deutsche Version dieser Seite deutsch | english version of this page english | Schriftgröße: - A A + | GeoPortal Stadtplan anzeigen
Logo Bender Interaktiver Stadtplan
Suche


Tag des offenen Denkmals erstmals online am Start


Am 13. September können sich Interessierte über wichtige Kulturdenkmale Geras digital informieren

Jedes Jahr heißt es deutschlandweit am zweiten Sonntag im September: Türen auf zum Tag des offenen Denkmals. 2020 sieht die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im Sinne des Infektionsschutzes jedoch von öffentlichen Veranstaltungen ab und setzt mit einem umfangreichen Online-Programm ganz auf digitale Information. Auch die Stadt Gera beteiligt sich an dem beliebten Aktionstag im neuen Format. So stehen auf der Geraer Website ab dem 13. September für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger Flyer zum Download zu Verfügung, in denen über eine Vielzahl denkmalgeschützter Gebäude der Stadt informiert wird.

Den Mittelpunkt des Interesses bilden in diesem Jahr gleich drei Jubilare: Der vom Geraer Thilo Schoder entworfene Industriebau Golde in der Wiesestraße 202, der vor 100 Jahren errichtet wurde und als Pionierleistung des Architekten gilt. In der ehemaligen Amthorschen Handelsschule in der Humboldtstraße 25 wird zudem der 200. Geburtstag von Dr. Eduard Amthor begangen. Der Schuldirektor, Verleger, Buchhändler und Schriftsteller machte Gera mit der Ausbildung von Betriebswirten und Prokuristen zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort mit großer Außenwirkung. Die Salvatorkirche schließlich begeht ihren 300. Jahrestag. Sie wurde 1720 an Stelle der 1686 abgebrannten Niclaskapelle errichtet. Der Turmbau war 1780 gerade fertiggestellt, als der große Stadtbrand auch das neue Gebäude zerstörte. Unmittelbar darauf folgte der Wiederaufbau. Seither gehört die Kirche mit ihrem markanten Turm zu den Wahrzeichen der Stadt Gera.

Einen zweiten Informations-Schwerpunkt setzt die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadtverwaltung Gera in diesem Jahr mit solchen Denkmalen, die aufgrund von Sanierungsarbeiten für die Öffentlichkeit aktuell nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind. Dazu gehört neben dem über 400 Jahre alten Fachwerkgebäude am Gries 5 auch die Marienkirche im Stadtteil Untermhaus, eine der ältesten Kirchen Geras. Ihr im Stilmix von Renaissance und Neogotik errichtetes Gebäude prägt wie kaum ein anderes das Stadtbild Geras. Wichtige Instandsetzungsarbeiten finden derzeit auch an der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche Vierzehnheiligen in Langenberg statt. Das Kirchgebäude mit Ausstattung, Kirchhof und Einfriedung gehört zum Denkmalensemble Langenberger Kirchplatz. Schließlich informiert die Untere Denkmalschutzbehörde Gera auch über das Schreibersche Haus, dem ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt. Erst vor kurzem wurden das historische Sandsteinportal, die plastischen Formsteine sowie die Figuren am Eingang saniert. Nun begrüßen Merkur und die Göttin des Fleißes wieder fest verankert und stabil die Besucher des Museums für Naturkunde.

Hintergrundinformation:
Der Tag des offenen Denkmals findet seit 1993 jährlich im September statt und wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days, einer Initiative des Europarats. An diesem Aktionstag können auch Kulturdenkmale, die üblicherweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, besucht werden. Damit soll auf die reiche Denkmallandschaft Deutschlands und die wertvolle Arbeit des Denkmalschutzes aufmerksam gemacht werden. In diesem Sinne öffnen auch in Gera jedes Jahr im September zahlreiche Kulturschätze ihre Pforten. Unter dem bundesweiten Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ konnten Interessierte 2019 unter anderem die Gebäude der ehemaligen Woll- und Seidenweberei Schulenburg und Bessler und der Schäferschen Klinik sowie zahlreiche Wohnhäuser im Bauhausstil besichtigen.

Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals finden Sie hier:
https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/
https://www.gera.de/Denkmaltag



Veröffentlichung: 11.09.2020