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Das Bayern München des eSports

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr eröffnete der Elster-Cube. Das markante ehemalige Produktionsgebäude von Electronicon an der Vogtlandstraße war für elf Millionen Euro saniert worden. Der traditionsreiche Wirtschaftsstandort gewinnt neue Vitalität. Jüngstes Beispiel: Die ad hoc Gaming GmbH, eine Tochter der im Haus bereits ansässigen ad hoc best services GmbH mit über 150 Mitarbeitern, fast alle durchweg im Alter von Mitte 20 bis Anfang 30 Jahre. Das Geraer Unternehmen zählt in Deutschland zu den Top 3 im Bereich eSports Consulting.

Der traditionelle Sport erzielt im Marketingbereich bereits heute die höchsten medialen Reichweiten. eSports revolutioniert gerade diesen Markt. Ben Hamana, Geschäftsführer der ad hoc Gaming GmbH, verkündet: „Wir wollen der FC Bayern des eSports werden.“ Das Geraer Unternehmen betreibt eigene Trainingsräume, baut ein eigenes Spielerteam auf und arbeitet mit Universitäten und Hochschulen zusammen. Im Sommer soll in unserer Stadt ein Leistungszentrum mit Internat eröffnet werden, erfuhr ich bei meinem gemeinsamen Unternehmensbesuch mit Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Weshalb sich das Kreativunternehmen ad hoc best services GmbH in Gera angesiedelt hat? Die Antwort, die die jungen Leute geben, mag verblüffend sein: Im Umkreis von 800 Kilometern hätte man in New York 107 Millionen potenzielle Kunden – in Gera aber 280 Millionen. Und in Shanghai, wo es zwar 10 Millionen mehr Kunden gäbe, steht im Umkreis von 800 Kilometern „nur“ ein Bruttoinlandsprodukt von 1700 Milliarden Euro zu Buche – bei Gera sind es 8700 Milliarden Euro.

Ihre Viola Hahn


Veröffentlichung: 20.01.2018