Staatssekretär Udo Götze informiert sich über Erfolg des AGATHE-Projekts in Gera
Wie gelingt es, alleinlebende ältere Menschen zu unterstützen, Kontakte zu fördern und ihre Selbstständigkeit im Alter zu erhalten?

Über die Erfahrungen und Erfolge des AGATHE-Projekts in Gera informierte sich in dieser Woche Udo Götze, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, bei einem Besuch der Beratungsstelle des Projektträgers OTEGAU GmbH. Empfangen wurde er von Sandra Wanzar, Dezernentin für Soziales, Jugend und Kultur, und Suzanne Vöcking, Geschäftsführerin der OTEGAU GmbH.
Das 2021 vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie gestartete Programm soll insbesondere älteren Menschen in der Nacherwerbsphase ab 63 Jahren den Zugang zu Informationen, Beratung und passenden Hilfsangeboten erleichtern. Zugleich eröffnet es Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. In Gera ist AGATHE seit 2022 in der Stadtverwaltung Gera angesiedelt. Das Amt für Gesundheit und Versorgung koordiniert das Projekt gemeinsam mit der OTEGAU GmbH, die die praktische Umsetzung übernimmt.
Wie stark das Angebot in Gera nachgefragt wird, zeigen die Zahlen aus dem Jahr 2025: Insgesamt 277 hilfesuchende Menschen wurden telefonisch, zu Hause oder in einer Beratungsstelle beraten und bei der Suche nach Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe unterstützt. Dazu kamen mehr als 2.900 Kontakte und Gespräche. Häufig ging es um Mobilität, Gesundheit, Pflege oder Fragen rund ums Wohnen. Die Zahlen verdeutlichen, dass AGATHE für viele ältere Menschen eine wichtige Anlaufstelle ist, um sich im Alltag zurechtzufinden, Unterstützungsmöglichkeiten kennenzulernen und soziale Kontakte aufzubauen.
Ein fester Bestandteil des Projekts sind die AGATHE-Cafés, die einmal im Monat in Lusan, Untermhaus und Bieblach stattfinden. Sie bieten Gelegenheit zum geselligen Austausch und vermitteln zugleich Wissen zu Themen, die ältere Menschen beschäftigen. Auf dem Programm stehen beispielsweise Vorträge zu digitalen Angeboten, Hitzeschutz oder Pflege. So entstehen Begegnungen, aus denen neue Kontakte wachsen können, während zugleich praktische Fragen des Alltags aufgegriffen werden.
Auch der am 1. September dieses Jahres feierlich eingeweihte „Genusszeit-Garten“ der OTEGAU GmbH soll Begegnungen fördern. Perspektivisch ist er als Freizeit- und Begegnungsort für Jung und Alt gedacht. Die Zielgruppe von AGATHE kann sich dort aktiv einbringen – etwa bei der gemeinsamen Gartenarbeit oder bei der Organisation geselliger Nachmittage im Grünen.
Der Besuch von Staatssekretär Udo Götze bot Gelegenheit, die Erfahrungen aus der täglichen Beratungsarbeit und die Entwicklung des Projekts in Gera vorzustellen. Sie zeigen, wie wichtig niedrigschwellige Angebote sind, die ältere Menschen persönlich erreichen, ihre Fragen ernst nehmen und ihnen Wege zu Unterstützung und Gemeinschaft eröffnen.
Der Besuch ist Teil einer thüringenweiten Tour: Staatssekretär Götze besucht insgesamt alle 16 AGATHE-Projekte im Freistaat, um sich vor Ort ein Bild von ihrer Arbeit, ihrer Wirkung und dem Unterstützungsbedarf zu machen. In Gera zeigte sich, wie vielfältig die Anliegen der älteren Menschen sind und welchen Beitrag das Projekt leistet, um ihnen Orientierung und Unterstützung im Alltag zu geben.

AGATHE – älter werden in der Gemeinschaft
Die Angebote von AGATHE sollen zur Stärkung und Unterstützung der Lebenssituation älterer/alter alleinlebender Menschen in der eigenen Wohnung beigetragen und die Einbindung in das soziale Leben ohne Zugangshürden ermöglichen.