, Angel- und Fischerei-Vereine).

Für Tiere und Pflanzen, die gern als Zierarten im Aquarium, Terrarium, Folienteich oder Garten gehalten oder gepflanzt werden, trägt neben den Fachgeschäften und Hobbyzüchtern auch jeder Bürger Verantwortung.

Seit dem 3. August 2017 sind der Handel, der Besitz bzw. die Haltung und Vermehrung für die Tier- und Pflanzenarten der 1. Unionsliste ohne eine entsprechende Ausnahmegenehmi-gung der Unteren Naturschutzbehörde verboten. Dieses Verbot gilt auch für die Hobby- Haltung in Aquarien, Terrarien, Gartenteichen sowie für Anpflanzungen im Garten. Eine Ausnahmeregelung besteht für Heimtiere, die sich bereits vor Aufnahme in die Unionsliste im Besitz
befanden und ausbruchssicher gehalten werden. Folgende invasive Tier- und Pflanzenarten sind davon betroffen:

Asiatische Hornisse, Chinesische Wollhandkrabbe, Kamberkrebs, Nördlicher Flusskrebs, Signalkrebs, Roter Amerikanischer Sumpfkrebs, Marmorkrebs, Amurgundel, Blaubandbärbling, Amerikanischer Ochsenfrosch, Buchstaben-Schmuckschildkröte, Glanzkrähe, Schwarzkopfruderente, Heiliger Ibis, Pallashörnchen, Kleiner Mungo, Zwergmuntjak, Nutria, Südamerikanischer Nasenbär, Waschbär, Grauhörnchen, Fuchshörnchen, Gestreiftes Backenhörnchen, Kreuzstrauch, Grüne Haarnixe, Dickstielige Wasserhyazinthe, Persischer Bärenklau, Sosnowsky-Bärenklau, Großer Wassernabel, Krause Afrikanische Wasserpest, Großblütiges Heusenkraut, Flutendes Heusenkraut, Gelbe Scheinkalla, Brasilianisches Tausendblatt, Santa-Maria-Prärieampfer, Durchwachsener Knöterich, Kuzdu

Die 1. Unionsliste wurde um die nachfolgenden Arten ergänzt. Auch für diese bestehen die o. g. Verbote. Allerdings gelten bis zum 1. August 2018 Übergangsvorschriften, die einen Verkauf kommerzieller Tierbestände an Private unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen ermöglichen:

Nilgans, Marderhund, Bisam, Alligatorkraut, Gewöhnliche Seidenpflanze, Schmalblättrige Wasserpest, Mammutblatt, Riesenbärenklau, Drüsiges Springkraut, Verschiedenblättriges Tausendblatt, Afrikanisches Lampenputzergras, Microstegium vimineum

Durch die Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz werden sog. Management- und Maßnahmenblätter für die in Deutschland bereits weit verbreiteten invasiven Arten erarbeitet. Sie beinhalten die vorhandenen Kenntnisse über die jeweilige Art, deren Verbreitung und Ausbreitungspfade und schlagen festzulegende Managementmaßnahmen zur Kontrolle und evtl. Eindämmung vor, die wiederum durch die einzelnen Bundesländer zu konkretisieren sind.

Für die noch nicht etablierten invasiven Arten gilt, dass beim Auftauchen von Individuen dieser Arten eine unverzügliche Meldung an die Untere Naturschutzbehörde erfolgen muss, die dann entsprechende Sofortmaßnahmen zur Entnahme der Individuen aus der Natur einleitet.

Umfassendere Informationen zu den betroffenen invasiven Arten und dem Umgang mit diesen finden Sie auf den Internet- Seiten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG).

Zu konkreten Fragen und Hinweisen zu invasiven Arten in Gera kontaktieren Sie bitte direkt die Untere Naturschutzbehörde der Stadtverwaltung Gera.

Fachdienst Umwelt
Untere Naturschutzbehörde
Amthorstraße 11
07545 Gera

Tel. 0365 838 4201
Email: naturschutz@gera.de




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