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Historie Aga

(Autor: D. Winkler)

Großaga

Ist urkundlich bezeugt seit 1248 – mit Heinricus de Ogau aus dem Ritterstand des Geraer Landesherrn.

Der Ortsname: 1364 Grossen Agow, Agowe, 1518 Agaw, 1533 großen Agaw, 1564 großen Aga, major Aga, Groß Agau, Groß Aga, mundartlich um 1870 „Oge oder Grussoge“ aber heute eher als „Oche Ache“. Quellen bezeichnen den Ort als deutsche Folgegründung der älteren wendischen Siedlung Kleinaga.
Bei wechselnden Besitzern blieb der Ort bis 1712 Rittersitz. 1715 erwarb Heinrich XVIII. Reuß-Gera das völlig überschuldete Gut des 1712 verstorbenen Hans Friedrich von Wolframsdorf durch Ablösung einer beträchtlichen Schuldensumme. Der ehemalige Rittersitz wurde fürstliches Kammergut.
Der letzte Pächter bis 1945, Max Vogel, entwickelte das mit Kleinaga vereinte Kammergut zu einer Musterwirtschaft der Saatzucht und Viehwirtschaft. Nach 1945 wurde das Kammergut zum Volksgut (VEG).

Heute werden die Flächen der Agaer Flur zum größten Teil von den Landwirtschaftsbetrieben Eisenmenger und Reuss´sche Güter Aga KG durch Übernahme umfangreicher Pachtflächen der ehemaligen Bauern des Dorfes bewirtschaftet.

Wurde Großaga durch Ritter- und Kammergut wesentlich geprägt, so entwickelte sich in ständiger zäher Auseinandersetzung mit dem Landadel ein wohlhabender ehrgeiziger Bauernstand der sich aber unter den gesellschaftlichen Bedingungen der DDR durch erheblichen politischen Druck in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) auflöste und nach der Wende nicht wieder zu neuem Aufschwung finden konnte. So gibt es jetzt in Großaga nur den Landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb - Bauernhof Ullrich.


(Froschweide in Kleinaga; Foto: D. Winkler) Kleinaga

Klainaga ist nach nicht einheitlichen Deutungen eine sorbisch-wendische Gründung.

Historisch bestand der Ort aus zwei Gemeinden. Der Ortsteil „Froschweide“ hatte lange Zeit einen besonderen Status. Sein Ursprung wird aus der Übersiedlung der Bewohner der wüst gewordenen ehemaligen deutschen Gründung Rödel hergeleitet (heute noch Flurbezeichnung des nahen Rödelholzes). Auch heute ist diese Besonderheit räumlich zu erkennen.
Das kleinagaische Rittergut war schon in früher Zeit eng mit dem großagaischen verbunden. So saßen um 1570 Meinhardt von Etzdorf in Großaga und sein Bruder Ehrenfried in Kleinaga. 1697 kaufte die Landesherrschaft Gera das Rittergut Kleinaga von Veit Ludwig von Tümpling. Es war seitdem Kammergut. Das weitere Schicksal teilte es mit dem großagischen Gut.

Lessen

Lessen urkundlich Losczan, 1364 Leussowe, 1533 Leusten 1564 Lössen. Es gibt sehr unterschiedliche Deutung des Namens. Unstrittig ist wohl die Gründung als slawische Siedlung. Die ursprüngliche Anlage als Rundling ist auch heute noch weitgehend erhalten.
Die Lessener Bauern verstanden es, eine hohe Eigenständigkeit zu bewahren – auch unter den Bedingungen der DDR-Landwirtschaft. Ausdruck dafür ist eine enge Dorfgemeinschaft, der gesellschaftliche Brüche wenig anhaben konnten.
Fehlende Pachtländereien in den Gemarkungen Agas erschweren auch hier die Wiedereinrichtung von Bauerngütern in der marktwirtschaftlich erforderlichen Größenordnung.


Reichenbach

Reichenbach urkundlich 1364 Richenbach. Der Name wird von in der Flur häufig anzutreffenden Quellen hergeleitet und ist eine deutsche Siedlung. Die Ritter von Etzdorf auf Großaga und in der Folge weitere Ritter der näheren Umgebung besaßen hier ein kleines Gut. Welches nach wechselvoller Geschichte käuflich von einer damals ansässigen Familie Wähler erworben wurde.
Auch hier hat sich das ursprüngliche Dorfbild der Gründungszeit weitestgehend erhalten. Es erfolgten nur wenige Neubauten, die sich aber wesentlich in das Dorf einfügen.

Seligenstädt

Seligenstädt 1364 Selgenstadt, 1647 Seelstädt wurde in alten Urkunden auch als Selbstätt, Seligstett bezeichnet. Es pfarrte, begrub und schulte über lange Zeit nach Dorna. Nach alten Unterlagen einigten sich die Pfarrer von Dorna und Großaga um 1830/40 darauf, dass die Kinder im 6. – 10. Lebensjahr nach Aga schulten und den entsetzlich langen Weg nach Dorna nicht mehr gehen mussten. In den folgenden Jahrzehnten erfolgte schrittweise die vollständige Übernahme der Seligenstädter in den Pfarr- und Gemeindeverband Großaga.

Heute ist Seligenstädt ein stiller kleiner Ort in schöner landschaftlicher Lage, in dem es sich gut leben lässt.