Städtepartnerschaften beim 789. Stadtjubiläum zu Gast in Gera
Zum 789. Stadtjubiläum beim Höhlerfest vom 2. bis 4. Oktober 2026 begrüßte die Stadt Gera Gäste aus ihren internationalen Partnerstädten.

Delegationen aus Arnhem (Niederlande), Sliven (Bulgarien), Skierniewice (Polen) und Fort Wayne (USA) waren der Einladung gefolgt. Aus Goražde (Bosnien und Herzegowina) erreichte Gera eine Videobotschaft zur „Konferenz der Freunde“.
Angeführt wurde die Delegation aus Arnhem von Bürgermeister Ahmed Marcouch. Aus Sliven und Skierniewice reisten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung und Kultur an. Besonders im Zeichen des kulturellen Austauschs stand der Besuch junger Musikerinnen und Musiker aus Skierniewice sowie von Kindern und Jugendlichen des Projekts „Musik statt Straße“ aus Sliven. Gemeinsam mit der Musikschule Heinrich Schütz bereiteten sie zwei Konzerte für das Jubiläumswochenende vor.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die „Konferenz der Freunde“, bei der Oberbürgermeister Kurt Dannenberg die Delegationen am Samstag im Rathaussaal empfing. Die Gespräche drehten sich um aktuelle Entwicklungen in den Städten, gemeinsame Erfahrungen und Herausforderungen sowie um neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Dabei entstanden konkrete Ideen für künftige Projekte: So sind für 2027 Sportcamps für Kinder und Jugendliche mit Partnern aus Arnhem und Skierniewice im Gespräch. Auch eine mögliche Teilnahme Geraer Schülerinnen und Schüler an einer Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der „Operation Market Garden“ in Arnhem wurde erörtert. Damit könnte der internationale Austausch zugleich einen Beitrag dazu leisten, Geschichte gemeinsam aufzuarbeiten und das Verständnis für die Perspektiven anderer Länder zu vertiefen.
Die musikalische Zusammenarbeit zwischen der Musikschule Heinrich Schütz und den Partnern aus Skierniewice und Sliven soll ebenso fortgesetzt werden. Nach einem Besuch der Delegation aus Sliven an der Ostschule Gera – Europaschule sollen außerdem die Möglichkeiten für ein gemeinsames Erasmus-Projekt weiter geprüft werden.
Auch im Sport sollen neue Kontakte entstehen. Eine Idee aus den Gesprächen ist, den Fußballverein aus Sliven mit der in Gera höchstklassig spielenden Mannschaft, dem TSV Gera-Westvororte e. V., in Verbindung zu bringen. Ein solcher Austausch könnte die Partnerschaften auch auf Vereinsebene stärken.
Oberbürgermeister Kurt Dannenberg betont: „Städtepartnerschaften leben von den Menschen, die sie gestalten, und von Freundschaften, die über Grenzen hinweg entstehen. Sie sind keine reine Beziehung zwischen Verwaltungen, sondern ein Netzwerk, in dem wir voneinander lernen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit entwickeln können.“
Ein besonderer Höhepunkt des Besuchs der Städtepartner war das „Konzert der Freunde“ in der Tonhalle. Junge Musikerinnen und Musiker aus Sliven und Skierniewice musizierten gemeinsam mit der Musikschule Heinrich Schütz und dem Rutheneum seit 1608 – Gera. Zum Abschluss erklang gemeinsam die „Ode an die Freude“ als Zeichen der Verbundenheit und des europäischen Gedankens. Im Rahmen des Konzerts würdigte Oberbürgermeister Kurt Dannenberg zudem Georgi Kalaidjiev für sein langjähriges Engagement im Projekt „Musik statt Straße“. Das von ihm initiierte Kinderhilfsprojekt eröffnet benachteiligten Kindern und Jugendlichen im bulgarischen Sliven durch musikalische und schulische Bildung neue Perspektiven. Die Würdigung machte zugleich deutlich, welchen Beitrag engagierte Menschen und gemeinsame Projekte zur Freundschaft zwischen Gera und Sliven leisten.
Auch beim Festumzug durch die Geraer Innenstadt waren die Partnerstädte präsent. Neben einem eigenen Umzugsbild zu den Städtepartnerschaften führten die Delegationen gemeinsam mit Oberbürgermeister Kurt Dannenberg den Festumzug bis zum Marktplatz an. Damit wurden die internationalen Freundschaften auch für die Besucherinnen und Besucher des Höhlerfestes sichtbar.
Die Gäste zogen ein positives Fazit ihres Aufenthalts. Neben der herzlichen Gastfreundschaft und dem abwechslungsreichen Programm hoben sie ausdrücklich auch die Sauberkeit in der Stadt hervor. Zugleich bekräftigten die Delegationen ihren Wunsch, den persönlichen Austausch fortzuführen und die bestehenden Partnerschaften durch weitere gemeinsame Aktivitäten zu stärken.
Die nächste Gelegenheit für eine Begegnung steht bereits in Aussicht: Skierniewice hat Gera zum 570-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2027 eingeladen. Damit bietet sich die Möglichkeit, die langjährige Freundschaft weiter zu vertiefen und neue gemeinsame Vorhaben auf den Weg zu bringen.

Die Stadt Gera pflegt seit Ende der 1950er-Jahre internationale Kontakte und unterstützt mit gemeinsamen Projekten den Austausch und die Begegnung zwischen den Partnerstädten. Mit insgesamt elf Städten bestehen bis heute Partnerschaftsverträge.