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Axensprung Theater Hamburg gastiert in Geras St. Marien-Kirche am 17. September mit dem Stück „Weltenbrand“

In diesem Jahr jährt sich zum 100. Mal das Ende des I. Weltkrieges in Europa. Das Streben nach (noch mehr) Macht, das Erstarken der konservativen Kräfte in ganz Europa und das letztendliche Scheitern der Demokratie führten zur sogenannten Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Zeitzeugen dieser schlimmen Epoche gibt es nahezu nicht mehr. Doch es gibt eine Fülle anderer Zeitzeugen. Ob Kriegerdenkmäler oder Kriegsgräberstätten, aber auch Antikriegsromane, Zeichnungen und Gedichte oder überlieferte Tagebucheinträge wurden errichtet, gezeichnet und geschrieben, um die Schrecken des Krieges für die nachfolgenden Generationen festzuhalten und zu mahnen.


Szenenausschnitt: Marcus Voigt, Michael Bideller, Oliver Hermann (Marcella Braun) Otto Dix, eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt Gera, meldete sich wie viele andere Männer freiwillig zum Kriegseinsatz. Er überlebte und klagte in seinen späteren Werken die Schrecken des Krieges deutlich und mahnend an.

Auch der Initiator des Theaterstücks „Weltenbrand“, Oliver Hermann, stieß auf Tagebucheinträge seines Urgroßvaters und nutzte diese als Grundlage für die szenische Collage, die am Montag, dem 17. September 2018, 19 Uhr, in der Geraer Kirche St. Marien am Mohrenplatz zur Aufführung kommt. Einlass ab 18 Uhr.

Basierend auf dem expressionistischen Roman „Heeresbericht“ (1930) in dem der Autor Edlef Koeppen seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg verarbeite, erzählt „Weltenbrand“ die Geschichte des Kriegsfreiwilligen Reisiger, der - wie so viele - euphorisch in den Krieg zieht. Erst begeistert und mit Pflichtgefühl, dann mit zusammengebissenen Zähnen und schierer Verzweiflung der irrsinnigen Maschinerie des Krieges ausgesetzt. Er gerät in den zermürbenden Kriegsalltag im Schützengraben, in sinnloses Trommelfeuer, Kavalleriemassaker und Gasangriffe, wird verletzt, kehrt freiwillig zurück und erlebt, eingeholt von der Realität des Grauens und der Zerstörung, ernüchtert den Zerfall jeder Moral. Mit zeitgenössischen Zitaten und Fotos, vertonten Gedichten August Stramms, Bildern von Otto Dix und einer Ebene aus Geräuschen und Musik verbindet sich diese Geschichte zu einem zeitlosen und intensiven Theatererlebnis. Siehe auch: www.weltenbrand14.de

Eintrittskarten für die Aufführung „Weltenbrand“ des Hamburger Axensprung Theaters sind ab Mittwoch, 15. August 2018 im Otto-Dix-Haus Gera sowie am 17. September 2018 ab 18 Uhr an der Abendkasse erhältlich. Für die Besucher der Vorstellung wird das Otto-Dix-Haus anlässlich der Aufführung ab 17 Uhr bis zum Vorstellungsbeginn zusätzlich geöffnet sein. Bereits am Vormittag des 17. September 2018 wird die Aufführung für 290 Schüler des Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums und des Zabel-Gymnasiums Gera im UCI Kino zu erleben sein.

Das Projekt wurde realisiert in Zusammenarbeit der Stadt Gera mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Landesverband Thüringen, gefördert von der Stadt Gera.

Veröffentlichung: 11.09.2018