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Mobilität der Zukunft: Geras Beitrag für ein Bundesforschungszentrum wird wissenschaftlich erarbeitet

Kick-off Treffen von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Rathaus Gera


Im Rathaussaal trafen sich Experten aus verschiedenen Bereichen um gemeinsam an einem Konzept zu arbeiten. (Stadt Gera/Monique Hubka) Für Geras Beitrag zu einem ‚Deutschen Zentrum Mobilität der Zukunft‘ entsteht in den nächsten Wochen ein wissenschaftliches Konzept, das im Herbst dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt wird. An dem Konzept arbeiten renommierte Verkehrsforscher und Experten für innovative und nachhaltige Mobilität.

Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Wir brauchen einen Standort für die Erforschung moderner und sauberer Mobilität – auch jenseits der Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin, um Stadt und Land besser zu vernetzen. Die Menschen wollen sauber, bequem und zuverlässig von A nach B kommen können. Gera samt Region hat genau dafür das Potential und kann neben dem bereits bestehenden „Kompetenzzentrum für autonomes Fahren und Mobilität 2030“ auf ein gutes Netzwerk in ganz Thüringen bauen.“

Oberbürgermeister Julian Vonarb ergänzt: „Als Forschungsstandort bietet Gera optimale Voraussetzungen. Damit meine ich nicht nur die gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur der Stadt. Öffentliche Projekte wie das Stadtentwicklungsprojekt „SMARTCity Gera“ und das bereits 2018 gegründete „Kompetenzzentrum für autonomes Fahren“ zeugen von der hohen Innovationskraft und dem engagierten Bestreben von Kommune, Unternehmen und Bürgern, gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung innovativer Logistik- und Mobilitätskonzepte zu leisten.“



Großes Medieninteresse am Thema Mobilität der Zukunft. (Stadt Gera/Monique Hubka) Für die Entwicklung des Standortkonzeptes konnte das Umweltministerium anerkannte Wissenschaftler auf dem Gebiet der Mobilitätsforschung gewinnen. Zum Auftakt im Geraer Rathaus begrüßen Ministerin Siegesmund und Oberbürgermeister Vonarb die drei Verfasser des neuen Konzeptes, Prof. Andreas Knie (Wissenschaftszentrum Berlin), Prof. Matthias Gather (FH Erfurt) und Prof. Uwe Plank-Wiedenbeck (Bauhaus-Universität Weimar).
Für sie geht es im Auftrag um Fragen von Erreichbarkeit und Daseinsvorsorge, Geschäftsmodelle und Nachfragepotenziale oder die Mobilitätssicherung auch ohne eigenes Auto. Dazu gehören auch neue Technologien wie Autonomes Fahren und digitale Mobilitätskonzepte, Wasserstoffwirtschaft und Elektromobilität.

Prof. Andreas Knie erklärt: "Wir müssen in Deutschland wieder mehr Experimentieren. Gera wäre mit seinem Umland ein sehr geeignetes Testfeld für vernetzte und nachhaltige Mobilität. Die Stadt mit ihrem hochentwickelten öffentlichen städtischen Verkehrssystem und ihr sehr ländlichen Umland mit vielen dörflichen Strukturen bieten für alle Anwendungen neuer Mobilität abseits der Metropolkerne den passenden Erprobungsraum."
Anja Siegesmund setzt sich für einen Standort in ihrer Heimatstadt ein. (Stadt Gera/Monique Hubka) Hintergrund:
Umweltministerin Siegesmund hatte im März dieses Jahres Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für ein "Deutsches Zentrum Mobilität der Zukunft“ in München als verpasste Chance kritisiert und Gera ins Gespräch gebracht. Schließlich gehe es um ein innovatives Forschungs- und Kompetenzzentrum UND eine Standortpolitik, die bestehende strukturelle Ungleichgewichte zwischen den Regionen beseitigen solle. Gera stehe für beides. In seinem Antwortbrief im Mai würdigt der Verkehrsminister Geras Potenzial im Bereich Nachhaltige Mobilität und bietet weitere Gespräche an.

Veröffentlichung: 23.07.2020