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28. Aug. 2026

Neue TINA-Straßenbahnen offiziell in Betrieb

Investition von 49 Millionen Euro stärkt Barrierefreiheit, Komfort und den Nahverkehr in Gera

vier Generationen Straßenbahn auf einem Bild. © GVB

Ein langjähriges Zukunftsprojekt wird sichtbar: Mit der offiziellen Inbetriebnahme der neuen TINA-Straßenbahnen beginnt für die GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH (GVB) eine neue Ära. Die Fahrzeuge werden in den kommenden Jahrzehnten das Straßenbild Geras mitprägen und bilden zugleich eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Nahverkehrsangebots. Rund 49 Millionen Euro investiert die GVB gemeinsam mit ihren Fördermittelgebern und Finanzierungspartnern in das Projekt.

„Heute sehen wir das Ergebnis eines Projektes, das uns seit 2018 begleitet“, sagt GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle. Hinter diesem Projekt liegen viele Jahre intensiver Arbeit. Dass wir heute gemeinsam diesen Meilenstein feiern können, verdanken wir dem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren Fördermittelgebern, Finanzierungspartnern und unserem Hersteller Stadler.“ Zur feierlichen Inbetriebnahme begrüßt die GVB unter anderem den Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, den Oberbürgermeister der Stadt Gera, Kurt Dannenberg, sowie Dr. Ansgar Brockmeyer, Divisionsleiter Marketing & Verkauf und Stellvertretender Group CEO von Stadler.

Auch Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur, Steffen Schütz, unterstreicht die Bedeutung der neuen Fahrzeuge für Gera: „Die Straßenbahn gehört zur Identität Geras wie die Orangerie und die Kunst von Otto Dix. Seit 1892 verbindet sie Menschen und prägt das Stadtbild. Mit der ersten TINA-Straßenbahn schreiben wir dieses Kapitel nun fort und machen den ÖPNV fit für die Zukunft. Mit fast 25 Millionen Euro Förderung für neun neue Fahrzeuge bekennt sich das Land klar zu einer modernen, nachhaltigen Mobilität, die die Menschen in Gera sicher und zuverlässig ans Ziel bringt.“

Acht Jahre von der Idee bis zur Inbetriebnahme

Bereits 2018 begann die GVB mit einer umfassenden Markterkundung. Ziel war es, eine Fahrzeuggeneration zu finden, die optimal zu den Anforderungen des Geraer Straßenbahnnetzes passt und den Fahrgästen langfristig mehr Komfort und Barrierefreiheit bietet. Es folgte ein mehrjähriger Beschaffungsprozess. Nach der europaweiten Ausschreibung im Februar 2023 erhielt Stadler im November 2023 den Zuschlag. Rund zwei Jahre und vier Monate später stand die erste TINA auf den Gleisen in Gera. Allein bei der GVB wurden rund 15.000 Projektstunden investiert – das entspricht nahezu neun Arbeitsjahren einer Vollzeitkraft. Hinzu kamen umfangreiche Leistungen zahlreicher Planungsbüros, Dienstleister und Projektpartner.

Am 5. März 2026 erreichte die erste TINA auf dem Schienenweg den Bahnhof Gera-Zwötzen. Bereits die Überführungsfahrt von der Schweiz nach Gera wurde von zahlreichen Straßenbahnbegeisterten mit großem Interesse verfolgt. In sozialen Medien und Internetforen begleiteten sie die Fahrt mit Standortmeldungen, Fotos und Videos. Am Bahnhof Gera-Zwötzen verfolgten zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GVB, Straßenbahnfreunde und interessierte Bürgerinnen und Bürger die Ankunft des ersten Fahrzeugs. Nach der Entladung wurde die neue Straßenbahn über das Geraer Straßenbahnnetz auf den Betriebshof überführt. „Schon an diesem Tag wurde deutlich, welche Bedeutung die Straßenbahn für viele Menschen in unserer Stadt hat“, erinnert sich Rühle. „Mit der ersten TINA kam nicht einfach ein neues Fahrzeug nach Gera – sie markierte den Beginn eines neuen Kapitels für die Mobilität in unserer Stadt.“

Moderne Straßenbahnen für eine moderne Stadt

Die neuen TINA-Straßenbahnen sind niederflurig, klimatisiert und bieten mit ihren großen Panoramafenstern sowie dem großzügigen Innenraum ein deutliches Plus an Komfort. Erweiterte Mehrzweckbereiche schaffen mehr Platz für Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder. Mit ihrer Inbetriebnahme ersetzt die GVB schrittweise die bisherigen nicht barrierefreien Tatra-Straßenbahnen. Sobald ausreichend lange Fahrzeuge insbesondere für die Linie 3 zur Verfügung stehen, soll im Jahr 2027 der ganztägige 7,5-Minuten-Takt eingeführt werden. Jede der neuen Straßenbahnen wird künftig jährlich eine Strecke zurücklegen, die etwa zwei Erdumrundungen entspricht.

Bewährte Technik für Gera

Die TINA-Fahrzeugfamilie von Stadler hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Fahrzeuge dieser Generation sind bereits in Darmstadt, Basel, Halle, Rostock und Den Haag im Einsatz. Mit Gera reiht sich die GVB in diese Gruppe moderner Straßenbahnbetriebe ein. Auch Görlitz und Zwickau haben sich inzwischen für TINA entschieden. Die Fahrzeuge wurden termingerecht ausgeliefert und haben sich seit ihrer Inbetriebnahme im täglichen Einsatz als zuverlässig und betriebsstabil erwiesen. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der GVB einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs in Gera leisten zu können“, erklärt Dr. Ansgar Brockmeyer. „Dieses Projekt zeigt, was durch partnerschaftliche Zusammenarbeit und gemeinsames Engagement erreicht werden kann.“

Gemeinsame Investition in die Zukunft

Die GVB investiert rund 49 Millionen Euro in die Beschaffung der neuen TINA-Straßenbahnen. Der Freistaat Thüringen unterstützt die Fahrzeugbeschaffung mit insgesamt rund 24,9 Millionen Euro. Davon entfallen rund 17 Millionen Euro auf die sechs Fahrzeuge der Basisbestellung, kofinanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2021-2027, sowie rund 7,85 Millionen Euro aus Landesmitteln auf die drei Optionsfahrzeuge. Die Stadt Gera beteiligt sich mit Investitionszuschüssen von insgesamt rund 13,5 Millionen Euro – rund 7,2 Millionen Euro für die Basisbestellung und rund 6,28 Millionen Euro für die Optionsfahrzeuge. Die verbleibenden Eigenmittel werden gemeinsam mit den Finanzierungspartnern Deutsche Leasing und Sparkasse Gera-Greiz bereitgestellt.

Für Oberbürgermeister Kurt Dannenberg ist die Investition zugleich ein wichtiges Signal für die weitere Entwicklung des Nahverkehrs in Gera: „Mit der Inbetriebnahme der neuen TINA-Straßenbahnen setzen wir ein deutlich sichtbares Zeichen für die zukünftige Mobilität in unserer Stadt. Sie verbessern die Barrierefreiheit, steigern den Komfort für die Fahrgäste und sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem modernen und nachhaltigen Nahverkehr. Vor allem für Bürgerinnen und Bürger mit besonderen Bedürfnissen, die auf den Nahverkehr angewiesen sind, bedeutet das eine deutliche Verbesserung ihrer Mobilität und Unabhängigkeit.“

Mit der offiziellen Inbetriebnahme beginnt nun der reguläre Einsatz der neuen Fahrzeuggeneration – und damit ein neues Kapitel für den Straßenbahnverkehr in Gera.

GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH

Ansprechpartner: Anne Garich

Tel.: 0365 7390-182

E-Mail: anne.garich@gvbgera.de

www.gvbgera.de