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Kunstpavillon Hofwiesenpark: Kokon


Emily Schäfer, Antonia Maria Bukowski (vorn), Lea Raps und Eliza Paula Franke (Frank Lohse) Der Zauber des Anfangs. Fühlt ihr ihn, ähnlich dem Schmetterling, frisch geschlüpft, entpuppt? Der neue Falter, zittert er ein wenig mit den Flügeln, ehe er zum großen Freiflug startet? Kokons? Sind wir das, wenn wir uns wandeln?

Diesen Identitätsfragen stellen sich die Gymnasiasten des Rutheneums Gera mit einem engagierten Projekt zwischen Aufbruch, Bleiben und Gehen. Schüler der Kurse 12 formten angestiftet von ihrem Kunstlehrer Frank Lohse transparente menschliche Figuren für den Pavillon im Geraer Hofwiesenpark. Die Vernissage zu den an Street-Art-Künstler Mark Jenkins orientierten Objekten findet am Freitag, dem 7. September, um 16 Uhr im Geraer Hofwiesenpark statt.

Die Schüler des Rutheneums zeigen im Kunstpavillon Tape-Art-Objekte, mit transparentem Material hyperrealistisch geformte Körperteile, Kokons. Schwebend im Raum fordern sie aufgrund ihrer surreal–kafkaesken Wirkung die Phantasie des Betrachters heraus. Er sieht mehr als er sich weiß: Konserviert im Glaspavillon entsteht eine Art Seelenschau.

Komplettiert wird das Zusammenspiel der im Pavillon schwebenden Kokons durch Malerei von Frank Lohse, u.a. durch das Bild „Flucht (Iphigenie)“. Diese ergänzende Perspektive schärft den Blick: Etwas scheint außer Kontrolle zu geraten. Wenn wir aufbrechen, sind wir nicht nur schmetterlingsfrei, auch das Scheitern wird uns bewusst. Trotzdem hoffen wir. Der Amerikaner Mark Jenkins, geb. 1970 in Alexandria, Virginia, brachte die Skulptur in die Street-Art ein. Seine Kunstaktionen im öffentlichen Raum wirken bewusst provozierend, Einzelschicksale und soziale Aspekte befragend.

Die im Hofwiesenpark Gera präsentierten getapten Objekte verblüffen eher durch ihr Zusammenspiel im abgeschlossenen Glaspavillon. Gemeinsames Schicksal, Aufbruch und Scheitern wird vor Augen geführt. Die Kokons sollen den Betrachter dazu verführen, näher zu kommen, durch die Spiegelscheiben des Pavillons hineinzublicken wie in die eigene Seele, auf Tuchfühlung gehen. Eine solche Kunst des Betrachtens stärkt die menschliche Würde, das Mitgefühl.

Veröffentlichung: 05.09.2018