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Wiesestraße wird auf LED umgestellt


kostenintensive Umrüstung wird vermieden / Einsatz vor allem bei Neubau / Gera arbeitet überwiegend mit Natriumdampflampen

In der Wiesestraße wird im Zuge der Straßenerneuerung auf LED umgestellt. Dies teilte die Stadtverwaltung Gera in einer Presseinformation mit. Die Wiesestraße wird dann die größte bisherige Maßnahme sein, in der LED-Beleuchtungstechnik zum Einsatz kommen wird. Seit einigen Jahren werden die Daten der LED-Beleuchtung im „Wohngebiet Forststraße“, sowie eine Teilstrecke „Am Sommerbad“ ausgewertet, um Einsparungseffekte zu kontrollieren.

Die LED wird mit ihren technischen Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Straßenbeleuchtung in naher Zukunft die konventionelle Technik ersetzen, schätzt das Geraer Baudezernat ein. Besonders im Rahmen des Neubaus wird in Zukunft immer mehr LED-Technik zum Einsatz kommen.

Die LED-Technik in der öffentlichen Straßenbeleuchtung dient in erster Linie der Einsparung von Energiekosten im Vergleich zur bisher eingesetzten konventionellen Beleuchtungstechnik.

Bei einer Umrüstung gibt es jedoch einige Punkte zu betrachten.

Durch einen Umstieg zu einer LED Straßenbeleuchtung werden immer wieder in verschieden Artikeln in Zeitschriften oder im Internet Energieeinsparungen von 70-80 Prozent und eine LED Lebensdauer von bis zu 100.000 Stunden versprochen. Dies entspricht bei einer durchschnittlichen Jahresbrenndauer von 4200 Stunden einer Haltbarkeit von etwa 23 Jahren. Bei dieser Rechnung würde sich die sehr hohe und kostenintensive Umrüstung innerhalb weniger Jahre wieder amortisieren. Die oftmals in der öffentlichen Diskussion angeführte Berechnung bezieht sich jedoch auf eine veraltete Beleuchtungstechnik, die in der Stadt Gera bereits vor der Wiedervereinigung nicht mehr verwendet wurde.

In Gera kommen vorwiegend die schon recht sparsamen Natriumdampflampen mit ihrem charakteristischen orangefarbenen Licht zum Einsatz. Bei einer Umrüstung von Natriumdampf auf LED geht man von Einsparungen von ca. 20 – 25 Prozent aus. Diese Einsparungen beziehen sich jedoch nur auf die Einsparungen von Elektroenergie. Andere Aspekte werden oft ausgeklammert, vergessen oder werbewirksam schöngerechnet.

Aspekte, welche die Einsparungen senken sind z.B. die fehlende Normung. Jeder Hersteller baut in der Regel inkompatibel zu anderen Herstellern. Eine Bestandsgarantie von 10 Jahren für Bauteile muss meist durch einen Preisaufschlag teuer erkauft werden oder wird erst gar nicht angeboten.

Des Weiteren gilt die Lebensdauer von ca. 100.000 Stunden und somit von über 23 Jahren nur für das eigentliche LED-Modul. Der zum Betrieb der Lampe notwendigen LED Treiber hat erfahrungsmäßig eine Lebensdauer von ca. 5 Jahren und müsste somit etwa vier Mal innerhalb der Lebensdauer gewechselt werden. Bei den Kosten pro LED-Treiber von 150 Euro würden auf die Stadt zusätzliche Kosten von über 600 Euro pro Lichtpunkt zukommen.

Bei etwa 11.000 Lampen im Stadtgebiet wäre dies eine enorme finanzielle Belastung. Die Garantiezeit beläuft sich bei diesen Bauteilen auf durchschnittlich 3 Jahre.


Veröffentlichung: 27.03.2019