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Die Vögte von Gera - Landesausbau im Mittelalter


Ein Bildvortrag von Dr. Thomas Frantzke zur Geschichte der Geraer Vögte ergänzt die Ausstellung „Schloss Osterstein. Facetten einer Residenz“, die zur Zeit im Stadtmuseum Gera zu sehen ist. Die Vögte von Gera haben ihren Ursprung im Ministerialgeschlecht der Herren von Weida, die im Verlauf des 12. und frühen 13. Jahrhunderts den Landesausbau östlich der Saale entscheidend vorantreiben. Es gelang ihnen, sich als Territorialherren insbesondere gegen die mächtigen Markgrafen von Meißen zu behaupten. Ihr Besitz reichte zeitweilig von Schmölln bis Hof und von Oelsnitz bis Lobenstein und Schleiz. Nach dem Tod Heinrich II. zwischen 1193 und 1209 teilen seine Söhne das Land in die Linien Weida, Gera und Greiz (nach 1240 Plauen). Die Burg Gera, das spätere Schloss Osterstein, wird Herrschaftssitz, während Gera erstmals 1237 als Stadt Erwähnung findet. Ein Höhepunkt der Herrschaftsbildung ist die 1329 durch Kaiser Ludwig dem Bayer verliehene Vogtländische Goldene Bulle. Die Vögte erlangen dadurch eine reichsunmittelbare Stellung mit allen landesherrlichen Rechten und sind einzig dem Kaiser unterstellt.

Der Vortrag findet am 20. Oktober 2021 um 18 Uhr im Stadtmuseum Gera statt.


Veröffentlichung: 13.10.2021