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Stadt Gera widmet sich dem Thema Suizid

Start der gemeinsamen Veranstaltungsreihe mit der Telefonseelsorge Ostthüringen und der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Gera


Am Freitag, den 3. September 2021, wurde im Rathaus die Ausstellung „Suizid - keine Trauer wie jede andere“ eröffnet. Die Ausstellung des Vereins für Angehörige um Suizid (AGUS e.V.) leistet in den drei Themenfeldern „Wer stirbt durch Suizid“, „(K)eine Trauer wie jede andere?“ und „Helfer durch die Trauer!“ auf insgesamt 23 Schautafeln offene Aufklärungsarbeit und gibt kompetente Hinweise im Umgang mit diesem Thema.
„Die Auseinandersetzung mit dem Thema Selbsttötung bedeutet für die meisten Menschen absolute Überwindung und ist noch immer ein Tabu. Die Ausstellung möchte helfen, die Mauer des Schweigens aufzubrechen. Sie informiert, sensibilisiert und macht auf die Situation der Hinterbliebenen aufmerksam“, erläuterte Sandra Wanzar, Beigeordnete für Jugend und Soziales der interessierten Öffentlichkeit. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 10.000 Menschen durch einen Suizid. „Es ist uns daher ein besonderes Anliegen, das Thema Suizid stärker ins Bewusstsein zu rücken. Von jedem Suizid sind etwa sieben nahe Angehörige und enge Freunde unmittelbar betroffen. Ihre Trauer stößt oft auf viele Fragen und Unverständnis. Wir möchten mit dieser Ausstellung, den Veranstaltungen und Gesprächsräumen dem Thema sowie den Betroffenen eine Stimme geben. Daher möchte ich insbesondere der Leiterin der Telefonseelsorge Ostthüringen, Frau Sachse, für ihre Initiative danken, die Veranstaltungsreihe gemeinsam mit uns und der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Gera durchzuführen“, so Frau Wanzar.

Veranstalter der Aufklärungswoche von „Gegen die Mauer des Schweigens“ sind die Stadt Gera, die Telefonseelsorge Ostthüringen, die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Gera in Kooperation mit dem Diakonieverbund Gera, der AGUS Weimar, dem SRH Wald-Klinikum, dem Nest– Netzwerk für Suizidprävention in Thüringen, dem Filmclub Comma e.V., dem Stadt- und Regionalbibliothek, der Ökumenischen Akademie Gera/ Altenburg, dem Thüringer Medienbildungszentrum Gera und der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen/Behindertenbeauftragte der Stadt Gera.
Ein Rahmenprogramm mit Lesung, Film, Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion begleitet die Ausstellung bis zum 17. September 2021. An den Veranstaltungstagen führt Petra Reinhold vom AGUS e.V. Interessierte jeweils zwischen 15 Uhr und 17 Uhr durch die Ausstellung im Rathaus.

Das Rahmenprogramm im Überblick:

Suizid im gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Kontext
Datum: Montag, 06.09.2021, 18:00 – 20:00 Uhr,
Ort: Stadt- und Regionalbibliothek Gera, Puschkinplatz 7a
Lesung mit Pfarrer Michael Kleim. Im Anschluss Gespräch mit Petra Reinhold (AGUS.)
Michael Kleim begleitet als Seelsorger immer wieder Menschen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben. Jede Trauer bedeutet eine schwere psychische Krisensituation. Doch nach einem Suizid legen sich zusätzliche Lasten auf die Seele. Der Geraer Pfarrer hat ein Buch geschrieben, in welchem er mit viel Empathie auf die Probleme der Hinterbliebenen eingeht. Er verweist darauf, dass der Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Suizid unmittelbar Einfluss auf die Situation der Angehörigen und somit den Trauerverlauf hat.

- Weltweiter Tag der Suizidprävention -
Fachtag „Suizid“ – Möglichkeiten zur Prävention, Intervention & im Umgang mit Trauer
Datum: Freitag, 10.09.2021, 09:30 - 13:00 Uhr
Ort: Rathaussaal, Kornmarkt 12
Weiterbildung für Fachkräfte in Medizin, Sozial- und Bildungsarbeit sowie für Interessierte.

„Bruder Jakob, schläfst du noch?“
Datum: Dienstag, 14.09.2021, 18:00 - 20:00 Uhr
Ort: Filmclub-Comma e.V., Heinrichstraße 47
Dokumentarfilm von Stefan Bohun
Vier Brüder auf einer Reise zurück in die Vergangenheit. Es ist ein gemeinsamer Weg der Erinnerungen, der nach dem Tod des fünften Bruders im Gebirge in Tirol beginnt und in einem Hotelzimmer in Porto endet. Ein persönlicher Film über das Trauern und den Abschied, über Heiterkeit und das Ankommen. Und über das Wiedersehen und Wiederfinden.

Wieviel Offenheit verträgt das Thema Suizid? – Social Media und Suizidprävention.
Datum: Donnerstag, 16.09.2021, 18:00 - 20:00 Uhr
Ort: Kulturhaus Häselburg Gera, Burgstr. 12
Vortrag mit dem Autor und Youtuber Stefan Lange mit anschließender Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern vom AGUS e.V., dem Thüringer Medienbildungzentrum, dem Netzwerk Suizidprävention und der TelefonSeelsorge
Alle Veranstaltungen und der Eintritt in die Ausstellung sind kostenfrei. Für den Besuch der Ausstellung und der Veranstaltungen ist eine Anmeldung im Vorfeld erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist.
Die Anmeldung kann formlos per Mail an gesundheitsfoerderung@gera.de oder an telefonseelsorge@diako-thueringen.de erfolgen. Die Anmeldung für die Lesung „Suizid im gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Kontext“ am 06.09.2021 erfolgt direkt in der Stadt- und Regionalbibliothek Gera unter bibliothek@gera.de.

Generelle Informationen und Ansprechpartner finden Sie:

im Amt für Gesundheit und Versorgung:
https://www.gera.de/sixcms/detail.php?id=66445&_nav_id1=146704&_nav_id2=146711&_lang=de

bei der Telefonseelsorge Ostthüringen:
https://www.telefonseelsorge-ostthüringen.de/

beim AGUS e.V.
https://www.agus-selbsthilfe.de/

bei der Ökumenischen Akademie Gera / Altenburg
https://oek-akademie-gera.de/1978-2/#more-1978



Veröffentlichung: 03.09.2021