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    Stadtmuseum Gera

    Museumsplatz 1
    07545 Gera
    Tel.: 0365 8381470
            0365 55249954(Kasse Höhler)
    Fax: 0365 8381473


    Öffnungszeiten
    Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen 12 bis 17 Uhr

„Geliebt, gehasst, geduldet – Groschenhefte in der DDR“

Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum vom 10. Juni – 18. Oktober 2020


(Stadt Gera / David Hoffmann) Am 10. Juni beginnt im Stadtmuseum die Sonderausstellung „Geliebt, gehasst, geduldet“ – Groschenhefte in der DDR“. Die Ausstellung mit rund 300 Objekten stellt die in der DDR auf bis zu 48 Seiten erschienenen Reihen wie Blaulicht, Das neue Abenteuer, Erzählerreihe, Tatsachen oder Meridian sowie ihre inhaltliche Ausrichtung vor. Die Geschichte der Groschenhefte in der DDR erzählt zugleich ein spannendes deutsch-deutsches Kapitel aus der Zeit des Kalten Krieges.

Matthias Wagner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stadtmuseum präsentiert Groschenromane aus der aktuellen Ausstellung. (Stadt Gera / David Hoffmann) „Erschreckend häufen sich jetzt die von Jugendlichen begangenen Verbrechen.
Ihre Anleitung erhalten sie durch die Schundromane, die von Westberlin in die DDR eingeschleust werden.“ Solche und ähnliche Meldungen finden sich häufig in den ostdeutschen Zeitungen der 1950er Jahre. Die Kritik zielte vor allem auf die sogenannten Groschenromane, billig produzierte und reißerisch aufgemachte Hefte, die mit zahllosen Western, Kriminal- und Abenteuergeschichten den westdeutschen Markt überschwemmten. Sogar die DEFA produzierte zu dieser Thematik den Kurzfilm „Attentat auf unsere Kinder“, welchen man in der Ausstellung zu sehen bekommt.
(Stadt Gera / David Hoffmann) Begünstigt durch die offene Grenze zwischen den beiden deutschen Ländern, wurden die Hefte auch im Osten Deutschlands gern gelesen. Die DDR hatte der Flut dieser Hefte zunächst nichts Vergleichbares entgegenzusetzen.
Ab Mitte der 1950er Jahre begannen ostdeutsche Verlage, vermehrt eigene Heftreihen zu veröffentlichen, die natürlich anders und besser sein sollten als die westdeutschen „Schmöker“. In den ersten Jahren unterschieden sich die ostdeutschen Reihen in ihrem äußeren Erscheinungsbild jedoch kaum vom kapitalistischen Gegenstück. Titel und grafische Gestaltung waren ähnlich aufreizend und verlockend. Worin lag also der Unterschied?

Veröffentlichung: 09.06.2020