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Aufruf zur Interessenbekundung für die Umsetzung des Landesprogrammes AGATHE

„Älter werden in der Gemeinschaft - Thüringer Initiative gegen Einsamkeit“ in der Stadt Gera

1. Allgemeines

Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF) sieht mit der Implementierung des Programmes AGATHE vor, den bestehenden Bedarf nach einem niedrigschwelligen Beratungs-, Informations- und Weitervermittlungsangebot für ältere Menschen durch den Einsatz von ausgebildeten AGATHE-Fachkräften zu decken.

Im Rahmen eines Konzeptauswahlverfahrens (KAV) sollen Landkreise bzw. kreisfreie Städte ermittelt werden, die das Programm in frei gewählten Sozialräumen fortführen bzw. neu implementieren. Grundlage sind die beigefügte Förderrichtlinie (Richtlinie AGATHE) und der Programmleitfaden.
Aus der Einreichung eines Durchführungskonzeptes entsteht kein Anspruch auf eine Förderung. Die Anzahl der geförderten Projekte ergibt sich durch den Beschluss des Thüringer Landtages zur Haushaltsgesetzgebung 2022.
Zur Verbindung der unterschiedlichen Perspektiven im Programm werden die AGATHE-Fachkräfte weitergebildet. Dabei nimmt eine modulare Qualifizierungsreihe die verschiedenen relevanten Aspekte der Tätigkeit in den Fokus. Eine Teilnahme an der Qualifizierungsreihe ist verbindlich und durch den jeweiligen Arbeitgeber sicherzustellen.
Die Weiterbildung wird durch das TMASGFF organisiert.

In diesem Zusammenhang wurden alle Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte aufgerufen, bis zum 20.01.2022 ein entsprechendes Gesamtkonzept für den jeweiligen Kreis bzw. die kreisfreie Stadt einreichen zu können.
Sollte das Gesamtkonzept der Stadt Gera für eine Förderung durch das Land Thüringen ausgewählt werden, beabsichtigt die Stadt Gera, die Förderung an einen gemeinnützigen Trägerweiterzuleiten und mit der Programmumsetzung zu beauftragen.

Die Stadt Gera ruft daher interessierte Träger auf, ihr Interesse bis
zum 07.01.2022 in Form eines eigenen Konzepts zur Umsetzung des AGATHE-Programms in der Stadt zu bekunden. Das Umsetzungskonzept des ausgewählten Trägers wird dann nach weiterer Abstimmung als Teil des Gesamtkonzepts beim TMASGFF zur Begutachtung eingereicht.


2. Zielstellung und Programmziele

Das Programm verfolgt damit folgende Ziele:

- Unterstützung einer selbstbestimmten, selbstständigen und teilhabenden
Lebensführung im Alter durch professionelle, präventive Angebote (Empowerment)
- Befähigung, vergessene und verlorengegangene Kompetenzen zu reaktivieren (Ressourcenorientierung)
- Verweisberatung mit Informationen u.a. zu Freizeitangeboten, Gesundheitsförderung und Prävention, Beratungsstellen (bspw. psychosoziale Beratung, Trauerberatung etc.), Pflege/Pflegeberatung, Übergang Wohnung-Krankenhaus, altersgerechtes Wohnen, Behördenwegweiser, Weitervermittlung an Leistungserbringende im Quartier, Krankenkassen etc.
- Erhalt der Lebensqualität im häuslichen Umfeld (Vermeidung von Verwahrlosung)
- Verhinderung von Vereinsamung durch (Re-)Aktivierung, Sicherstellung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
- Stabilisierung durch persönliche Begleitung in Lebenskrisen und ggf. Weitervermittlung an spezifische Beratungsstellen
- Beratung, Begleitung und Weitervermittlung bei psychischen Beeinträchtigungen z.B. bei depressiver Grundstimmung
- Zusammenarbeit mit und Vernetzung von etablierten Strukturen: Unterstützung des lokalen Ehrenamtes, aber kein Ersatz dessen
- Weiterentwicklung bzw. Ausbildung von inklusiven Sozialräumen im Hinblick auf die Bedürfnisse älterer Menschen
- Initiierung der Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, Trägern und Initiativen, um bedürftige Ältere bei der Nutzung von Angeboten zu unterstützen bzw. sie auch zur Initiierung eigener Angebote zu motivieren.

Nicht dazu gehören:

- die Erfüllung/Übernahme von Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V),
- pflegerische Leistungen nach dem Elften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) sowie
- die Aufgabenerfüllung des Sozialpsychiatrischen Dienstes gemäß ThürPsychKG.

Zielgruppe sind Seniorinnen und Senioren in der Nacherwerbsphase, die alleine im eigenen Haushalt leben


3. Finanzierung, Laufzeit und Zuwendungsempfänger

Für das Programm AGATHE sind im aktuellen Haushaltsplan-Entwurf 2022 des Freistaates Thüringen insgesamt 3,5 Mio. € vorgesehen. Vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel soll ein Gesamtvorhaben je Landkreis bzw. kreisfreier Stadt gefördert werden.
Ein Landkreis bzw. eine kreisfreie Stadt reicht ein Konzept für ein Gesamtvorhaben ein.

- Die Förderung kann an kreisangehörige Kommunen oder an einen Träger im Wirkungsbereich weitergeleitet werden.
- Die Finanzierung der förderfähigen Ausgaben soll im Wege der Anteilfinanzierung erfolgen.
- Der Förderzeitraum ist zunächst bis zum 31.12.2022 befristet, kann aber, vorbehaltlich einer Berücksichtigung des Programmes AGATHE in künftigen Landeshaushalten, verlängert werden.
- An den zuwendungsfähigen Ausgaben abzüglich Drittmittel (EU, Bund, Trägeranteil, Wohnungsbauunternehmen etc.) beteiligt sich das Land in den ersten beiden Jahren bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Die Landkreise und kreisfreien Städte beteiligen sich mit mindestens 10 Prozent Eigenmitteln.
Im dritten Jahr soll die Höhe der Zuwendung aus Landesmitteln maximal 80 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben, die der Landkreise und kreisfreien Städte mindestens 20 Prozent betragen
- Die Verwendung von Mitteln aus anderen Landesprogrammen (bspw. LSZ) zur Finanzierung der Eigenmittel ist ausgeschlossen.
- Die Zuwendungen sollen zur Förderung von Personal-, Sach- und Verwaltungsausgaben gewährt werden.
- Förderfähig sollen die tatsächlichen Personalausgaben nach dem Ist-Kostenprinzip sein.
- Eine Sach- und Verwaltungsausgabenpauschale in Höhe von 23 Prozent bezogen auf die zuwendungsfähigen Personalausgaben ist vorgesehen.

Weitergehende Informationen zur Finanzierung entnehmen Sie bitte dem beigefügten Aufruf und dem Programmleitfaden des TMASGFF.


4. Inhalt des einzureichenden Umsetzungskonzeptes des Trägers

Die Stadt Gera hat im Thüringer Vergleich aktuell das dritthöchste Durchschnittsalter. Vor diesem Hintergrund strebt die Stadtverwaltung Gera eine möglichst umfassende Umsetzung des AGATHE-Programms durch einen Träger in der Stadt an.

Das eingereichte Konzept muss mindestens folgende Punkte enthalten:
- Darstellung der Altersstruktur des Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt inklusive mittel- und langfristig prognostizierter Entwicklung,
- Darstellung der Siedlungsstruktur sowie der Mobilitätsangebote innerhalb des fokussierten Sozialraums, ein bei mehreren Sozialräumen für jeden Sozialraum getrennt
- Stichhaltige Beschreibung der Ausgangssituation und Defizite der Zielgruppe im fokussierten Sozialraum,
- Darstellung des Zuganges zur Zielgruppe,
- Kompakte, aussagekräftige Beschreibung der geplanten Umsetzung des Programmes unter Beachtung der Altersstruktur, der besonderen Herausforderungen und der aufgeführten Ziele im fokussierten Sozialraum
- Darstellung des angenommenen oder tatsächlichen Interesses der Zielgruppe am Programm,
- Erläuterung des beantragten Personalbedarfes mit ggf. Nennung konkreter Personen im fokussierten Sozialraum1,
- Darstellung des Zuganges zu Anbietern relevanter Angebote bzw. der Angebotsstruktur im fokussierten Sozialraum sowie angrenzenden Räumen,
- Darstellung des Zuganges zu Netzwerkpartnern und Trägerstrukturen sowie zur jeweiligen Einbindung in das Programm AGATHE,
- Darstellung des Austausches von relevanten Informationen zwischen den AGATHE-Fachkräften und der kommunalen Sozialplanung vor Ort,
- Darstellung einer Verfahrensweise hinsichtlich der Qualitäts- und Ergebnissicherung,
- Aussagen zur nachhaltigen Einbindung des Programmes in die soziale Infrastruktur,
- Formulierung von kurz- und mittelfristigen Zielen und deren prognostizierte Wirkung,
- Berücksichtigung von pandemischen Krisen; stichhaltige Darstellung, wie das Programm trotz möglicher Kontaktbeschränkungen durchgeführt/aufrechterhalten werden kann,
- Darstellung, welche Netzwerke in Bezug auf die Zielgruppe im fokussierten Sozialraum, bereits bestehen und durch die Implementierung von AGATHE zusätzlich unterstützt, abgesichert oder initiiert werden können,
- Beschreibung von durchzuführender Öffentlichkeitsarbeit und Einbeziehung von Multiplikatoren,
- Bei Weiterleitung der Mittel: Nachweis über die Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der durchführenden Stelle,
- Darstellung der Vorgehensweise zur sicheren Speicherung, Verarbeitung und Löschung der Daten (Anamnesebögen), die durch die Beratungsfachkräfte bei der Zielgruppe gemäß DSGVO erhoben werden,
- Vorlage eines konkreten, verbindlichen Finanzierungsplanes für den Förderzeitraum bis 31.12.2022 sowie eines mittelfristigen Finanzierungsplanes bis 31.12.2024.

5. Auswahl- und Antragsverfahren

Bei der Auswahl und Bewertung der durch die Träger eingereichten Umsetzungskonzepte
orientiert sich die Stadt Gera an den vom TMASGFF definierten Kriterien
(vgl. Aufruf des TMASGFF zur Einreichung eines Durchführungskonzeptes vom 20.10.2021).

Bitte reichen Sie Ihre Interessenbekundung in Form eines Umsetzungskonzeptes bis zum
07.01.2022 elektronisch ein und senden es per E-Mail an:
gesundheitsfoerderung@gera.de

Bitte reichen Sie das Umsetzungskonzept außerdem bis zum 10.01.2022 in Papierform ein
und senden es mit der Unterschrift des/der Vertretungsberechtigten an die

Stadt Gera
Amt für Gesundheit und Versorgung
Gesundheitsförderung
Gagarinstraße 68
07545 Gera

Die Prüfung der eingereichten Umsetzungskonzepte und die Konzeptauswahl durch die Stadt Gera erfolgen bis 15.01.2022. Im Anschluss informiert die Stadt Gera zum Auswahlergebnis. Außerdem erfolgt eine Abstimmung mit dem Träger des ausgewählten Umsetzungskonzepts über das AGATHE-Gesamtkonzept, das dann bis zum 19.01.2022 beim TMASGFF eingereicht werden soll.