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11 Tage im Zeichen der Familie

Veranstaltungsreihe der Frauen- und Familiendekade vom 04. bis 14. März 2020


Von einer Frauentagsparty im Kultur- und Kongresszentrum, über einen Tag der offenen Tür des Frauensportclubs Mrs. Sporty bis hin zu Buchlesungen und Ausstellungen rund um das Thema Identität von Frauen und Familien – das Veranstaltungsspektrum ist groß und abwechslungsreich, welches im März in Gera organisiert wird. „Gera hat als ostdeutsche Stadt eine besondere Tradition, was die Emanzipation der Frau und die Gleichberechtigung der Geschlechter betrifft. Arbeitende Mütter waren in der DDR keine Seltenheit. Die Frauen- und Familiendekade will sich der historischen Perspektive widmen und zugleich auf die Vielfalt der Geschlechtsidentitäten im Jahr 2020 hinweisen. Das ist gut und richtig so, denn unsere Stadt wird attraktiver für den Zuzug junger Familien, wenn sie hier auch ernst- und wahrgenommen werden“, betont Oberbürgermeister Julian Vonarb.

Das Ziel der Frauen- und Familiendekade 2020 sei nicht nur, die klassischen Themen wie Frauenförderung und Antidiskriminierungsarbeit voran zu bringen, sondern auch die Verbesserung der Familienfreundlichkeit, sprich randzeit- und flexible Kinderbetreuung und Arbeitgeberattraktivität in den Fokus zu rücken. „Vorurteile bekämpfen und die Mauern in den Köpfen abzubauen ist unser Hauptanliegen. Und zwar konkret solche gegenüber dem weiblichen, männlichen, schwul-lesbischen Teil der Bevölkerung, sowie gegenüber Menschen mit diverser Hautfarbe“, führt Dr. Lilia Uslowa, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gera, und Organisatorin der Frauen- und Familiendekade aus.


Öffentliche Veranstaltungen im Überblick:

Dienstag, 10. März 2020, ab 10 Uhr
Tag der offenen Tür: Koordinierungsstelle Lokales Bündnis für Familien Gera, Zschochernstraße 35

Mittwoch, 11. März 2020, ab 9 Uhr
„Zeit für mich“ Verwöhnfrühstück zum Frauentag, Familienzentrum Gera

Donnerstag, 12. März 2020, ab 9 Uhr
Info-Tag „Selbstmanagement des beruflichen Wiedereinstiegs“ – Chancengleichheit, Vereinbarung von Familie und Beruf, Wiedereinstieg ins Berufsleben für Frauen, Agentur für Arbeit Gera

+++ABGESAGT+++Samstag, 14. März, ab 11 Uhr
Aktionstag „Imagine All The People Sharing All The World”, Gera Arcaden



Dr. Lilia Uslowa, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gera Interview mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Gera, Lilia Uslowa, zur Frauen- und Familiendekade 2020

Liebe Frau Uslowa, die von Ihnen initiierte Frauen- und Familiendekade hat gerade Halbzeit und läuft sehr erfolgreich. Wie sind Sie auf diese Idee für diese Veranstaltungsreihe gekommen?

Lilia Uslowa: „Die Aufgaben der Geleichstellungsbeauftragten in den Kommunen wurden im Jahr 2018 neu definiert. Neben der Antidiskriminierung und der ungleichen Bezahlung zwischen Männern und Frauen rückt auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer mehr in unseren Fokus. Ich habe Anfang 2019 das Amt übernommen und schon nach einigen Wochen stand für mich fest, dass es gut wäre, mehrere Veranstaltungen zu bündeln und daraus eine Frauen- und Familiendekade zu entwickeln. Ich bin auf einige Partner zugegangen und habe gefragt, was sie von der Idee halten und das Feedback war sehr positiv.“

Die Dekade umfasst knapp 20 Veranstaltungen und ist thematisch sehr vielfältig

Lilia Uslowa: „Das war ja auch mein Ziel. Ich wollte ganz viele Bereiche und viele aktuelle Themen abdecken. Zum einen, wie wir es schaffen, bessere Möglichkeiten, gerade für Alleinerziehende zu schaffen, ihre Kinder auch mal nach den regulären Öffnungszeiten der Kitas betreuen zu können? Oder pflegende Personen? Wie können wir deren Bedingungen verbessern? Andererseits rücken wir auch die in der DDR geschiedenen Frauen mit einer Ausstellung in den Mittelpunkt, reden über häusliche Gewalt und klären auf zum Thema „Vielfalt ist klasse. Wie farbig ist bunt? Sprachförderung, Transidentitäten, Gender, Diversity und Mainstreaming – Umgang mit Vielfalt und Elternarbeit in Kindergarten und Grundschule.“ Zu guter Letzt gibt es am Samstag einen Aktionstag in den Gera Arcaden, wo man sich an verschiedenen Infoständen zu diesen Themen informieren kann. Mit Unterstützung unseres Thüringer Staatsballetts.

Das klingt nach einem abwechslungsreichen Programm. Wie ist die Resonanz bisher?

Lilia Uslowa: „Überwältigend. Bisher haben viele Menschen die Angebote genutzt. Die Schüler beim Vortrag Jugend und Jugendpolitik in der DDR waren so fasziniert, dass sie 90 Minuten lang nicht auf ihr Handy geschaut haben. (lacht)

Sie haben die Dekade ein Jahr lang vorbereitet. Wie groß ist der Stein, der Ihnen am Sonntag vom Herzen fällt?

Lilia Uslowa: „Ich glaube, die Alpen reichen nicht aus. Aber es ist ein wunderbares Gefühl zu sehen, wenn es etwas bringt. Es ist wichtig, nicht nur im eigenen Saft zu schmoren, sondern auch über den Tellerrand zu schauen. Und ich denke, das ist ganz gut gelungen. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei allen Akteuren herzlich bedanken. Was wir gemeinsam geschaffen haben, kann sich wirklich sehen lassen.“

Veröffentlichung: 07.02.2020