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Stadtwerke-Insolvenz
Vonarb: „Schritt für Schritt den entstandenen Schaden korrigieren“ / Dank an die aktuelle Thüringer Landesregierung


Heute vor fünf Jahren begann die deutschlandweit einmalige Insolvenz der Stadtwerke Gera.

Oberbürgermeister Julian Vonarb kommentiert dieses Ereignis wie folgt:


„Die Stadtwerke-Insolvenz vor fünf Jahren hat der Stadt Gera enormen und langfristigen Schaden zugefügt. Die Insolvenz war die Folge mehrerer Fehlentscheidungen über einen längeren Zeitraum. Man hätte damals alles tun müssen, um die Insolvenz zu verhindern. Gera hat in der Folge viel öffentliches Eigentum verloren. So wurden beispielsweise die Anteile an der Energieversorgung, der Wohnungsgesellschaft und der Geraer Umweltdienste veräußert. Auch wurden damals viele Angestellte der Verkehrsbetriebe entlassen. Es war sicher für viele Bürger der Stadt ein Schock, dass so etwas möglich ist. Der Vertrauensverlust war groß, auch wenn die direkten Auswirkungen auf das tägliche Leben kaum spürbar waren. Enorm war jedoch der überregionale Image-Schaden, den die Stadt davon getragen hat. Aber nicht nur in Gera waren und sind die Folgen spürbar. In der ganzen Republik hat sich darauf das Verhältnis insbesondere zwischen Banken und kommunalen Unternehmen bis heute verändert.

Im zeitlichen Verlauf ist jedoch auch gehandelt worden. So hat die Stadt Gera im Jahr 2016 einen neuen Verkehrsbetrieb, den GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH, neu gegründet. Alle Mitarbeiter, Gebäude und das ganze Inventar von der insolventen Gesellschaft wurden gekauft. Seit 2016 wird dort an der Abarbeitung der Folgen der Insolvenz intensiv und mit gutem Erfolg gearbeitet. Zu Beginn des Jahres 2019 hat die Stadt Gera auch wieder einen kleinen Anteil an der Energieversorgung Gera gekauft.

Derzeit bietet der Mehrheitseigner der ehemals komplett kommunalen Wohnungsgesellschaft, GWB Elstertal, seine Beteiligung in Höhe von 74,9% der Anteile zum Kauf an. Der Übergang der Wohnungsgesellschaft in öffentliche Hände wird derzeit verhandelt. Mein ausdrücklicher Dank gilt dem Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow, der sich für Geras Anliegen offen gezeigt hat und sofort Unterstützung möglich machte. Diese Offenheit für Geraer Anliegen, der drittgrößten Stadt im Freistaat, war in der Vergangenheit nicht in diesem Maß vorhanden. Ich bin zuversichtlich, dass wir auf diese Weise Schritt für Schritt den entstandenen Schaden korrigieren können.“


Veröffentlichung: 03.07.2019