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Lügen, manipulieren, hintergehen – Was man von den Stasi-Methoden ahnte, und was die Akten erzählen. Lothar Rochau im Gespräch mit Christian Hermann.

Lügen, manipulieren, hintergehen – Was man von den Stasi-Methoden ahnte, und was die Akten erzählen. Lothar Rochau im Gespräch


Wann
Mi., 28.10.2026
Uhrzeit: 18:00 - 20:00 Uhr


. © Selbst das Abführen wurde heimlich durch die Stasi dokumentiert: Verhaftung Lothar Rochaus 1983. BArch, MfS, BV Hle, AU 414/84, B. I, S. 175 b

Die geheimdienstlichen, und rechtswidrigen Methoden der Staatssicherheit der DDR waren so berüchtigt, dass sie bis heute als »Stasi-Methoden« bekannt geworden sind. Nicht nur Beobachtung, Observierung und der Einsatz zahlloser Spitzel, sondern auch Druck, Manipulation und bloße Lüge zählten zu ihrem Repertoire.

Vieles davon ahnte oder wusste man, doch das ganze Ausmaß und die Akribie zeigten sich erst nach dem Ende der DDR und dank der Sicherung großer Teile der Stasi-Akten sowie ihrer Bereitstellung für die Öffentlichkeit.

Nach einer kurzen Einführung in die Arbeitsweise der Staatssicherheit durch den Historiker Christian Hermann kommen wir mit Lothar Rochau ins Gespräch. Der damalige Hallenser Jugenddiakon wurde 1983 inhaftiert und von der BRD freigekauft. In Frankfurt am Main studierte er soziale Arbeit und war als Sozialarbeiter tätig. Am Tag nach dem Mauerfall ging er in die DDR zurück und engagierte sich bei der Entwicklung neuer gesellschaftlicher Strukturen. Die erste Einsicht in seine Stasi-Akte 1993 gewährte tiefe Einblicke in seine Überwachung, doch erst ein Wiederholungsantrag ermöglichte eine wirkliche Aufarbeitung.

In seiner Autobiographie »Marathon mit Mauern. Mein deutsch-deutsches Leben« hat Lothar Rochau seine Erinnerungen und die Erkenntnisse aus seiner Akteneinsicht verarbeitet. Wie viel von dem, was er später herausfand, wusste und ahnte er schon damals?

Mit:

+ Christian Hermann ist Historiker und als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt tätig und ist arbeitet aktuell in einem gemeinsamen partizipativen Forschungsprojekt der Universität Erfurt und der Stadt Erfurt zur Transformationszeit in Erfurt.

+ Lothar Rochau ist Sozialarbeiter, Marathonläufer, Buchautor und war Bürgerrechtler in der ehemaligen DDR.

Moderation: Sandra Meenzen ist Historikerin und Sachgebietsleiterin im Bundesarchiv – Stasi-Unterlagen-Archiv, Außenstelle Gera. Sie begleitete und unterstützte Lothar Rochau bei seiner Akteneinsicht.

Begrüßung: Dr. Andreas Braune, wissenschaftlicher Leiter des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte

Veranstaltungsort

Die Stadt- und Regionalbibliothek der Stadt Gera befindet sich am Puschkinplatz . © Steffen Weiß

Stadt- und Regionalbibliothek

Puschkinplatz 7a
07545 Gera
Stadt- und Regionalbibliothek

Veranstalter

Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte e.V.
info@weimarer-rendezvous.de

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