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Bevölkerungsbefragung mit guter Beteiligung: erste Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung Gera 2030 – Radfahren und Fußball beliebt


Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gera sind erfreulich aktiv. Sie können den Umfang ihrer Aktivzeit aber noch deutlich steigern, wenn sie etwas Gutes für ihre Gesundheit tun wollen. Zu diesem Ergebnis kommt das von der Stadtverwaltung beauftragte Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam. „Die Ergebnisse sind eine wichtige Orientierung für die künftige Planung der Stadtverwaltung. Diese muss sich an den konkreten Sport- und Bewegungsbedürfnissen unserer Bürgerinnen und Bürger ausrichten. Deshalb war es uns wichtig, sie in den Planungsprozess einbeziehen. Die gute Rücklaufquote bestätigt das große Interesse am Thema in der Bevölkerung" so Julian Vonarb, Oberbürgermeister der Stadt Gera.

7.500 per Zufallsziehung ausgewählte Bürgerinnen und Bürger haben im Mai und Juni einen Fragebogen zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten erhalten. 1.570 Personen haben sich beteiligt: „Mit 21 Prozent konnten wir eine gute Rücklaufquote erzielen, auch im Vergleich zu anderen bundesweit durchgeführten Sportverhaltensstudien“, erläutert Prof. Dr. Michael Barsuhn, wissenschaftlicher Leiter der Untersuchung. Im Rahmen der repräsentativen Bevölkerungsbefragung gaben 75 Prozent an, sportlich aktiv zu sein. Aber nur 44 Prozent erreichen auch tatsächlich Zeitumfänge, die zu körperlichen Veränderungen und andauernden Gesundheitseffekten führen. Deutlich wird auch, dass Sporttreiben im Verein im Durchschnitt höhere Gesundheitseffekte nach sich zieht als außerhalb des Vereins – ein gutes Argument für die Unterstützung der am Gemeinwohl orientierten Sportvereine in der Stadt Gera.

Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, dass neben den traditionellen Sportanlagen wie Sporthallen und Sportplätzen insbesondere der öffentliche städtische Raum, also z. B. Parkanlagen, Straßen, Radwege und Waldwege von den Bürgerinnen und Bürgern für sportliche Betätigung genutzt werden. „Die Alterung der Gesellschaft, sowie der anhaltende Trend zur Individualisierung und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein verschieben den Fokus hin zu sanften und ausdauerorientierten Sport- und Bewegungsformen," erläutert Barsuhn.

Und damit sind wir bei den beliebtesten Sportarten und Bewegungsformen der Geraer Bevölkerung: Hier rangiert Radfahren mit deutlichem Abstand auf Position eins, gefolgt von Fitnesstraining, Schwimmen, Spazierengehen sowie Laufen/Joggen.
Die beliebteste Mannschaftssportart ist Fußball.

Über die Bevölkerungsbefragung hinausgehend wurden auch alle Sportvereine und Schulen der Stadt im Rahmen eigener Online-Erhebungen zu ihren Bedarfen und Wünschen befragt.

Die Beteiligungsquoten lagen bei 42 Prozent bzw. 52 Prozent. "Was nun noch folgt ist die Befragung der Kindertagesstätten, weil der Bereich der frühkindlichen Sport- und Bewegungserziehung für ein gesundes Aufwachsen von großer Bedeutung ist", sagt Barsuhn. "Die Kitas der Stadt spielen nicht zuletzt als potentielle Kooperationspartner eine wichtige Rolle auch für den Vereinssport."

Darüber hinaus werden Anfang September alle Sportanlagen in der Stadt Gera durch Gutachter und zertifizierte Sportplatzprüfer des INSPO begangen und fachlich bewertet. In der Folge werden die gesammelten Daten vom INSPO ausgewertet und unter Beteiligung der prozessbegleitenden kooperativen Planungsgruppe zu Handlungsempfehlungen verdichtet. Eine erste Vorstellung von Zwischenergebnissen vor den städtischen Gremien ist für Dezember 2019 im Ausschuss für Kultur und Sport geplant.


Veröffentlichung: 20.08.2019