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Dauerausstellung Teil I - Die Geschichte Geras bis 1914

(Fotograf: Ulrich Fischer) Mit der Eröffnung des ersten Teiles der Dauerausstellung zur Geschichte Geras hat das Stadtmuseum Gera einen weiteren Schritt zur Umsetzung des neuen Ausstellungskonzepts – die gleichzeitige Präsentation von Dauer-, Themen- und Sonderausstellungen – realisiert. Auf 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Zeit von der ersten nachgewiesenen Besiedlung durch Menschen bis 1914 aufgearbeitet.
Die Schau ist chronologisch und nach den geschichtlich signifikanten Schwerpunkten Geras gestaltet.

Am Beginn steht ein virtueller Rundgang. Hier wird die Entwicklung von der kleinen mittelalterlichen Stadt mit etwa 1500 Einwohnern bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt – heute hat Gera circa 101 000 Einwohner (Quelle: Stadtverwaltung) – mittels einer modernen Medienanimation präsentiert.
Nach dem Durchqueren einer Höhle kann der Besucher visuell und akkustisch in die Geschichte eintauchen und sie anschließend wieder verlassen, nachdem er eine Straßenbahn passiert. Dazwischen liegen Jahrtausende.
Konkrete Prozesse, Fakten und Ereignisse haben die Geschichte Geras unverwechselbar gemacht. Um sie verdeutlichen zu können, wurden neue Objekte erworben sowie aufwendige Inszenierungen, Nachbildungen, Modelle und Zeichnungen angefertigt.

So illustrieren die von Kay Voigtmann angefertigten detailreichen Zeichnungen die Funde und Fundorte aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Gera kann schließlich, wie kaum eine andere deutsche Großstadt, auf eine lange Besiedlung verweisen.
Im Mittelalter erfolgte die Stadtgründung, aber bereits im Jahr 1450 ist die Stadt im Sächsischen Bruderkrieg fast dem Erdboden gleich gemacht worden. Das Ereignis ist in einem Modell anschaulich umgesetzt worden.
Von Gera als Handels- und Gewerbestadt sowie von den Leistungen des Niederländers Nikolaus de Smit und der durch ihn eingeführten Zeugmacherei als Grundlage der später so rasant verlaufenen Industrialisierung erfährt der Besucher anhand solcher Objekte wie einer gewaltigen Tuchpresse, zeitgenössischer Stoffmuster oder einer Galerie einstiger Geraer Handelsherren. Erstmals kann auch der aus der Zeit der Renaissance stammende Grabstein von de Smit in einer Ausstellung betrachtet werden.
Neben der Vorstellung von drei reußischen Landesherren, welche die Geschichte der Stadt entscheidend geprägt haben, wird die Rolle Geras als Residenz- und Hauptstadt insbesondere durch das als optischer Höhepunkt gestaltete Modell des nicht mehr vorhandenen Schlosses Osterstein illustriert.
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Gera zu einer bedeutenden Industriestadt, die vor allem für die Qualität und die große Vielfalt der hier hergestellten Kammgarnstoffe bekannt war. Eine Transmission, eine zeittypische Färbemaschine sowie zahlreiche weitere Objekte vermitteln plastisch die seinerzeit übliche Technik der Weberei und Färberei. Bereits 1892 leistete sich Gera eine elektrische Straßenbahn – damit war Gera die zweite Stadt in Deutschland, in der eine „Elektrische“ fuhr. Um diese Tatsache ins rechte Licht zu rücken, wurde eine wirklichkeitsnahe Straßenbahninszenierung aufgebaut.
Die Geschichte wäre unvollständig ohne die Darstellung herausragender Leistungen Geraer Bürger. Mit der Schilderung der Lebensgeschichten einzelner Geraer – auf herausziehbaren Tablaren oder als Objektbeschriftung angebracht – wird ebenso an vergessene Leistungen erinnert wie Zeitkolorit vermittelt, zugleich aber auch die Geraer Geschichte personifiziert.