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Gute Zeiten, schlechte Zeiten



23. Januar 2019- Geraer Wochenmagazin /// Gastkommentar des Oberbürgermeisters

Es regt sich was im Zentrum. Hinter der Amthor-Passage zieht wieder Leben ein. Die Adresse ist in Gera gastronomisch bekannt, wurde lange nicht genutzt. Und jetzt? Wird es wieder „Café Neo“ heißen…und betrieben von: Eric Stehfest – ? – Genau, ich habe auch erstmal gegoogelt. Erste Einträge: Schauspieler bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, Teilnehmer bei „Let’s Dance“ sowie „Der Shooting-Star im Deutschen Fernsehen“ … Ein Seifenoper-Darsteller interessiert sich für Gera?

Das wollte ich genauer wissen. Bereits letzten Sommer traf ich mich mit ihm und seinem Partner Mitch, habe mir seine Idee erzählen lassen und fand es klasse, was er alles vorhat. Für Gera kann es nur ein Zugewinn sein, wenn im Zentrum etwas Neues entsteht. Dabei geht es um viel mehr: es geht um den Aufbau einer Künstlerszene und dazu gehören Musikprojekte, u.a. mit dem Geraer Mitch Gläser.

Auch die musikalischen Projekte seiner Frau Edith Stehfest sollen in Gera umgesetzt und produziert werden. „Unser Musikprojekt soll G8 heißen und verschiedenen Künstlern eine Stimme geben, die Musik machen - auch ohne auf Drogen zu sein“, sagt Stehfest. Denn er hat auch eine bewegte Vergangenheit und ist mit seiner Biografie „9 Tage wach“ bereits auf Platz 1 der Bestsellerliste gewesen. Er hat den Weg aus der Sucht geschafft. So ist er vielleicht auch einigen in Gera ein Vorbild, neue Wege im Leben einzuschlagen. Denn ohne Perspektive verliert man sein Ziel und seine Motivation und öffnet der Sucht die Tür. Und da meine Motivation ist, Gera jeden Tag ein Stückchen besser zu machen, finde ich das Projekt mehr als nur unterstützenswert.

Einen Steinwurf weiter eröffnet bereits im Februar das Kulturstadtbüro 2025, vis-à-vis zur Puppenbühne, die dieses Jahr übrigens ihr 90jähriges Bestehen feiert. Wer weiß: vielleicht bewerkstelligt es Stehfest, ein kleines Künstlerviertel zu schaffen. Im Komplex Rudolf-Diener-Straße befinden sich auch die private Kunstschule und die Kaiserwerke. Natürlich kommt jetzt bei einigen das obligatorische „Aber“. Ja, das Haus steht zum Verkauf. Es gibt verschiedene Optionen und Angebote, bisher hat sich aber noch keine Tendenz abgezeichnet, das Bieterverfahren ist nach wie vor offen.

Ich freue mich erst einmal, dass in Leerstand neues Leben einzieht.

Herzlichst

Ihr Julian Vonarb


Veröffentlichung: 23.01.2019