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37.500 Euro Fördermittel an die Stadt Gera übergeben

Freistaat unterstützt Erstausstattung der neu gegründeten Wasserwehr


Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (links im Bild) gemeinsam mit Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund und dem Thüringer Innenminister Georg Maier bei der symbolischen Übergabe der Fördermittel für die Erstausstattung der Geraer Wasserwehr. (Stadt Gera) Oberbürgermeister Julian Vonarb und Umweltamtsleiter Konrad Nickschick nahmen heute (30. September) einen Fördermittelbescheid in Höhe von 37.500 Euro für die Erstausstattung der Geraer Wasserwehr entgegen. Die symbolische Übergabe erfolgte in der Thüringer Landesfeuer- und Katastrophenschutzschule in Bad Köstritz durch Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz, und Georg Maier, Thüringer Minister für Inneres und Kommunales. Mit den Geldern werden unter anderem Materialien und Ausrüstung zur Bekämpfung von akuten Wassergefahren wie Tauchpumpen, ein Boot und Notstromaggregate finanziert. Dazu kommen Werkzeuge wie Schaufeln, Hacken, Handschuhe und wasserfeste Kleidung, u.a. Wathosen, Gummistiefel und Westen.

Oberbürgermeister Vonarb sprach von gut angelegten Fördermitteln und bedankte sich bei der Thüringer Aufbaubank, der Thüringer Landgesellschaft sowie der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. für die Begleitung und Beratung: „Das Naturereignis Hochwasser können wir nicht verhindern. Aber wir können einiges dafür tun, dass es nicht zur Katastrophe wird. Die Gründung einer Wasserwehr aus ehrenamtlichen Helfern, welche die anderen Einsatzkräfte im Rahmen der Abwehr von Wassergefahren aktiv unterstützen, gehört dazu. Wir sind stolz für Gera über 70 Freiwillige gefunden zu haben, die von uns intensiv geschult und für den Einsatzfall fit gemacht werden.“ Der Oberbürgermeister dankte ihnen für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, für andere da zu sein. Zudem würdigte er die Ortsteilräte Geras, die sich intensiv für die Gründung der Wehr eingesetzt hatten.

Die Fördermittel stammen aus der Förderrichtlinie für den Hochwasserschutz und der Fließgewässerentwicklung in Thüringen im Rahmen der Aktion „Fluss – Thüringer Gewässer gemeinsam entwickeln“. Gemäß der Richtlinie zählt die Stadt Gera zu den Gemeinden im Hochwasserrisikogebiet mit hohem Schadenspotential und hat bei einer Förderung von 75 Prozent der Kosten einen Anspruch auf maximal 50.000 Euro. Zu den Bedingungen für die Förderung der Erstausstattung gehören die Aufstellung einer einsatzfähigen Wasserwehr sowie die Veröffentlichung der Satzung und des Organisationsplans.
Die Übergabe fand in der Thüringer Landesfeuer- und Katastrophenschutzschule in Bad Köstritz statt, wo auch die Einsatzkräfte der Geraer Wasserwehr ausgebildet werden. Die Thüringer Minister übten sich im Rahmen des Termins im Befüllen von Sandsäcken. (Stadt Gera) Zum Hintergrund
Das Stadtgebiet Gera ist immer wieder von Überflutungen und Hochwasser betroffen, zuletzt am 13. Juli 2021, als infolge von Starkregen der Wipsebach und der Gessenbach innerhalb kurzer Zeit über die Ufer getreten waren, was zu Schäden in einigen Ortsteilen der Stadt führte. Aus diesem Grund ist Gera entsprechend des Thüringer Wassergesetzes (ThürWG) vom 28. Mai 2019 dazu verpflichtet, einen Wasserwehrdienst einzurichten und erforderliche Hilfsmittel dazu bereitzustellen. Gefördert wird die erstmalige Ausstattung zur Wahrnehmung des Wasserwehrdienstes nach § 55 Thüringer Wassergesetz durch die Thüringer Aufbaubank. Seit der offiziellen Berufung der rund 70 Ehrenamtlichen durch Oberbürgermeister Vonarb am 30. April 2021 und der Wahl der Abschnittsleitungen und deren Stellvertretung ist die Einsatzfähigkeit des Wach- und Hilfsdienstes hergestellt. Zum Zeitpunkt des ersten Einsatzes in der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 2021 war bereits rund die Hälfte der Mitglieder in den wichtigen Grundlagen geschult und verfügte über das notwendige Fach- und Praxiswissen, etwa zum korrekten Verbau von Sandsäcken. Neben der Kontrolle gefährdeter Gewässer gehörten die Herstellung und Prüfung der Meldeketten, die Alarmierung der Feuerwehr und die Weitergabe von Informationen an den Gewässerunterhaltungsverband zu den Einsatzaufgaben.

Bei der Wasserwehr mitmachen kann jeder, der volljährig ist und sich den Aufgaben gewachsen fühlt. Körperliche Fitness ist wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich, weil die Aufgabenbereiche vielfältig sind. Hilfreich sind in jedem Falle Ortskenntnisse in den insgesamt elf Abschnitten im Stadtgebiet Gera. Die Abschnitte sind den Einzugsgebieten der Gewässer II. Ordnung zugeordnet und können daher auch mehrere Ortsteile umfassen.

Nähere Informationen zur Geraer Wasserwehr erhalten Interessierte im Umweltamt der Stadtverwaltung, Amthorstraße 11, 07545 Gera.

Zu erreichen ist die Wasserwehr telefonisch unter 0365/838 4200 oder per Mail an wasserwehr@gera.de.


Veröffentlichung: 30.09.2021