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Neue Studioausstellung im Stadtmuseum: „Die Vergessenen. Opfer deutscher Besatzungsgewalt in Rostow am Don 1941–1943“

Nach Berlin-Karlshost und Gera geht die Ausstellung weiter nach Glasgow - Ausstellung ist Gemeinschaftsprojekt des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst, des Britischen Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies in Leicester sowie des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums „Holocaust“ in Moskau


Eine der zentralen Straßen Rostows in der Nähe des Marktes, 1943. (Rossijskij Gosudarstvennyj, Archiv Kinofotodokumentov) Eine neue Studioausstellung unter dem Titel „Die Vergessenen. Opfer deutscher Besatzungsgewalt in Rostow am Don 1941–1943“ präsentiert das Stadtmuseum Gera vom 23. November 2017 bis 14. Januar 2018. Dem deutschen Krieg in der Sowjetunion sind 27 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Oft übersehen wird, dass der Holocaust bereits mit dem deutschen Überfall auf Russland seinen Anfang genommen hat, Monate bevor die Deportationen in die Todeslager begannen. Am Beispiel der größten russischen Stadt, die an die Deutschen fiel, geht die Ausstellung auf das Schicksal der verschiedenen Opfergruppen, wie Juden, Kriegsgefangene, Anstaltspatienten, Zwangsarbeiter und Kommunisten, ein. Im August 1942 wurden hier mindestens 15.000 bis 18.000 Juden ermordet und Rostow damit zum größten Tatort des Holocaust im heutigen Russland. Zudem starben mehrere tausend sowjetische Kriegsgefangene in den Lagern der Stadt. Die Patienten der städtischen Psychiatrie wurden in Gaswagen ermordet und rund 50.000 Rostower – das waren etwa zehn Prozent der Bevölkerung – als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt.

Die Kuratorin, Dr. Christina Winkler von der Universität Leicester, hat das Projekt in dreijähriger Arbeit vorbereitet. Es entstand in Folge ihrer Promotion über die „Russische Sicht auf den Holocaust“. Für die Ausstellung konnte Christina Winkler auf zahlreiche Dokumente und Fotos aus russischen Archiven zurückgreifen, welche die Zeit der deutschen Besatzung bis auf die Schicksale von einzelnen Rostower Einwohnern herunterbrechen. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutsch-Russischen Museums in Berlin-Karlshorst, des Britischen Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies in Leicester sowie des Russischen Forschungs- und Bildungszentrums „Holocaust“ in Moskau. Nachdem die Schau in Berlin-Karlshorst, dem Ort der deutschen Kapitulation 1945, und in der Jüdischen Gemeinde Berlin zu sehen war, wird sie am 23. November hier in Gera, der ostdeutschen Partnerstadt Rostows, eröffnet. Neben Berlin ist Gera die einzige Station der Ausstellung in Deutschland. Von Gera geht sie nach Glasgow, die britische Partnerstadt Rostows, und anschließend in weitere englische Städte. Die russischsprachige Fassung war bereits in Rostow und in Moskau zu sehen und wird momentan in St. Petersburg gezeigt.

Blick in die neue Studioausstellung (Stadtverwaltung/Steffen Weiß)



Die Ausstellung läuft vom 23. November 2017 bis 14. Januar 2018 im Stadtmuseum Gera und ist Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Veröffentlichung: 23.11.2017