„Wir tragen Weiß“ und begrüßen Ankündigungen von Ministerin Hubig für weitergehende Gewaltschutzregelungen
Geras Gleichstellungsbeauftragte Catrin Heinrich: „Uns in Thüringen nicht verletzen, sondern stärken und verbinden – für ein lebenswertes, sicheres Thüringen“

Gera und 29 Städte und Kreise Thüringens sowie das Land Thüringen traten gestern in Weiß auf. In Erfurt in der Ausstellung „Women in the Dark“ trugen die Gleichstellungsbeauftragten weiße Blusen und Hemden.
„Wir tragen weiß gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt. Wir tragen damit den Aufruhr der Ausstellung weiter nach Thüringen. Wir tragen Weiß - weil Gewalt uns nicht passt“, so Geras Gleichstellungsbeauftragte Catrin Heinrich.
Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen machen einerseits auf die Kunstausstellung aufmerksam, bei der Gewalterfahrungen von 690 Frauen aus Deutschland in einer emotionalen und kraftvollen Kunstkampagne als begehbare Installation erfahrbar gemacht wird. Und sie wollen Gewaltschutzarbeit weiter voranbringen. Denn, so die Beauftragten: „Trotz europaweiter Beschlüsse wie der Istanbul-Konvention zum Gewaltschutz, trotz #Metoo, Hilfetelefon gegen Gewalt, Gewaltschutzprojekten, Schutzsystemen, Strafverfolgung: Es hört einfach nicht auf. Nur 5 - 10 % der Betroffenen zeigen an, was im Dunkeln mit ihnen gemacht wird. Auch nur die Spitze des Eisberges wird ans Licht gebracht bei öffentlichkeitswirksamen Fällen wie mit Gisele Pelicot - und jetzt die Veröffentlichungen um Collien Fernandes.“
Die Beauftragten sagen: Danke an all die Frauen – auch hier in der Ausstellung – die mit Mut und Kraft ihre persönliche Betroffenheit ins Licht bringen. Sie geben der Gewaltschutz-Bewegung Vorschub und weiter den Auftrag, die Istanbul-Konvention umzusetzen und weiter vorzugehen gegen häusliche Gewalt, digitale Gewalt gegen Frauen, Männer, gegen alle Menschen. Dafür begrüßen wir die Ankündigungen von Bundesjustizministerin Hubig für weitergehende gesetzliche Regelungen.
Initiiert wurde das Zusammentreffen der Beauftragten von der Landesgleichstellungsbeauftragten Nadja Sthamer. In Kooperation organisierten sie jetzt das Verbreiten ihrer Botschaft nach ganz Thüringen: „Frauen und ihre Geschichten müssen sichtbar sein. Sie müssen aus dem Dunkel des Verheimlichens und Nichtbeachtens ins Licht kommen. Ein Leben ohne Gewalt ist Grundrecht. Wir rufen die Gesellschaft auf, wach zu werden und dies nicht länger hinzunehmen. Wir ermutigen Opfer und ihr Umfeld: Nutzen Sie die Anlaufstellen wie zu finden unter www.handle-jetzt.de, um sicher aus Gewalt zu kommen.“
Catrin Heinrich ergänzt: „Wir sollten uns in Thüringen nicht verletzen - sondern schützen, stärken und verbinden. Das macht ein lebenswertes und sicheres Thüringen aus - auch dafür tragen wir heute Weiß.“
Ausstellungszeitraum: 15.03. – 31.05.2026
Sie sind nicht allein - Hilfe vertraulich und kostenfrei:
📞 Bundes-Hilfetelefon: 116 016 (24h, anonym, viele Sprachen) – hilfetelefon.de
📍 Über 200 Anlaufstellen Thüringen: handle-jetzt.de


