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Häusliche Gewalt gegen Frauen – und Männer – ist Alltag in Deutschland


Podiumsdiskussion und Buchlesung zum Thema Häusliche Gewalt: „Und er wird es wieder tun“ mit Simone Schmollack am 25. November zum Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen!"

Den 25. November, Internationaler Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen!", begeht das Geraer Netzwerk gegen häusliche Gewalt mit einer Podiumsdiskussion sowie Buchvorstellung. Die Veranstaltung beginnt 17 Uhr und findet in der Gedenkstätte Amthordurchgang statt. Die Podiumsdiskussion handelt sich um das Thema „Gewalt gegen Frauen“. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Gleichstellungsbeauftragen der Stadt erfolgt außerdem eine Buchvorstellung von Simone Schmollack zum Titel „Und er wird es wieder tun“.

Die Statistik des Bundeskriminalamtes ist alarmierend: 2018 wurden 455 Menschen Opfer von versuchtem Mord und Totschlag, betroffen davon 364 Frauen. Das heißt, dass eine Frau pro Tag Opfer wird. Tatsächlich starben 141 Frauen und 32 Männer durch ihren (Ex-)Partner. Zum Vergleich: In der Türkei wurden im Zeitraum Januar bis Juli 2019 285 Frauen ermordet. (Quelle: Schwarzes Meer v. 27. August 2019, S. 7) Insgesamt gab es demnach im vergangenen Jahr knapp 140.000 Fälle partnerschaftlicher Gewalt. Bundesfamilienministerin Giffey nannte die Zahlen „schockierend“ (PM, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend v. 2. Mai 2019).

Häusliche Gewalt verstößt gegen die Grundrechte und die Würde des Menschen. Die schädlichen Auswirkungen von Gewalt sind in der Regel komplex und betreffen auch die anwesenden Kinder. Häusliche Gewalt verursacht Leid. Neben diesem Leid entstehen bewusste und unbewusste Geschlechterstereotype. Von allen Formen der Gewalt, mit denen Menschen konfrontiert sind, ist die häusliche Gewalt eine der perfidesten und grausamsten. Mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention hat sich Deutschland zur Umsetzung umfassender Maßnahmen gegen Gewalt verpflichtet. Diese Geschlechterstereotype sind eine Achse zur Herstellung und Aufrechterhaltung von Diskriminierung. Gemäß UN-Frauenrechtskonvention CEDAW, die auch in Deutschland direkt anzuwenden ist, sind Stereotype überall abzubauen.

Eine Podiumsdiskussion mit Themen der praxisbezogenen Arbeit des Geraer Netzwerkes gegen häusliche Gewalt, gegründet 2004, stellt ebenfalls ein Ziel der Veranstaltung dar. „Nur im engen Zusammenwirken aller Akteure können wir häusliche Gewalt und diskriminierende Geschlechterstereotype bekämpfen und die Gesetzgebung zum Schutz von Frauen, Männern, Kindern und Jugendlichen mit Leben erfüllen“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.

Simone Schmollack, geboren im Jahr 1964, ist Journalistin und Sachbuchautorin. Sie studierte von 1984 bis 1989 Germanistik und Slawistik in Leipzig und russischen Smolensk sowie Journalistik an der Freien Universität in Berlin (Quelle: Autor auf westendverlag.de). Ihre Themen sind Frauen, Familie, Gender, häusliche Gewalt, Soziales, ostdeutsche Frauen bzw. Ostdeutschland etc. Sie sind in der Öffentlichkeit als diskussionsträchtig angesehene gesellschaftliche Problematik des Alltags - Gewalt hat viele Gesichter und kommt in allen sozialen Gruppen vor. Das Problem gehe durch alle gesellschaftlichen Schichten und alle ethnischen Hintergründe.

Mit dem Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" gibt es unter der kostenlosen Telefonnummer 08000 - 116 016 Unterstützung und Hilfe bei allen Formen von Gewalt gegen Frauen. Neben den betroffenen Frauen können sich auch Angehörige, Freunde und Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte an das Hilfetelefon wenden. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar, die Beratung sowohl kostenlos als auch vertraulich und wird in 18 Sprachen angeboten.

Veröffentlichung: 19.11.2019