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Deutlicher Anstieg der Besucherzahlen in Geras Museen


Erfolgreiche Bilanz 2019: ca. 55.000 Besucher bis Ende 2019

Erfreulich ist die Entwicklung der Besucherzahlen in diesem Jahr. So werden bis zum Jahresende, unter Berücksichtigung der Besucherzahlen zum gegenwärtigen Zeitpunkt, in den städtischen Museen ca. 55.000 Besucher gezählt werden können. Damit kann für das Museumsjahr in Gera, die zahlreichen Sonder- und Themenausstellungen, Veranstaltungen und museumspädagogischen Projekten eine sehr positive Bilanz gezogen werden. Zum Vergleich: 2018 besuchten 43.618 Bürger und Besucher die Museen in der Stadt.

Zweifellos ist das Thema „100 Jahre Gründung des Weimarer Bauhauses“ für unsere Museen, aber auch für zahlreiche Vereine und Kulturinitiativen 2019 ein besonderes, ja
d a s Ereignis im Jahr 2019 gewesen. Ob Themenausstellungen der Museen und Kunstgalerien oder eigens zum Thema organisierte Veranstaltungen der Musik und des Theaters. Alle waren Höhepunkte und sprachen Besucher auch außerhalb unserer Stadt an. Dank des Engagements der Geraer Arbeitsgruppe „Bauhausjahr 100“ - unterstützt von höchst engagierten Bürgerinnen und Bürgern und begleitet durch Unterstützer und Förderer - kann ein ausgesprochen positives Resümee des regionalen und überregionalen Interesses für das Fokusthema Bauhaus in all seinen Facetten und Darstellungen vom Haus Schulenburg über die Galerie für zeitgenössische Kunst in der Häselburg Gera bis zur Orangerie und dem Museum für Angewandte Kunst, gezogen werden.

Ein Höhepunkt für die Geraer Museen war die 21. Geraer Museumsnacht Ende August 2019, die zahlreiche große und kleine Geraer und Gäste zu nächtlicher Stunde in die Museen einlud. Neben den klassischen Ausstellungsprogrammen wurde viel Unterhaltung, Angebote zum Mitmachen und Nichtalltägliches geboten.

Ausgesprochen positiv wurde, insbesondere von den zahlreich in unserer Stadt agierenden Kulturvereinen und Initiativen, aufgenommen, dass seitens der Stadt Gera und dem Ausschuss für Kultur und Sport die Förderung für Kulturprojekte in der freien Szene auch 2019 weitergeführt wurde. So konnten aus den Mitteln des Kommunalen Lastenausgleichs für kulturelle Aufwendungen im Jahr 2019 insgesamt 70.873 Euro an 25 Kulturprojekte ausgeschüttet werden. Die Gelder wurden dann für kulturelle Veranstaltungen wie die „Fete de la Musique“, die Thüringer Tage der Jüdisch-Israelischen Kultur, die Höhler Biennale oder das Mittelalterspektakel genutzt.

Die Veranstaltungen anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution, Festveranstaltung, Gesprächsrunden, Lesungen, Ausstellungen ect., vorbereitet durch ein Netzwerk Geraer Kultur- und Gedenkeinrichtungen rundeten im späten Herbst einen dichten Veranstaltungsreigen mit einem ehrenamtlich organisierten Open Air - Rockkonzert in unserer Stadt ab.


Ausstellungshöhepunkte im STADTMUSEUM

Mit Hilfe des Fördervereins gelang dem Stadtmuseum im Jahr 2019 der Ankauf von zwei Porträts aus der Geraer Kaufherren- und Fabrikantenfamilie Münch. Das ältere, ein sehr qualitätsvolles Biedermeiergemälde, entstand um 1840 und zeigt Gustav Münch (1810-1881). Das jüngere wurde 1909 gemalt und zeigt Alfred Münch, den Besitzer einer Geraer Weberei. (siehe Fotos: Stadtverwaltung Gera).

An Höhepunkte des Jahres können vor allem zwei Ausstellungen benannt werden. „Ötzi – der Mann aus dem Eis“, ein Ausstellungsprojekt des Neanderthalmuseums in Mettmann, vom 29. Mai bis 1. September 2019 mit 3103 Besuchern und die aktuelle Sonderausstellung „Eisenbahn und Feuerwehr, Puppenherd und Teddybär“. Die Ausstellung läuft mit großem Erfolg seit 16. Oktober 2019 und zählt bereits 4600 Besucher. Seit Anfang Dezember sind die Ausstellungsräume zudem weihnachtlich geschmückt, die Besucher können zusätzlich noch einen Blick in die „Werkstatt des Weihnachtsmanns“ werfen.

Die Planungen für eine Sonderausstellung zur Geschichte des Schlosses Osterstein haben bereits begonnen. Die Ausstellung ist ein Beitrag zum 1025. Jahrestag der Ersterwähnung Geras 2020. Als Sitz der Landesherrschaft war Schloss Osterstein der Ort, von dem aus die Entwicklung Geras über Jahrhunderte hinweg gelenkt und bestimmt wurde. Eine entsprechende Würdigung fehlte bisher. Die voraussichtliche Eröffnung der Ausstellung findet am 20. November 2020 statt.


Das Jahr 2019 im Museum für Naturkunde

Das Jahr 2019 war für das Museum für Naturkunde Gera erfolgreich. Bis Ende November 2019 wurden 11.611 Besucher gezählt. Damit wird das Museum bis Jahresende 2019 mehr als 12.000 Besucher begrüßt haben – die zweitbeste Besucherresonanz für das Museum in den vergangenen 10 Jahren. Im Jahr 2018 zählte das Museum für Naturkunde vergleichsweise insgesamt nur 10.912 Besucher. Gegen den Trend sinkender Besucherzahlen in vielen Thüringer Häusern konnten also mehr Gäste für das Schreibersche Haus gewonnen werden. 201 Vorschul- und Schülergruppen kamen im Rahmen der museumspädagogischen Angebote ins Museum – allein dies sind 3.852 Personen. Hinzu kommen zahlreiche öffentliche und bestellte Veranstaltungen wie die Ferienprogramme für Kinder, Jugendliche und die ganze Familie oder Kindergeburtstage.

Seit Januar 2019 erstrahlt für die Öffentlichkeit der Kabinettausstellungsraum des Mineralienhöhlers im Museum für Naturkunde Gera dank moderner Technik in neuem Licht. Durch den Verein Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde konnte die Beleuchtung im Ausstellungsraum im Rahmen einer Investition in Höhe von ca. 3200,- Euro zweckmäßig und energieeffizient umgebaut werden. Auch „äußerlich gab es Veränderungen, denn am Eingangsportal des Museums für Naturkunde wurden im Oktober 2019 einige Umbauten wegen sichtbaren Verwitterungserscheinungen durchgeführt. Die bildhauerischen Ergänzungen aus Mörtel lösten sich bereits teilweise ab und zahlreiche Risse mussten geschlossen werden. Insgesamt standen für das Projekt 22.451,37 Euro zur Verfügung.

In zahlreichen Wechselausstellungen widmete sich das Museum diversen regionalen und globalen naturkundlichen Themen. Seit Jahresbeginn bis September 2019 präsentierte eine Kabinettausstellung den Diabas-Steinbruch Dörtendorf, eine Erloschene Mineralfundstelle in Ostthüringen. Insbesondere in den späten 1990er Jahren gelangen im damals noch in Betrieb stehenden Steinbruch beachtliche Mineralfunde, vor allem formenreiche Quarzkristalle bis hin zur wasserklaren Quarz-Varietät Bergkristall.

Seit August 2019 widmet sich die große Jahresausstellung des Museums dem Motto „Ich leb‘ nicht gern allein – tierisch sozial“. Dieses Projekt möchte einen Überblick über die verschiedenen Weisen des Zusammenlebens von Tieren liefern. Sieben thematische Schwerpunkte bringen dem Besucher die Mannigfaltigkeit und Faszination tierischen Sozialverhaltens nahe, erklären anschaulich aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der Ethologie (Verhaltensbiologie) und schließen mit einem Exkurs in das komplizierte Mensch-Tier-Verhältnis ab.

Außerdem rückte das Museum in einer weiteren Ausstellung seit Oktober 2019 das 200-jährige Fall-Jubiläum des Pohlitzer Meteoriten in den Mittelpunkt des Interesses. Dieser fiel am 13. Oktober 1819 gegen 8 Uhr im dichten Nebel auf das Feld des Gutsbesitzers Johann Gottlieb Rothe zwischen Pohlitz (Bad Köstritz) und Langenberg (Gera) im Gebiet beim heutigen Chemiewerk Bad Köstritz. Sechs der weltweit verteilten Teilstücke des Pohlitzer Meteoriten konnten im Rahmen dieser Schau zusammengetragen werden. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung einen allgemeinen Querschnitt aus der faszinierenden Welt der Meteorite. Neben weiteren Stein-Meteoriten sind auch Metall-Meteoriten wie z. B. aus dem Gibeon-Streufeld in Namibia und aus dem Odessa-Meteor-Krater in Texas/USA zu sehen. Besonders beeindruckend sind zudem Stein-Eisen-Meteorite (Pallasite) aus Russland und Weißrussland. Auch bei der Geraer Museumsnacht 2019 stand das Thema das Pohlitzer Meteoriten in Form eines pyrotechnischen Spektakels, das den Meteoritenfall nachempfunden hat, im Fokus.

Zum zweiten Mal war das Museum für Naturkunde Gera Partner bei der Verleihung des Karl-von-Frisch-Preises am 31. August 2019. Der Karl-von-Frisch-Preis wird jährlich vom Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin Deutschland (VBIO) an Schüler und Schülerinnen der Abiturjahrgänge mit besonders guten Leistungen vergeben. Die Preisträger besuchten mit ihren Familien und Freunden nach Erhalt des Preises natürlich ausgiebig das Museum.

Aber auch als Partner und Leihgeber für Projekte und Ausstellungen anderer Einrichtungen war das Museum für Naturkunde Gera 2019 präsent. An der Sonderausstellung „Aenne Biermann – Vertrautheit mit den Dingen“ in der Stiftung Ann und Jürgen Wilde in München beteiligte sich das Museum für Naturkunde als Leihgeber mit zwei sehr seltenen Publikationen des Geraer Heimatforschers Rudolf Hundt (1889 - 1961), die erste Aufnahmen von Aenne Biermann enthalten. Hingegen wurden für die Sonderausstellung „Steinreich – Goldschätze der geologischen Sammlung“ im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg in Rudolstadt vier hochwertige Goldminerale leihweise zur Verfügung gestellt.

Mit Sicherheit wird es im Jahr 2020 genauso abwechslungsreich und vielfältig im Museum für Naturkunde Gera werden. Das Thema der großen Jahresausstellung werden Gifte in der Natur sein.


Kunstsammlung Gera – Das Jahr für die Orangerie und das Otto Dix Haus Gera

Die Kunstsammlung Gera beteiligte sich an den landesweiten Aktivitäten im „Thüringer Bauhaus-Jahr 2019“ mit einem komplexen Ausstellungs- und Katalogprojekt, in dessen Zentrum das Schaffen des 1991 in Gera verstorbenen Bauhauskünstlers Kurt Schmidt (1901-1991) stand. Dem Kunstmuseum seiner Wahlheimat Gera vertraute der Künstler noch zu Lebzeiten seinen künstlerischen Nachlass an. Das war ein Grund, sich dem Werk von Kurt Schmidt immer wieder unter neuen Aspekten zu widmen und sein Schaffen ins öffentliche Licht zu rücken. Die Ausstellung „Intermediale Experimente“ ist noch bis zum 10. Juni 2020 zu sehen.

Eine weitere Sonderausstellung in der Kunstsammlung Gera ist seit 6. Dezember 2019 in der Orangerie als Höhepunkt eröffnet worden. „Kurt Günther - Zwischen Dur und Moll. Werke des Meisters der Neuen Sachlichkeit aus dem Bestand der Kunstsammlung Gera“ kann bis zum 8. März 2020 besucht werden. Der 1893 in Gera geborene Kurt Günther ist neben Otto Dix der bedeutendste Vertreter des sozialkritischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit in Thüringen. Seine Arbeiten changieren „zwischen Dur und Moll, Taghelle und Nächtlichkeit, zwischen Unsch uld und Raffinement, Grauen und Bewunderung“, so der zeitgenössische Kunstkritiker Franz Roh 1928. Die Kunstsammlung Gera hat es sich zum Ziel gesetzt, Kurt Günthers Werk zu würdigen und dazu beizutragen, dass es dem ihm angemessenen Platz in der Kunstgeschichte zugewiesen bekommt. Mit dieser Ausstellung werden 110 Exponate - 20 Gemälde, 70 Aquarelle, Zeichnungen und 20 Druckgrafiken - aus dem eigenen umfangreichen Sammlungsbestand, ergänzt durch ausgewählte private Leihgaben aus dem Nachlass des Künstlers präsentiert.

Im neuen Jahr werden zwei besondere Ausstellungen präsentiert. Die Kunstsammlung Gera will mit der Ausstellung „Magische Realisten aus den Niederlanden“ jene künstlerische Tendenz des westlichen Nachbarn vorstellen und würdigen, die als Reaktion und Parallelströmung zur deutschen „Neuen Sachlichkeit“ in der ersten Jahrhunderthälfte entstand und für die sich der kunsthistorische Begriff „Magische Realisten“ herauskristallisiert hat. Der Ausstellungszeitraum ist geplant vom 23. März bis 21. Juni 2020. In der zweiten Jahreshälfte wird ein Blick auf die Klassische Modern geworfen. „Aus dem Verborgenem. Werke der Klassischen Moderne aus Privatbesitz“ zeigt vom 10. Juli bis 11. Oktober 2020 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken. Werke unter anderem von Arestide Maillol, August Renoir, Lovis Corinth, Ernst Barlach, Karl Schmidt-Rottluff, Oskar Kokoschka, Paul Klee, Lyonel Feininger, Karl Hofer, Otto Dix und vielen weiteren werden dort vereint sein.

Das Otto-Dix-Haus Gera konnte dieses Jahr wieder bedeutende internationale Ausstellungsprojekte mit wichtigen Leihgaben aus der eigenen Dix-Sammlung unterstützen. Die von Otto Dix 1934 geschaffene Landschaft „Winter in Randegg“ und die 1941 entstandenen „Schlittschuhläufer auf dem Bodensee“ wurden in Belgien im Kasteel van Gaasbeek in der Ausstellung „Feast of Fools. Bruegel Rediscovered” – „Das Narrenfest. Bruegel wiederentdeckt“ gezeigt. Ebenso waren Dix-Werke in Innsbruck im Tiroler Landesmuseum zu sehen. Neben dem Werk „Samenfichte auf der Hammelburg“ (1913) war die Dauerleihgabe der Sparkasse Gera-Greiz in der Kunstsammlung „Holzschlag auf dem Weinberg II“ (um 1913) vertreten. Die Ausstellung „Albin Egger-Lienz und Otto Dix. Bildwelten zwischen den Kriegen“ zeigte Bilder der beiden Künstler, die zu den eindrucksvollsten Auseinandersetzungen mit dem Ersten Weltkrieg und dessen Folgen zählen. Die Schau war die bisher umfangreichste Präsentation von Dix Werken zwischen 1910 und 1930 in Österreich.

Jan Dix wurde als jüngster Sohn des Malers Otto Dix und seiner Frau Martha 1928 in Dresden geboren. Das Otto-Dix-Haus zeigt noch bis zum 26. Januar eine kleine Auswahl seiner Werke aus mehreren Jahrzehnten. Zu sehen sind Schmuckgestaltungen, Silberarbeiten und Kleinplastiken.


Große Besucherresonanz für das Museum für Angewandte Kunst im Bauhausjahr 2019

Das Bauhausjahr 2019 hat zu einer großen Besucherresonanz im Museum für Angewandte Kunst geführt. Die Sonderausstellung „Aktuelles Design aus Thüringen im Bauhausjahr“ ist ein Projekt des Fördervereines „Freunde des Ferberschen Hauses“ e.V. in Kooperation mit dem Museum für Angewandte Kunst. Exponate aus den Sammlungen werden den aktuellen Designentwicklungen in Thüringen gegenübergestellt. Nicht nur für absolute Bauhaus-Freunde lohnte sich ein Besuch in jedem Fall. Ergänzend dazu wurde bis zum 22. September 2019 die Ausstellung „Bauten der Moderne in Gera. Thilo Schoder und Kollegen“ präsentiert. Leben und Werk der Architekten, die neben Thilo Schoder das Bild des neuen Bauens in Gera prägten, standen hier im Mittelpunkt der Darstellungen.


Veröffentlichung: 02.01.2020