Die Preisträgerinnen und Preisträger
Hauptpreis

1. Platz: Raisan Hameed - After Image
After Image verbindet ein digitales Archiv aus Google-Street-View-Bildern des Irak mit einem persönlichen Familienarchiv und untersucht dabei insbesondere visuelle Lücken, Störungen und Fragmentierungen: Die verpixelten Gesichter und zerstörten Panoramen im Street-View stehen den Fotografien aus dem Familienarchiv gegenüber, die 2003 im Krieg beschädigt wurden. Sie werden so zu Spuren von Krieg und technologischer Kontrolle, die zeigen, wie Sichtbarkeit erzeugt und zugleich eingeschränkt wird. Die Arbeit versteht die Bilder als „Nachbilder“, in denen Körper nicht mehr als stabile Darstellungen erscheinen, sondern als fragile Spuren, geprägt von Erinnerung, Gewalt und Technologie.

2. Platz: Martin Ruckert - Baryt 2.57
Baryt 2.57 widmet sich den verborgenen Fertigungsprozessen der analogen Fotografie. Die Bildreihe zeigt die sonst unsichtbaren Komponenten – Vorgänge und Materialien – analoger Bilder und gewährt einen Einblick hinter die Kulissen der Bildproduktion. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind geprägt von Abdrücken und Schatten – Spuren einer körperlichen Präsenz, die auf die Arbeit des Fotografen in der Dunkelkammer verweisen. Ruckert arbeitet zudem mit Fotogrammen, die zwischen den abgebildeten Werkzeugen erscheinen und sich unauffällig in die Kompositionen einfügen.

3. Platz: Nora Schwarz - Songs of the Taiga
Songs of the Taiga thematisiert das Verschwinden eines der letzten Ur- und Naturwaldvorkommen Europas durch großflächige Abholzung in Schweden. Die schwedische boreale Taiga ist nicht nur essenziell für die Biodiversität und den Klimaschutz, sie ist auch Heimat der Sámi, der letzten indigenen Gemeinschaft Europas. Die Fotostrecke begleitet Menschen, deren Leben, Arbeit und Kultur auf dem intakten Wald beruhen und die sich zu dessen Schutz einsetzen. Ergänzt wird die Bildreihe von Aufnahmen des Waldes.

Honorable Mention: Benjamin Friedle - Worte aus Bildern aus Fotos aus Formen
Worte aus Bildern aus Fotos aus Formen untersucht, wie sich durch künstliche Intelligenz die Grenzen zwischen digitaler und realer Bildwelt auflösen und wie Fotografie als allgegenwärtige Sprache unsere Wahrnehmung prägt. In einem Zusammenspiel aus Text, Bild und Objekt thematisiert die Arbeit, wie algorithmische Prozesse, Simulation und Speicherstrukturen zu zentralen Bestandteilen der zeitgenössischen Bildproduktion geworden sind.Schließen
Amateurpreis

Anika Werk - Warum?
Warum? widmet sich in Aufnahmen von Körpern und Bäumen dem Sichtbarmachen von Gefühlswelten, mit dem Ziel, für unausgesprochene Gewalt zu sensibilisieren.