Geschichte am Nachmittag
Vom Machtzentrum zum Denkmal: Die ehemalige SED-Bezirksleitung Gera
Vortrag von Dr. Alexander Jörk
Kaum ein Ort in Gera spiegelt die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts so eindrucksvoll wider wie die ehemalige SED-Bezirksleitung. Einst politisches Machtzentrum der Bezirkshauptstadt Gera, heute bedeutendes Denkmal der Ostmoderne im Stadtbild, vereint das Ensemble Architektur, Ideologie und gesellschaftlichen Wandel auf eindrucksvolle Weise.
Mehr als 35 Jahre nach dem Mauerfall gilt der Gebäudekomplex mit dem Park der Demokratie trotz mehrfacher Umgestaltungen als einer der wenigen nahezu vollständig erhaltenen Parteikomplexe dieser Art in den neuen Bundesländern.
Gebäude und Park wurden seinerzeit bewusst als gestalterische Einheit konzipiert und machten sichtbar, wie sich politischer Machtanspruch in Architektur und Städtebau manifestierte. Materialien, Kunstwerke, Blickachsen und Platzgestaltungen erzählen bis heute von den Vorstellungen und Idealen ihrer Entstehungszeit.
Wie wird politische Macht in Architektur sichtbar? Welche Geschichten erzählen Gebäude und Park mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR? Und wie verändert sich unser Blick auf einen Ort, der einst politisches Machtzentrum war und heute als schützenswertes Baudenkmal der Ostmoderne eingestuft wird?
Der Vortrag von Gästeführer Dr. Alexander Jörk am 24. September 2026 um 14 Uhr im Stadtmuseum Gera lädt dazu ein, ein außergewöhnliches und zugleich kontrovers diskutiertes Denkmal Geras neu zu entdecken – als Ort der Architektur, der Zeitgeschichte und der Erinnerungskultur.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Geschichte am Nachmittag“ des Fördervereins Stadtmuseum Gera e.V.
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