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Die Zeichen der Zeit



13. Februar 2019- Geraer Wochenmagazin /// Gastkommentar des Oberbürgermeisters

Vergangenen Donnerstag war ich sehr berührt. Es war mein Geburtstag und ich hätte nicht gedacht, dass so ein Rummel um meine Person gemacht wird. Wahnsinn, da haben mir oft die Worte gefehlt, welch positives Feedback ich erleben durfte. Alleine auf meiner privaten Facebook Seite haben sich mehr als 450 Menschen und Vereine mit Glückwünschen verewigt - Danke dafür. Es zeigt mir auch, dass mein Weg anscheinend der richtige ist. Weniger Amt, mehr Mensch; weniger Floskeln, mehr Zuhören; weniger Hinterzimmer-Politik, mehr Transparenz; weniger „um den heißen Brei reden“, mehr Offenheit und Ehrlichkeit. Genau in diesem Sinnen gab es noch ein besonderes Geschenk zum Geburtstag, fast eine ganze Seite in der Wochenzeitung „ZEIT“ - mit großem Foto, viel Text und der Überschrift: „Der kleine Macron von Gera“. Da schluckt man erstmal, wenn man die Zeitung in der Hand hält. Zwei Zitate aus dem Artikel möchte ich hier passenderweise erwähnen: „Wie Macron tauchte er, Vonarb, quasi aus dem Nichts auf und versprach, alles anders zu machen; eine neue Kultur zu bringen. Zu beweisen, wie man mit politischem Frust und Populismus umgeht.“ … „Und wenn man ihn fragt, woran er sich messen lasse, sagt er: »Tag für Tag Gera besser gemacht zu haben, nichts anderes.« Ist das noch Selbstbewusstsein? Ist es schon Größenwahn? Oder ist es, vielmehr, genau das richtige Mittel, eine etwas verschlafene, etwas schlecht gelaunte Stadt wieder in besseres Fahrwasser zu bugsieren?“

Ich bin auch nur ein Mensch und finde solche übertriebenen Zuspitzungen etwas grenzwertig. im Kern der Aussage steckt aber viel von der Notwendigkeit und den Herausforderungen der heutigen Zeit. Vor 100 Jahren wurde die erste demokratische Verfassung in Weimar verabschiedet. Dieses Experiment scheiterte zwar grandios, aber der Glaube an die Richtigkeit des demokratischen Systems überlebte die Diktatur. Heute sind wir wieder an dem Punkt, dass die Parteien den Faden zu ihrer Basis verloren haben und die Populisten in ganz Europa Gehör finden. Das mag vielleicht an den neunen Medien liegen, kann aber auch an der Hinterzimmer-Politik der letzten Jahre liegen. Ich stehe zu meinem Weg, auch wenn es mal unbequem ist. An Ihren Reaktionen sehe ich, dass genau dieses Vorgehen bei Ihnen wieder Vertrauen weckt. Klartext, Transparenz und offenes Visier.

Herzlichst Ihr Julian Vonarb


Veröffentlichung: 13.02.2019